26.11.2016 · smart leben ·

Überraschende Weihnachtsausgaben? Wie Sie besser vorbereitet und mit mehr Geld in die Feiertage gehen.

In einem Monat ist schon wieder Weihnachten. Die meisten fangen in diesen Tagen an, sich gezielt um Geschenke zu kümmern. Und wie jedes Jahr kostet das überraschend viel Geld. Wäre es nicht schön, dieses Mal besser vorbereitet in die Weihnachtszeit zu starten? Das geht.

Sie hätten natürlich schon das ganze Jahr Ihr Weihnachtsbudget einplanen können. Aber Sie haben ja noch etwas anderes zu tun. FinGym beschäftigt sich das ganze Jahr mit der Optimierung des Alltagsgelds und Freisetzung von ungenutztem Kapital für mehr Lebensqualität. Mit diesem Hintergrund kommt hier Ihr Last-Minute-Plan für „Weihnachts-Finanzfitness“. Keine Sorge, das wird keine radikale Vorweihnachts-Diät. Wir sind überzeugt davon, dass man ohne spürbaren Verzicht Geld freisetzen kann. Und wir haben ein paar Tipps, wie Sie beim Kaufen weniger ausgeben. Los geht’s!

Wie viel brauchen Sie?

Beginnen wir mit Ihrem Bedarf. Die Deutschen geben im Schnitt pro Person rund 250 € für Weihnachtsgeschenke aus. Denken Sie mal darüber nach, was Sie in den letzten Jahren in etwa verschenkt haben und nehmen Sie der Einfachheit halber die gleiche Größenordnung an. Das ist Ihr Weihnachtsbudget. Was davon haben Sie schon frei verfügbar? Was fehlt noch? Letzteres ist unser Auftrag für die nächsten 4 Wochen.

Effiziente Optimierungen

Es ist nicht schwer, Ihr Alltagsgeld übers Jahr gezielt zu optimieren. Für schnelle Ergebnisse müssen wir allerdings etwas anders vorgehen und uns auf bestimmte Bereiche zu konzentrieren. Aber keine Sorge, wir kennen da ein paar Tricks.

Schritt 1: Kleine Änderungen in Ihren Gewohnheiten

40% unserer täglichen Handlungen basieren auf Gewohnheiten. Dabei haben Forscher herausgefunden, dass eine Gewohnheit in einem bestimmten Ablauf eingebettet ist. Sie beginnt mit einem festen Auslöser. Das kann eine Tageszeit, ein Ort oder eine Emotion sein. Dieser Auslöser startet die Routine. Sie endet mit einer Belohnung. Machen wir es mal anhand eines Beispiels. Jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit gehe ich am Starbucks (Auslöser = Ort) vorbei bzw. ich gehe dann hinein und kaufe einen Kaffee (Routine). Die Belohnung ist der Koffeinkick am Morgen und ein guter Start in den Tag. Wenn ich darüber nachdenke, dass ich eigentlich nur die Belohnung „wach“ brauche, aber nicht das „Starbucks Gefühl“, kann ich mir genauso gut den Kaffee zuhause oder bei der Arbeit machen.

Ein guter Trick, um Geld freizusetzen geht also so. Überlegen Sie sich, welche Ausgaben jeden Tag aufs Neue auftauchen und hinterfragen Sie genau Ihre Gewohnheitsschleife. Was ist der Auslöser? Was ist die Belohnung? Gibt es eine alternative Routine, die für die gleiche Belohnung sorgt, aber weniger oder gar nichts kostet?

Kaufen Sie bestimmte Dinge immer nach Feierabend ein, um sich nach der harten Arbeit etwas zu gönnen? Ich gehe dann zum Beispiel gern ins Feinkostgeschäft. Aber eigentlich könnte ich auch 30 Minuten auf dem Sofa liegen und meinen Lieblings-Podcast hören und das gleiche Gefühl von „Gönn Dir“ bekommen.

Brauchen Sie die Kippe am Nachmittag für die kleine Pause? Wenn Sie eigentlich eine Pause wollen, suchen Sie sich doch einfach einen 10-Minuten-Gesprächspartner.

Ich bin mir sicher, Sie finden eine Sache, wo Sie die Routine ohne Verlust ersetzen können. Gewohnheiten, die Geld kosten, sind meist im Einzelnen von geringem Gewicht, aber summieren sich schon in 4 Wochen locker auf 50 €. Finden Sie also in den nächsten 3 Tagen mal Ihre Gewohnheiten, welche Routinen (Käufe, Aktivitäten) ersetzbar sind und „finden“ Sie damit Ihre ersten 50 € fürs Weihnachtsbudget.

Schritt 2: Ungenutztes weglassen

Vielen Menschen ist nicht klar, wie viele Verträge Sie eigentlich haben.
Im Schnitt sind es 8 pro Person. Was? Ja! Denken Sie nochmal nach, was alles ein Vertrag ist: Miete, Nebenkosten, Telekommunikation, Sport, Unterhaltung, Versicherung alle Abos usw. Bei FinGym ist es eine wichtige Grundlage sich einen guten Überblick zu verschaffen, um Kontrolle über die eigenen Finanzen zu erlangen und gezielt Geld freisetzen zu können. Bei mir waren das bis vor Kurzem übrigens 15 Verträge und nach der Optimierung sind es jetzt noch zwölf.

Machen Sie heute diese Übung anhand des letzten monatlichen Kontoauszugs. Verträge haben meist monatliche Fixkosten, d.h. sie tauchen jeden Monat mit der gleichen Summe in Ihren Kontoauszügen auf. Es gibt natürlich auch jährliche Posten, aber die sind eher selten und oft nicht von Heute auf Morgen veränderbar. Gerade wenn es schnell gehen soll, schauen wir also nur mal auf die monatlichen Fixkosten. Markieren Sie diese Posten auf dem Kontoauszug. Nun schreiben Sie neben jeden Posten eine Nutzungsquote, d.h. wie intensiv nutzen Sie dieses Produkt, diese Dienstleistung? Achten Sie vor allem darauf, ob sich etwas doppelt. Als ich das gemacht habe, konnte ich drei Verträge als „ungenutzt“ identifizieren. 1) Ich hatte parallel zwei Musik und Hörbücher Streaming Abos mit sehr großen Überschneidungen (da über die letzten drei Jahre die Bibliotheken der Anbieter immer größer geworden sind). Diese Verträge sind meist monatlich kündbar. Ich habe also den für mich passenderen ausgewählt und den anderen mit einem Kostenpunkt von 10 Euro im Monat gekündigt. 2) Ich bin über die Haftpflichtversicherung, die sowohl mein Mann als auch ich gesondert besaßen gestolpert, habe meinen Vertrag gekündigt und seinen erweitert und dabei 35 Euro freigesetzt. 3) Ich habe ein Mini Abo von 2,99 € für Datenspeicherplatz, den ich gar nicht mehr brauche „gefunden“ und endlich abbestellt.

Das sind alles kleine Positionen, die im Monat schon mal locker 30 Euro ausmachen können und übers Jahr verteilt eben 360 Euro.

Übrigens, wenn Sie jetzt über etwas Ungenutztes gestolpert sind, dass Sie nicht zum nächsten Monat kündigen können, setzen Sie trotzdem das Schreiben oder die E-Mail auf und planen Sie das freigesetzte Geld einfach für Ihr Weihnachtsbudget 2017. Die häufigsten ungenutzten Dienstleistungen der Deutschen sind übrigens das Fitnessstudio, kaum gelesene Zeitungen und Zeitschriften sowie Gebühren für Konten und Karten, ohne dass man den Bankberater nutzt.

Schritt 3: Bessere Deals finden

Fangen wir wieder mit dem Thema Geld „freisetzen“ an. Denn erst einmal wollen wir Ihr fehlendes „Weihnachtsgeld“ auffüllen, dann zeige ich Ihnen noch ein paar Tricks, wie Sie es besonders effizient für Ihren Weihnachtseinkauf ausgeben.

Bei FinGym sagen wir als Merkformel immer, jeder Vertrag sollte alle zwei Jahre überprüft werden. Während bei Lebensmitteln, Miete usw. die Preise langsam steigen, fallen sie durch neue Anbieter und Wettbewerb im Markt über längere Zeit z.B. für Telekommunikation, Strom und Gas sowie Versicherungen. Zugegeben, Versicherungen zu wechseln ist nicht immer ratsam, wenn man sich z.B. Rückstellungen aufbaut. Aber ein Stromvertrag ist mit einem Brief gekündigt und kann mehrere hundert Euro im Jahr ausmachen. Ich habe im letzten Jahr von der Standardversorgung auf 100% Ökostrom von einem neuen Anbieter (nicht nur durch Zertifikate sondern durch 100% eigene Ökostrom Produktion) gewechselt und aufs Jahr gerechnet ca. 80 Euro weniger Kosten sowie eine Wechselprämie von 50 Euro erhalten. Nutzen Sie für die Suche nach dem besten Deal Vergleichsportale, aber achten Sie dabei darauf, dass ganz oben oft nicht der beste Anbieter sondern erst einmal Werbung steht.

Endspurt!

In meiner Rechnung habe ich in einem Monat jetzt 5 Optimierungen angeschoben und schon 113 Euro direkt freigesetzt (Routine Veränderung + zwei direkt gekündigte Verträge + direkte Wechselprämie). Kommen wir nun zum Geld ausgeben.

Ich habe einen besonderen Trick für Geschenke, der mich übers ganze Jahr begleitet. Ich nutze eine Merkzettel App auf dem Smartphone mit Unterordnern für alle Mitglieder meiner Familie und die engsten Freunde. Wann immer einer von denen im Gespräch ein „ich wollte schon immer… „ fallen lässt, schreibe ich mir unauffällig diese Idee auf. So mache ich immer die tollsten Geschenke  und ich kann den Kauf auch besser planen. Denn es gibt übers Jahr verteilt immer gute Deals. Aber Glück für Sie falls Sie diesen Trick noch nicht kannten, Sie bekommen jetzt auch kurzfristig noch das ein oder andere Schnäppchen. Zum einen ist gerade die „Black Friday Week“ gestartet. Das hat nichts mit dem „Black Thursday“ vom dem Tag des Börsencrashs in New York im Oktober 1929 zu tun, sondern mit der amerikanischen Shopping Saison nach Thanksgiving. Auch hierzulande springen immer mehr Händler auf den Trend auf, in dieser Zeit Rabatte anzubieten, von denen Sie profitieren können. Während der Black Friday in den USA hauptsächlich in den Geschäften der Einzelhändler stattfindet, werden in Deutschland die meisten Nachlässe online und für Elektronik angeboten. Wenn also Gadgets auf Ihrer Geschenkeliste stehen, nutzen Sie am besten die nächsten Tage für den Einkauf. Aber lassen Sie sich nicht gleich von Lockangeboten verführen. Der Ausgangspreis vor der Reduktion ist manchmal künstlich erhöht, um Ihnen ein Super-Schnäppchen zu verkaufen. Auch hier gilt vergleichen, am besten auf mehreren Plattformen.

Sollten Sie dagegen weiterhin lieber in den Laden gehen, denken Sie daran, dass auch Einzelhändler immer Spielraum im Preis haben. Das bedeutet, Sie können bei fast allen Artikeln handeln, auch wenn das bei uns nicht so üblich ist. Für ein freundliches Fragen werden Sie bestimmt keine bösen Blicke ernten aber vielleicht ein „Ja“.

Zusammenfassung: Weihachten steht vor der Tür und macht sich schon bald in Ihrer Haushaltskasse bemerkbar. Wenn Sie einen Fehlbetrag im Weihnachtsbudget haben und in den nächsten 4 Wochen noch auffüllen wollen, können Sie durch kleine Veränderungen in der täglichen Routine und durch schnelle Optimierungen von Verträgen noch kurzfristig Geld freisetzen. Und nutzen Sie beim Einkaufen die vielen Deals der Händler, die in dieser Saison 20 – 25% Ihres Umsatzes machen.  Schöne Vorweihnachtszeit!

Franziska Luh, Gründerin von FinGym

Franziska Luh, Gründerin von FinGym

FinGym ist die unabhängige Plattform für finanzielle Fitness und macht Sie fit für das Management Ihrer eigenen Finanzen. Durch motivierendes Coaching und einfache Tools. Durch eine Kombination aus Wissen, Verhalten (Routineaufbau) und Motivation (sichtbare Fortschritte und mehr Lebensqualität) will FinGym einen ganz einfachen Zugang schaffen. Gleichzeitig bedient sich die Plattform an der Analogie des Fitness Trainings, da das jeder versteht.

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