Umzug wegen doppelter Haushaltsführung

Abziehbar sind die tatsächlichen Fahrtkosten für die „erste Fahrt“ anlässlich des Wohnungswechsels (ohne Nachweis = 0,30 € pro Kilometer), für wöchentliche Familienheimfahrten (hier bei Pkw nur mit der Entfernungspauschale; bei Flugstrecken werden die tatsächlichen Aufwendungen in angemessenem Umfang angesetzt), Miete und Renovierung der Zweitwohnung, Umzugskosten sowie Verpflegungsmehraufwendungen für drei Monate. Machen Sie auch Fahrtkosten für die Wohnungssuche geltend.

Für die Umzugskosten gilt: Neben den reinen Beförderungskosten durch ein Umzugsunternehmen gehören auch die Miete für einen Miet-Lkw, die Kosten für Umzugshelfer (mindestens die Verpflegungs- und Fahrtkostenerstattung), eigene Reisekosten, doppelte Mietzahlungen, Maklergebühren, Nachhilfeunterricht für Ihre Kinder und „sonstige Umzugskosten“ dazu. Sonstige Umzugskosten sind unter anderem die nachzuweisenden Kosten für Inserate, den Umbau von Öfen und Herden, das Anpassen von Vorhängen, Telefonkosten und Ummeldegebühren. Pauschalen gibt es hierfür allerdings nicht.

Tipp: Verlegt der Arbeitnehmer seinen Lebensmittelpunkt aus privaten Gründen vom Beschäftigungsort weg und begründet er damit eine doppelte Haushaltsführung („Wegverlagerungsfall“), kann er die Umzugskosten für die Wegverlegung des Erstwohnsitzes allerdings nicht steuerlich abziehen!

Die Finanzverwaltung hält darüber hinaus – dank umfangreicher gesetzlicher Änderungen – auch für „private“ Umzüge, für die ein Werbungskostenabzug nicht möglich ist, einen Steuerbonus parat: Die von einem Umzugsunternehmen durchgeführten Umzüge für Privatpersonen gehören zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Für diese Aufwendungen wird eine Steuerermäßigung von 20 % der Lohnkosten (einschließlich Umsatzsteuer) von der tariflichen Einkommensteuer abgezogen; der Steuerbonus beträgt maximal 4.000 € pro Jahr. Wichtig ist, dass die Umzugsfirma eine Rechnung ausstellt und diese nicht bar, sondern per Überweisung oder EC-Cash bezahlt wird. Kosten, die von „Freundschaftsdiensten“ herrühren, bleiben allerdings unberücksichtigt.


Fundstelle: § 9 Abs. 1 Nr. 5 EStG, BMF-Schreiben v. 15.2.2010 - IV C 4 - S 2296 b/07/0003
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