27.08.2018 · smart steuern ·

Darum steigt die Kfz-Steuer

Wir von smartsteuer kümmern uns hier im Blog meist um die Einkommensteuer. Logisch, denn da geht es um die jährliche Steuererklärung. Von der Kfz-Steuer wird weniger geschrieben. Da muss schon etwas Besonderes passieren. Und das ist gerade in diesen Tagen der Fall. Denn ab dem 1. September wird die Kfz-Steuer steigen. Warum das so ist und wen es betrifft – Sie erfahren es hier.

Neues Verfahren – Kfz-Steuer steigt

Erinnern Sie sich noch an unseren letzten Artikel zum Thema Kfz-Steuer? Der ist jetzt gute drei Jahre her. Damals stand übrigens eine große Umstellung im Blickpunkt. Denn nicht mehr die örtlichen Finanzämter, sondern die Zollverwaltung übernahm damals das „Eintreiben“ der Steuer. Und es gab jede Menge Ärger.
Worum geht es nun dieses Mal? Kurz gesagt: die Kfz-Steuer wird neu berechnet – und dürfte für die meisten neu zugelassenen Autos ab dem 1. September steigen.
Bevor jetzt gleich der große Shitstorm losgeht: Das betrifft – wie eben geschrieben – nur Autos, die ab diesem Datum neu zugelassen werden. Für alle anderen gilt ein Bestandsschutz. Aber: Es wird bei den meisten Autos so sein, dass die Steuer für ein ab dem 1. September zugelassenes Modell höher sein wird als das identische zuvor.

Was passiert da genau?

Die Kfz-Steuer hat einen Sockelbetrag, der sich nach dem Hubraum berechnet. Hinzu kommt die Steuer auf den Schadstoffausstoß. Je Gramm Kohlendioxid pro Kilometer werden 2 Euro fällig, aber erst ab 95 Gramm. Das ändert sich nicht. Es ändert sich „nur“ die Berechnungsgrundlage für den CO2-Ausstoß. Das bisherige Abgas-Messverfahren NEFZ („Neuer Europäischer FahrZyklus“) wird abgelöst vom WLTP. Und wenn Sie schon über den ersten Begriff lachen mussten, dann halten Sie sich besser gut fest. Denn WLTP steht für „Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure“. Ganz grob gesagt soll WLTP die Realität auf der Straße besser abbilden als NEFZ. Höheres Maximaltempo, längerer Testzyklus und realistische Beschleunigung zeichnen das neue Verfahren aus. Das alles bedeutet aber, dass der CO2-Ausstoß in der Regel größer ist. Es werden also in der Theorie meist mehr Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft geblasen. Und deshalb steigt die Kfz-Steuer.

Von welchen Beträgen reden wir?

In den Medien sind schon Steigerungen von mehreren 100 Prozent genannt worden. Die Autobild nannte das Beispiel eines VW Polo 1.0 TSI BlueMotion. Hier würde die Steuer von 26 auf 102 Euro steigen. Die Autozeitung prognostiziert für einen Smart Fortwo 0.9 Cabrio mit 90 PS einen Anstieg von 22 auf 106 Euro. Schaut man sich die vielen Beispiele an, wird klar: Gerade die eher kleinen Autos haben die größten Steigerungsprozente. Wer einen dicken Schlitten mit viel Hubraum fährt,  wird von der Erhöhung nicht so viel mitbekommen – zumindest in Prozenten.
Die Erhöhung in absoluten Zahlen dürfte sich zwischen 30 und 90 Euro bewegen – pro Jahr natürlich.

Was macht die Regierung?

Es scheint klar zu sein, dass es höhere Einnahmen bei der Kfz-Steuer geben wird. Könnte man dann nicht einfach umschichten – und zum Beispiel den „Freibetrag“ von 95 Gramm auf etwa 100 Gramm hochsetzen – oder statt 2 Euro pro Gramm etwas weniger nehmen? Im Bundesfinanzministerium will man davon nichts wissen. Tarifänderungen sind nicht vorgesehen. Allerdings sollen die Auswirkungen nach 12 Monaten geprüft werden – vielleicht passiert dann ja was.

Was bedeutet das konkret für mich?
Wenn Sie ab dem 1. September einen Neuwagen kaufen und zulassen, müssen Sie in der Regel mit einer höheren Kfz-Steuer rechnen als bisher. Vor dem Stichtag gekaufte Autos werden weiterhin nach den alten Sätzen besteuert.  

Stefan Heine Geschrieben von:

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