13.09.2022 · smart steuern ·
Lesezeit: 3 Min.

Steuerliche Freibeträge fürs Aktiensparen? Dieses Gesetz will unser Sparverhalten ändern

Wer im eigenen Bekanntenkreis herumfragt, wird beim Thema Aktien immer noch vermehrt auf Unwissen stoßen. Vielleicht haben Sie sich selbst auch noch nicht intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt? Das ist gerade in Deutschland keine Seltenheit. Denn die Investition in Wertpapiere ist noch lange nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Und das zeigt sich auch deutlich am schwachen Kapitalmarkt. Ein neues Gesetz soll das jetzt ändern – mit einem steuerlichen Vorteil für Privatanlegerinnen und -anleger! So will die Politik neue Anreize schaffen, um Geld an der Börse anzulegen und mit Aktien zu sparen.

Moment, was hat der Kapitalmarkt mit meinen Steuererleichterungen zu tun?

Genau das fragen Sie sich jetzt vielleicht. Deshalb möchte ich hier einen klitzekleinen Exkurs machen und erklären, was dieser Kapitalmarkt überhaupt ist. Bundesfinanzminister Christian Lindner sagte, er wolle „[…] den Kapitalmarkt in Deutschland attraktiver machen“. Das ist auch wichtig, denn wir hinken im internationalen Vergleich ganz schön hinterher. Und über den Kapitalmarkt wird – wie der Name schon sagt – Kapital für Firmen, Start-ups und Privatpersonen erzeugt. Klar ist: Ohne Kapital läuft es auch in der Wirtschaft nicht rund.

Das „Kapital“ ist dabei als passive Wertform definiert – also besonders Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder Fondsanteile. Besitzen Sie Aktien? Dann sind Sie Kapitalgeber oder Kapitalgeberin für eine Aktiengesellschaft auf dem Marktplatz, der sich Kapitalmarkt nennt. Und Sie beteiligen sich gleichzeitig am Gewinn des Unternehmens. Deshalb ist es vor allem für Start-ups wichtig, schnell am Kapitalmarkt teilzunehmen. Denn sie brauchen das Geld, um z.B. mit der Produktion beginnen zu können. Vorausgesetzt natürlich, genug Kapitalgeberinnen und -geber glauben an den Erfolg und kaufen Aktien.

Um für genug Kapital am Kapitalmarkt zu sorgen, braucht es also nicht nur Firmen, sondern vor allem auch ganz viele Privatanlegende. Und damit die sich trauen, aktiv zu werden, will die Regierung jetzt tolle Angebote schaffen: Steuererleichterungen!

Deutschland soll attraktiver werden – für Firmen und Sparende

Na, merken Sie schon, wo der Geld-Hase im Pfeffer liegt? Genau: Ist der Kapitalmarkt schwach, dann schadet das also auch unserer Wirtschaft. Deshalb sollen neue Anreize jetzt für mehr Zulauf sorgen. Noch im Herbst 2022 möchte die Politik das „Zukunftsfinanzierungsgesetz“ absegnen. Dazu gibt es auch weitere steuerliche Vorteile, um Risikoscheue zum Anlegen zu überreden.

Eine vorgeschlagene Änderung ist die Erhöhung des Sparerpauschbetrags. Das ist der Freibetrag für Gewinne aus dem Verkauf von Aktien, Fonds, Zinsen und anderen Kapitalgeschäften. Momentan sind 801 € für Singles und 1.602 € für Verheiratete frei. Das möchte die Bundesregierung auf 1.000 € bzw. 2.000 € erhöhen. Die genaue Summe wird aber erst bei der Ausarbeitung des Gesetzesentwurfs festgelegt.

Auch die Beteiligung von Mitarbeitenden am Kapital der Firma könnte mit dem neuen Gesetz noch besser werden. Zurzeit dürfen Firmen ihre Angestellten neben dem normalen Gehalt mit bis zu 1.440 € an Kapitalanteilen beteiligen – ohne zusätzliche Steuerabgaben. Die Neuregelung würde diese Steuergrenze dann auf bis zu 5.000 € anheben. Das ist durchaus ein großer Schritt.

Aktiensparen als Alternative zum Sparbuch

Die Inflation knabbert eindeutig am Sparbuch und frisst nach und nach unser Erspartes. Deshalb suche ich persönlich gerade nach einer anderen Möglichkeit, mein Geld anzulegen. Wenn es Ihnen auch so geht, dann sind Sie bestimmt schon über Aktien und ETF gestolpert. Und mit dem neuen „Zukunftsfinanzierungsgesetz“ klingen die noch verlockender als bisher.

Aber Achtung: Wer schnell zu viel will, kann sich auch verschätzen. Beim Aktiensparen lohnt es sich, langfristig zu denken. Gerade große ETF schneiden in der Regel bei einem Sparzeitraum von mehr als 10 Jahren ganz gut ab. Und natürlich gilt bei allen Finanzthemen wie immer: Wer sich informiert, profitiert! Lesen Sie daher auch diese Artikel zu Geldanlage, Vorsorge und Aktien:

Was bedeutet das konkret für mich?

Von dem neuen Gesetz zur Stärkung des Kapitalmarktes in Deutschland können auch Privatanlegerinnen und -anleger profitieren. Wie das genau aussieht, wird jetzt im Herbst erarbeitet. Generell ist es in Zeiten der Inflation aber wichtig, sich über verschiedene Anlageformen zu informieren. Und auch immer die entsprechenden Steuern im Blick zu haben. Wer vergisst, Kapitalvermögen zu versteuern, macht sonst vielleicht alle Einnahmen wieder zunichte. Mit der Steuererklärung von smartsteuer haben Sie übrigens auch die sogenannte Anlage KAP für Kapitalvermögen ganz einfach im Blick.

Geschrieben von:
Mandy Pank Mandy ist im Marketing tätig und immer darauf bedacht steuerliche Themen so einfach wie möglich aufzubereiten. Dabei hilft ihr natürlich auch ihr Hintergrund als Steuerfachangestellte. Sie versetzt sich gerne in die Lage der Kunden, um herauszufinden, wo der Schuh drückt. Doch auch für ihre Kollegen hat sie immer ein offenes Ohr und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
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