15.07.2016 · smart steuern ·

Änderung vom Steuerbescheid – was geht, was geht nicht?

Der Steuerbescheid war schon längst da, alles lief so, wie Sie es gewollt hatten. Doch plötzlich landet Monate später wieder ein Schreiben vom Finanzamt in Ihrem Briefkasten. Ein neuer, abgeänderter Steuerbescheid, und das auch noch mit einer saftigen Nachzahlung. Geht das einfach so? Nein, zumindest nicht immer. Wir erklären, wann ein Steuerbescheid bestandskräftig ist, zeigen zwei Beispiele, in denen das Finanzamt mit der Nachzahlung scheiterte und nennen Gründe für eine nachträgliche Änderung des Steuerbescheids.

Wann ist ein Steuerbescheid endgültig?

Ob sich ein Steuerbescheid ändern lässt, hängt zuerst einmal davon ab, ob der Steuerbescheid „endgültig“ ist (im Steuerdeutsch: „bestandskräftig“) oder nicht.
Wenn er es noch nicht ist, lässt er sich jederzeit ändern, ist er hingegen schon bestandskräftig, nur noch unter bestimmten Voraussetzungen.
Steuerbescheide sind bestandskräftig, wenn Sie nicht innerhalb eines Monats nach Erhalt des Steuerbescheids Einspruch eingelegt haben, der Steuerbescheid nicht vorläufig ist und er nicht unter dem Vorbehalt der Nachprüfung steht. Was bedeutet das genau?

  • Einspruchsfrist von einem Monat: Nur in diesem Zeitraum können Sie selbst was an Ihrem Steuerbescheid ändern.
  • Vorläufigkeit des Steuerbescheids: Das gibt es sehr häufig, der Steuerbescheid bleibt in ausgewählten Punkten offen. Welche das sind, steht in den Erläuterungen zum Steuerbescheid. In der Regel betrifft das Punkte, die noch in Musterverfahren vor Gerichten geklärt werden müssen. Wichtig: Der Steuerbescheid ist nur in diesen Punkten vorläufig, der Rest ist bestandskräftig, wenn die Einspruchsfrist abgelaufen ist.
  • Vorbehalt der Nachprüfung: Das betrifft nahezu ausschließlich Selbstständige. Diese müssen immer damit rechnen, dass Finanzbeamte auch Jahre später kommen, um in die „Bücher“ zu gucken und den Steuerbescheid abzuändern. Arbeitnehmer betrifft das wie geschrieben eher nicht.

 
So scheiterte das Amt mit Nachforderungen

Wir wissen jetzt also, dass es bei bestandskräftigen Steuerbescheiden nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist, diese nachträglich zu ändern. Anhand der folgenden zwei Beispiele erhält man schon eine Ahnung, wann es nicht möglich ist.

  • Rentnerin soll 140.000 Euro Steuern nachzahlen: Die Geschichte in Kürze. Das Finanzamt hatte entschieden, eine ihrer Renten (90.000 Euro) nur mit dem sogenannten Ertragsanteil von 17 Prozent zu besteuern. Die Frau zog ein paar Jahre später um, das neue Finanzamt änderte erstmals nichts. Fünf Jahre nach dem ersten Bescheid stellte die Beamten dann fest, dass die Rente doch voll hätte besteuert werden müssen. Grund: Die Rente kam vom Sohn, dem die alte Dame ihr Vermögen übertragen hatte. Das Finanzamt forderte für vier Jahre rückwirkend insgesamt 140.000 Euro Steuern nach. Die Rentnerin klagte vor dem Finanzgericht Rheinland-Pfalz, mit Erfolg (Az. 5 K 1154/13)!

          Kurzbegründung: Das neue Finanzamt hätte den Fall gleich beim ersten Mal gründlich prüfen können und müssen.

  • Fehler bei der Datenübertragung: Ein Arbeitnehmer hatte in seiner Steuererklärung den Bruttolohn richtig angegeben. Sein Chef hatte bei der Übertragung dieser Daten jedoch einen Fehler (zugunsten seines Angestellten) gemacht. Das Finanzamt übernahm die falschen Daten des Arbeitgebers und schickte den Steuerbescheid raus. Monate später fiel dann doch noch jemandem im Amt der Fehler auf. Die Folge: abgeänderter Steuerbescheid, mehr Steuern für den Arbeitnehmer! Das Finanzgericht in Niedersachsen entschied: Das war falsch (Az.: 3 V 226/14).

          Grund: Das Finanzamt hätte schon bei der Bearbeitung des Falls die Abweichung zwischen den richtigen Angaben des Arbeitnehmers und den falschen des Arbeitgebers untersuchen                         müssen.

 

Wann darf das Finanzamt nachträglich einen bestandskräftigen Steuerbescheid ändern?

Wir haben an den beiden Beispielen gut sehen können, dass das Finanzamt nicht beliebig Steuerbescheide nachträglich ändern kann. In beiden Fällen hätten die Beamten nur gründlich bei der Bearbeitung des Steuerfalls sein müssen, denn die beiden Steuerzahler hatten nichts verheimlicht, alle Tatsachen lagen sozusagen auf dem Tisch.
Die Abgabenordnung (AO) sieht in §173  dann auch nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen Abänderungsmöglichkeiten vor:

  • wenn dem Finanzamt nachträglich Tatsachen oder Beweismittel bekanntwerden, die zu einer höheren Steuer führen,
  • wenn Sie dem Finanzamt ebenfalls nachträglich eine neue Tatsache präsentieren können und Sie kein grobes Verschulden daran trifft, dass die Beweismittel erst jetzt auftauchen.

Einfach zusammengefasst: Das Finanzamt kann gemachte Fehler nicht ausbügeln. Nur wenn es während der Bearbeitung des Steuerfalls von etwas nicht wissen konnte, darf es später einen Steuerbescheid abändern.

Jennifer Dittmann Geschrieben von:
50 Kommentare

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Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Knuffi sagt:

    Wie ist es denn andersherum, also wenn man sich zu seinen Ungunsten, ( z.B. Angabe von zu hohen Mieteinnahmen) verrechnet hat und erst im Nachhinein von dieser falschen Berechnung Kenntnis erlangt (verstorbener Ehegatte hatte den Fehler gemacht)?

  • Alex sagt:

    Gut geschrieben, ein Nachtrag noch zu „Einfach zusammengefasst: Das Finanzamt kann gemachte Fehler nicht ausbügeln.“ Hier gibt es noch die offenbare Unrichtigkeit nach § 129 AO: Rechenfehler und Schreibfehler können geändert werden, und zwar die des Steuerpflichtigen und die des Finanzamtes.

  • Jennifer Dittmann Jennifer Dittmann sagt:

    Hallo,

    wenn Sie dem Finanzamt nachträglich eine neue Tatsache präsentieren können und Sie kein grobes Verschulden daran trifft, dass die Beweismittel erst jetzt auftauchen, kann der Bescheid evtl. geändert werden.

  • Udo sagt:

    wie verhält es sich mit Steuerbescheiden, bei dem Fall eine doppelten Haushaltsführung. Bei meiner Situation liegt es im Ermessen des Finanzamt.

    Ich hatte die letzten sechs Jahre eine günstige Mietwohnung (35 qm) welche ohne Disskussion vom FA anerkannt wurde.
    Jetzt habe ich seit einem Jahr eine kleine Eigentumswohnung ca. 56 qm.

    Wie sieht es bei der „worst case“ Betrachtung aus, wenn nun das FA die Begründung der doppelten Haushaltsführung hinterfrägt und meiner Begründung nicht folgt.

    Könnten dann die vergangenen Steuerbescheide durch das FA revidiert werden ?

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Wenn das Amt feststellt, dass die Voraussetzungen für die dopellte Haushaltsführung nicht vorliegen, können alle noch nicht bestandskräftigen Bescheide geändert werden.

  • Die Privatentnahme PKW-Nutzung wurde wie erklärt USt-pflichtig veranlagt; so
    auch zuvor in der ESt-Veranlagung(EÜ-Ermittlung)einschl. der gewinnerhöhenden
    MWSt. Monate später gab es einen neuen USt-Bescheid für dasselbe Veranla-gungsjahr, in dem die Privatentnahme steuerfrei behandelt wurde, um den Vor-
    steuerabzug zu vereiteln. Alle Bescheide sind nicht bestandskräftig. Zwischen
    Erklärung und Bescheid gab es keine Änderung der Rechts-, Sach- und Informa-tionslage auf Seiten des FA.
    Ist die Verschlechterung zulässig?

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Der Sachverhalt ist zu kompliziert, um ihn hier beantworten zu können.
    Grundsätzlich muss ein Grund für die umsatzsteuerliche Behandlung der Privatentnahmen vorliegen.
    Wende dich doch nochmal an das Finanzamt oder einen Steuerexperten.

  • Jens sagt:

    Hallo,

    mein Arbeitgeber hat die Erstattung von meinen Fahrtkosten nicht beim Finanzamt und in der Steuerbescheinigung angegeben. Ich habe aber Fahrtkosten in der Steuererklärung abgerechnet. Es war für die Jahre 2011 und 2012. Die Steuererklärung habe ich erst 2015 gemacht und den Bescheid auch 2015 bekommen.

    Heute bekomme ich einen neuen Steuerbescheid, ich hätte die Fahrtkosten nicht abrechnen dürfen und muß jetzt ne ordentliche Summe nachzahlen. Ich denke das Finanzamt hat während einer Betriebsprüfung meines alten Arbeitgebers herausgefunden das Fahrgeld erstattet wurde. Darf das Finanzamt den Steuerbescheid ändern?

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Hallo Jens,
    grundsätzlich darf das Finanzamt den Bescheid noch ändern.
    Um den Fall genau prüfen zu lassen, kannst du dich an einen Steuerberater wenden.

  • Peter sagt:

    Das FA hat jetzt einen Est-Bescheid( festgesetzt) vom 30.04.2003 !! die Est 2001 betreffend geändert. Zahllast NULL.
    Grund:
    Es wurde 2015 bemerkt, dass die Steuerbehörden einen Verlustvortrag aus 2000, der richtig erklärt wurde, nicht berücksichtigt hat.
    Daraufhin wurde 2015 der Vorlust bis auf 2011 vorgetragen, weil dieser Bescheid noch vorläufig war. Der Verlust aus 2000 bewirkte in 2011 eine Steuerminderung!

    2016 ist ein anderer Finanzbeamter nun auf die Idee gekommen, den Verlust von 2000 nun doch in 2001 zu verrechnen. Geht das ?

  • Jennifer Dittmann Jennifer Dittmann sagt:

    Hallo,

    den Sachverhalt muss man ganz genau betrachten. Es kommt darauf an in wie weit die Steuerbescheide noch vorläufig waren und ob Sie jetzt einen Nachteil haben. Am besten Sie lassen den Sachverhalt von einem Steuerberater prüfen.

  • Sonja sagt:

    folgender Sachverhalt:
    das Finanzamt hat 2013 in unserer Steuererklärung die Krankekassenkosten unseres erwachsenen Sohnes berücksichtigt, obwohl wir die nie angegeben haben.
    jetzt wollen sie das Geld zurück, weil natürlich unser Sohn selbst eine Steuererklärung abgegeben hat.
    und verlangt auch noch Zinsen für das Geld.
    ist das rechtens? war ja nicht unser Fehler!

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Darüber sollten Sie sich mit dem Finanzamt unterhalten.

  • Ernst sagt:

    Habe gestern meinen Bescheid für 2016 erhalten und gleichzeitig einen geänderten Bescheid für 2014.
    zu meinen ungunsten wegen datenabgleich mit zulagenstelle wurde in 2014 ein kinderfreibetrag in ansatz gebracht und die zulagenstelle hat das kind auch berücksichtigt. deshalb soll ich nun knapp 200 euro aus 2014 bezahlen und die hat das finanzamt gleich abgezogen. zusätzlich wurde der betrag verzinst und diese wuchezinsen auch gleich mit abgezogen.
    mir ist nicht bewußt dass ich da was falsch gemacht hatte, auf meinen anruf sagte mir die dame vom finanzamt dass ungerechtfertigt das kind bei der steuer und bei riester zulagen stelle berücksichtigt wurde.
    darf nach 2 jahren das noch nachträglich geändert werden und warum soll ich dann dafür auch noch zinsen zahlen?

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Guten Morgen,
    die kann leider nicht pauschal, sondern nur individuell beantwortet werden. Dafür müsste immer der gesamte Sachverhalt seriös sortiert werden.

  • Alke Morgenstern sagt:

    Wir haben für die 2016 und 2015 geänderte Bescheide bekommen. Wir sollen zurückzahlen was wir für die Altersvorsorge gezahlt bekommen haben. Wir haben keine Zulage bekommen und die Daten über das Beiblatt AV abgegeben. Das Finanzamt hat uns was gezahlt und will das Geld jetzt zurück. Müssen wir zahlen oder hat das Finanzamt einen Fehler gemacht. Daten waren ok.

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Hallo Alke,

    dem Finanzamt wurden vermutlich von der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) entsprechende Daten übermittelt. Am besten wenden Sie sich direkt an die ZfA: https://www.zfa.deutsche-rentenversicherung-bund.de/de/Navigation/public/1_ZfA/12_Kontakt_node.html

    Wir können nur spekulieren, welchen Inhalt die Daten hatten.

  • Fiona sagt:

    Im September habe ich einen Bescheid erhalten, in dem die Kosten für die Zweitwohnung nicht anerkannt wurden.
    Telefonisch hat mir die Bearbeiterin etwas erzählt, dass „es unfair wäre, wenn es anerkannt werden würde“. Das ist mir keine plausible Begründung gewesen. Also habe ich in der Frist einen Einspruch eingelegt.
    Nun habe ich von einer anderen Bearbeiterin eine „echte“ Begründung erhalten – mit der ich auch leben kann.

    Nun zu meiner Frage: Da die Zweitwohnung nicht anerkannt wurde, würde ich meinen Antrag gern ändern lassen mit täglich hohen Fahrkosten. So würde ich noch einiges mehr an Steuern zurück bekommen. Ist das möglich? Und wenn ja: wie?

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Änderungen können nach Erlassen des Bescheides innerhalb eines Einspruchs beantragt werden.
    Die Abgabe einer geänderten Steuererklärung wird als Einspruch verstanden.
    Wenn es bereits einen Einspruch gegen den Bescheid und dieser noch offen ist, kann kein neuer Einspruch eingelegt werden.

  • Fiona sagt:

    Vielen Dank für eine schnelle Beantwortung – leider jedoch ein wenig missverstanden.
    Meine Idee ist: den ersten Einspruch (zu einen Sachverhalt – Zweitwohnung) zurückzuziehen und eine neue „Änderung“ (zu einem anderen Sachverhalt – Fahrkosten) herbeizuführen. Ist das möglich? Und wenn ja: wie? (Auch weil der originale Bescheid bereits im September war.)

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Einen Einspruch kann man zurück nehmen, dann ist das ganze damit erledigt.
    Bitte klären Sie mit Ihrem Finanzamt wie Sie weiter vorgehen können.

  • Elke sagt:

    Bin Rentnerin und mache brav jedes Jahr meine Einkommenssteuererklärung. Habe auch immer ordentlich meine Steuerbescheide bekommen und auch Nachzahlungen beglichen wenn es sich aus der Erklärung ergab. Heute kommt ein berichtigter Steuerbescheid aus dem Jahr 2012 mit einer Nachforderung von 332€. Habe mit anderen Jahre verglichen, bei mir als Rentnerin ändert sich ja nicht viel, ist die Nachforderung ok. Hier waren aber keine Angaben von mir falsch. Die Steuer wurde falsch verrechnet. Und dann fordert man von mir noch 55€ Zinsen. Das alles kann ich nicht verstehen.

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Bitte wenden Sie sich direkt an Ihr Finanzamt um die Differenzen zu klären.

  • Kristian sagt:

    Ich bin gerade dabei gewesen meine Steuererklärung für 2017 vorzubereiten und nun habe ich festgestellt, dass ich für die Steuererklärung des Jahres 2014 meine Kapitalerträge nicht angegeben habe, was mir wiederum eine wesentlich höhere Erstattung gebracht hätte. Die Steuerbescheinigung der Bank war leider aufgrund mehrerer Umzüge verschwunden und ist nun erst aufgetaucht. Die Erklärung für 2014 hatte ich 2017 abgegeben.
    Besteht eine reelle Chance dies noch nachträglich zu ändern?

  • Jennifer Dittmann Jennifer Dittmann sagt:

    Hallo,

    wenn der Bescheid bereits bestandskräftig ist, kannst Du diesen in der Regel nicht mehr ändern.

  • M. D. sagt:

    Hallo, ich hätte eine Frage zu folgendem Fall:

    In unserem Lohnsteuerbescheid von 2016 haben wir vergessen die Anlage K für unsere Tochter mit einzureichen und somit wurde uns der Kinderfreibetrag (wäre für uns deutlich günstiger als das Kindergeld) nicht berücksichtigt. Dummerweise ist mir das erst nach der Einspruchsfrist aufgefallen.
    Daraufhin habe ich die Anlage K nachgereicht und um Anpassung des Bescheids gebeten, was vom Finanzamt abgelehnt wurde (wurde auch als Einspruch gewertet, obwohl formlos eingereicht).
    Kurz darauf wurde von einem anderen Finanzamt eine Beteiligung meiner Frau an unser Finanzamt übermittelt, so dass ein neuer Bescheid für 2016 ausgestellt wurde, welcher dann auch die von mir nachgereichte Anlage K berücksichtigte. Soweit für uns eigentlich alles gut.
    Da es aber noch einen Fehler mit der Beteiligung gab musste noch ein dritter Bescheid ausgestellt werden, aus welchem nun die Anlage K wieder gestrichen wurde. Der Sachbearbeiter meinte dazu, dass das Einfügen der Anlage K im zweiten Bescheid nicht zulässig gewesen wäre und er diese daher wieder entfernt hat.
    Haben wir nun in irgendeiner Form die Möglichkeit einen neuen Einspruch einzulegen bzw. darf der Sachbearbeiter den Bescheid einfach nach Belieben ändern ohne dass uns das gleiche Recht zusteht?

    Ich hoffe ich konnte den Fall halbwegs verständlich darstellen.

    Grüße

  • Jennifer Dittmann Jennifer Dittmann sagt:

    Hallo,

    Sie können in der Einspruchsfrist einen Einspruch einlegen. Der Sachbearbeiter muss sich an die Rechtslage halten.

  • Zvonko sagt:

    Guten Morgen,

    ich bin zur Zeit arbeitssuchend und klage aktuell auf Wiedereinstellung, da ich letztes Jahr eine Kündigung meines Arbeitgebers erhalten hatte und somit nur 6 Monate beschäftigt war. Die Aussichten sind sehr gut, dass ich mindestens für weitere 3 Monate meine Lohn und eine hohe Abfindung erhalten werde.
    Jetzt wollte ich meine Steuererklärung machen und frage ich ob es Sinn macht, die Steuererklärung gleich zu machen oder auf das Urteil in ein paar Monaten zu warten. Durch ein positives Urteil wären die Einkünfte und die Steuerlast deutlich höher, aber auch die Rückzahlungen würden sich erhöhen, da momentan die Werbungskosten und sonstigen Aufwendungen (z.B. Anwaltskosten) die bereits gezahlte Steuer deutlich übersteigen und sich so positiv auswirken würden.
    Sollte ich mit der Steuererklärung abwarten oder kann ich diese aufgrund neuer Berechnungen nachträglich ändern lassen?

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Guten Tag,
    eine Lohn(nach)zahlung im Jahr 2018 verändert die Steuer im Jahr 2017 nicht mehr.
    Da zählt der Auszahlungszeitpunkt.

  • Friedrich Becker sagt:

    Am 13.04.2015 wurde mein ESt-Bescheid von 2011 bei den Einkünften aus Gewerbebetrieb (Victory TV Filmproduktion ) mit einem Verlust von 2.780,00 berücksichtigt.
    Am 27.04-2018 erhalte ich einen geänderten ESt-Bescheid 2011 in dem der o.a. Verlust widerrufen wird. Ist das zulässig?

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Guten Tag Herr Becker,

    in bestimmten Konstellationen ist dies zulässig. Dies lässt sich für uns jedoch nicht für einen Einzelfall beurteilen.

  • C.K. sagt:

    Hallo,
    ich gehe seit vielen Jahren einer freiberuflichen Nebentätigkeit nach, und habe aber aufgrund eines Umzuges seit zwei Jahren recht hohe Fahrtkosten. Die Kosten können momentan nicht durch den Gewinn gedeckt werden und diese Verluste konnte ich in der Steuererklärung für 2016 geltend machen. Auch letztes Jahr sind mir Verluste entstanden, die ich gerne in der Steuererklärung 2017 angeben würde. Nun habe ich aber gelesen, dass mir das Finanzamt bei andauerndem Verlustgeschäft Liebhaberei vorwerfen kann und die Ausgaben nicht anerkennt. Das Problem daran für mich: Angeblich könnten mir die Verluste des vorangegangenen Jahres ebenfalls nachträglich wieder aberkannt werden und ich müsste plötzlich alles wieder zurückzahlen? Scheinbar ist ein Steuerbescheid bei Selbstständigen nie vollends bestandskräftig?
    Ich bin jetzt sehr besorgt überhaupt meine Ausgaben anzugeben…

  • ana sagt:

    Ich habe erste mal die Anlage V ausgefüllt. Habe Bescheid gerade bekommen. Leider habe ein Fehler gemacht, die Grundbucheintragung kosten habe ich als Geldbeschaffungskosten und auch bei Anschaffungsnebenkosten eingetippt.
    Finanzamt hat die summe als Geldbeschaffungskosten abgelehnt. Könnte ich noch eine Änderung beantragen? Dass man diese Summe 606 Euro als Gelbeschaffungskosten anerkannt wird und von Anschaffungskosten ausgenommen wird?

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Guten Morgen,

    die Anschaffungs- und Herstellungskosten setzen sich unter anderem aus Kaufpreis nach dem Kaufvertrag bzw. Baukosten sowie den Anschaffungsnebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Grundbuchkosten, Beurkundungskosten für einen
    Notar, Maklerprovision zusammen.

    Die Anschaffungs- und Herstellungskosten sind Grundlage für die Abschreibungen.

    http://www.kann-man-das-absetzen.de/hauskauf/

  • Nancy sagt:

    Hallo!

    Ich sitze gerade an der Steuererklärung für 2017. Bei Eintragung des Insolvenzgeldes (lt. Leistungsnachweis 2017 der Bundesagentur für Arbeit für den Leistungszeitraum 01.10.2016-31.12.2016) ist mir aufgefallen, dass ich in der Erklärung für 2016 bereits den den „vollen“ festgesetzen Anspruch (also auch inkl. der „Summe aller Abzüge“) anstelle des jetzt bescheinigten Auszahlungsbetrages eingetragen habe. Demnach habe ich viel zu viel als Insolvenzgeld angegeben und dann auch noch in der falschen Steuererklärung.
    Der Bescheid 2016 ist schon bestandskräftig. Kann ich aufgrund dieser neuen „Tatsache“ nach § 173 AO noch eine Änderung des ESt-Bescheid 2016 beantragen?

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Bemühungen

  • Jennifer Dittmann Jennifer Dittmann sagt:

    Hallo,

    die Eintragung in der Steuererklärung 2016 war korrekt, da der Leistungszeitraum in 2016 lag. Es muss auch immer der Bruttobetrag also ohne Abzüge in der Steuererklärung angegeben werden und nicht der Auszahlungsbetrag.

  • R. B. sagt:

    Ich habe eine Frage zur Festsetzungsfrist. Wenn ein Beamter sich in 2017 Rentenversicherungsbeiträge aus früheren Jahren zurückzahlen lässt, und diese in 2017 nicht mit anderen Sonderausgaben verrechnet werden können, können diese RV-Beiträge im Jahr der Entstehung zurückgerechnet werden. Bedeutet das, dass das Finanzamt tatsächlich zurück bis nach 1947 Steuerbescheide wieder aufheben kann um das Ganze verrechnen zu können?
    Anmerkung: ursprüngliche Erklärung war Antragsveranlagung ohne Vorb.d. Nachpr. etc. Dann beträgt die Festsetzungsfrist doch 4 Jahre, beginnend mit Ablauf des Steuerjahres (EStE wurde auch jeweils im Folgejahr eingereicht).

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Generell beträgt die Festsetzungsverjährung 4 Jahre ab Entstehung der Steuer bzw mit Ablauf des KJ der Einreichung der Steuererklärung.
    Diese Frist verlängert sich bei Steuerverkürzung auf 5 und bei Steuerhinterziehung auf 10 Jahre.

  • Marlies Adelmann sagt:

    Hallo,
    wo finde ich den Reiter um die auszahlung der Riesterrente einzutaragen ?

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Guten Tag,

    Sie finden den Bereich bei Ihren Renteneinkünften unter „Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen und der betrieblichen Altersversorgung (Anlage R Zeile 31-51)“.

  • Ramona Stöcker sagt:

    Hallo Zusammen,

    ich habe eine Frage, ich habe über die letzten Jahr hinweg immer eine Steuererklärung gemacht, da ich als Student oder im Praktikum immer ein paar Steuern gezahlt hatte, die aber noch in den Steuerfreibetrag fielen. Leider war mir nicht bewusst, dass ich in den Jahren bereits die Kosten für mein Studium ansetzen hätte können. Ich dachte das kann ich erst, wenn ich mit dem Studium fertig bin und muss dann im ersten Arbeitsjahr alles auf einmal angeben. Nun habe ich von einer entfernten Bekannten erfahren, das ich das schon während dem Studium hätte ansetzen müssen und sie nicht weiß, ob ich das nachträglich tun kann. Ich habe hier gelesen, dass es die Möglichkeit gibt, wenn es kein grobes Verschulden war (zählt meine Unwissenheit hierzu?) dass ich meine Kosten nachträglich geltend machen kann (Auslandssemester, Auslandspraktikum, Praktikum im Inland etc. ). Wie muss ich vorgehen, um das rückwirkend möglich zu machen?

    Vielen herzlichen Dank und Beste Grüße
    Ramona

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Hallo,

    generell kannst du 4 Jahre zurück abgeben, also im Moment 2014-2017.
    Mit Ausnahmeregelung geht es 7 Jahre zurück. smartsteuer hat die Jahre 2014-2017 im Angebot.

  • Ramona Stöcker sagt:

    Und das geht, auch wenn ich für die Jahre davor schon eine Steuererklärung abgegeben habe, aber nicht wusste, dass ich die Kosten hier schon berücksichtigen hätte können/sollen!?

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Ein bereits ergangener Bescheid (also nach einer abgegebenen Steuererklärung) kann nur innerhalb der Einspruchfrist noch geändert werden. Diese beträgt einen Monat
    nach Bekanntgabe des Bescheides.

  • S.K. sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    der Sachverhalt ist wie folgt:
    2 Parteien haben über einen Makler mit eigener Formierung ein Grundstück von einer Privatperson gekauft. Dieser Makler ist freier Mitarbeiter bei einer Fertighausbaufirma, bei der beide Parteien bauen.
    Nun wurde die Grunderwerbssteuer bei einer Partei nur auf das Grundstück berechnet und bei der anderen Partei auf Grundstück und Neubau.
    Kann es passieren, dass der Steuerbescheid von der ersten Partei (Steuerbescheid ist rechtskräftig) ins Negative abgeändert wird, wenn man diesen im Einspruch erwähnt?

    Mit freundlichen Grüßen

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Guten Morgen,

    bitte haben Sie Verständnis, dass wir keine individuelle Beratung leisten können. Wir empfehlen Ihnen unseren passenden Lexikonartikel über die Aufhebung und Änderung von (auch bestandskräftigen) Steuerbescheiden: https://www.smartsteuer.de/online/lexikon/a/aufhebung-und-aenderung-von-steuerbescheiden-lexikon-des-steuerrechts/

  • F.W. sagt:

    Hallo,
    bei den letzten Steuererklärungen wurde eine doppelte Haushaltsführung anerkannt. Nach dem ich umgezogen bin und bei einem anderen Finanzamt für 2016 die Steuererklärung mache, wird die doppelte Haushaltsführung neuüberprüft.
    Sollte man hier zu dem Ergebnis kommen, dass eine solche nicht gegeben ist, muss ich dann eine erneute Prüfung der anderen Bescheide und im schlimmsten Fall eine Änderung der alten Bescheide zu meinen Ungunsten befürchten?
    Oder ist eine solche Änderung durch das vorherige Finanzamt nicht mehr möglich oder nicht üblich?

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Hallo,
    eine pauschale Antwort ist hier nicht möglich. In den meisten Fällen ist jedoch nichts zu befürchten.

  • Ukley, Karl-Heinz sagt:

    Meine Tochter + Schwiegersohn haben bei Ausstellung ihrer ESt 2012-2014 durch den Steuerberater leider viele Aufwendungen (Fahrtkosten zu den Ärzten, Rezeptkosten, Schulbücher etc.) nicht in Anzug gebracht, weil sie es gar nicht wussten, dass man solche Aufwendungen als Ausßerordentliche Belastungen absetzen kann. Nun hat ja auf der Basis des BFH-Urteils vom 19.01.2017 eine geänderte Berechnung der zumutbaren Beastung gegeben.
    Meine Frage ist: Kann ich noch für die Jahre 2012-2014 zusätzliche Aufwendungen (einige Rechnungen haben sie eingereicht) beim Finanzamt
    geltend machen? Das Finanzamt lehnt es bishier ab. Ich haben schon zweimal
    Einspruch eingelegt und sie wollen jetzt unbedingt, dass ich meinen Einspruch
    zurück ziehe.
    Können sie mir eine konkrete Antwort geben?

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Das Urteil befasst sich mit der Berechnungsart der zumutbaren Belastung. Diese werden nun stufenweise berechnet, was zu höheren außergewöhnlchen Belastungenund höheren Steuererstattungen führen kann.
    Der Ansatz von Schulbüchern als außergewöhnliche Belastungen ist ausgeschlossen, da diese Aufwendungen nicht außergewöhnlich sind.


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