01.07.2015 · smart steuern ·

Ich war jung und brauchte das Geld – alles über Schüler-Ferienjobs (Serie, Teil 24)

Schuften, während die Freunde allein oder mit ihren Eltern durch die Weltgeschichte reisen oder es sich einfach im Freibad gut gehen lassen. Aber: Das Geld ist schließlich auch nicht zu verachten. Ganz klar, es gibt schönere Beschäftigungen als einen Ferienjob im Sommer. Doch wer darf eigentlich in den Ferien arbeiten? Was gilt es für Schüler zu beachten, auch versicherungs- und natürlich steuertechnisch? Die Antworten gibt es hier.

Jugendschutz greift abhängig vom Alter

Eltern kennen vielleicht den naseweisen Spruch ihres Sprösslings, der das geforderte Einräumen des Geschirrspülers mit dem Satz „Kinderarbeit ist verboten!“ ablehnt. Aber im Ernst: Tatsächlich legt das „Gesetz zum Schutz der arbeitenden Jugend“ deutlich fest, wer in welchem Alter wie viel arbeiten darf.

  • Generell gilt: Kinder unter 13 Jahren dürfen gar nicht arbeiten. Ausnahme: Teilnahme an Musik- und Theateraufführungen oder an Film- beziehungsweise Fotoaufnahmen.
  • Während der Schulzeit dürfen Schüler ab 13 Jahren nach dem Unterricht für zwei bis drei Stunden leichten Tätigkeiten, etwa dem Austragen von Zeitschriften, nachgehen, aber nicht am Wochenende.
  • Zusätzlich dürfen Schüler zwischen 15 und 18 Jahren maximal vier Wochen (20 Arbeitstage á acht Stunden) im Jahr einem Ferienjob haben. Mit klaren Restriktionen: keine Nachtarbeit, keine Wochenendarbeit, keine – in jeder Hinsicht – zu schwere Arbeit. Seltene Ausnahmen sind auch hier möglich.
  • Wer schon über 18 ist, darf maximal zwei Monate am Stück oder 50 Tage im Kalenderjahr arbeiten – und das auch sozialversicherungsfrei.

Steuern und Versicherungen für Schüler – gar nicht soo kompliziert

Den Punkt mit den Sozial-Versicherungen habe ich eben ja schon angerissen. Ferienjobs sind für Schüler in der Regel sozialversicherungsfrei. Ausnahme: Wer über 18 ist und mehr als 50 Tage im Kalenderjahr arbeitet, muss Beiträge zu Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zahlen.

Und die Steuern? Nun, Arbeitslohn muss prinzipiell versteuert werden. Bevor Sie jetzt gleich los poltern: Alles halb so schlimm. Wer als Schüler auf „Steuerkarte“ arbeitet (die Gänsefüßchen, weil es die heute nur noch elektronisch gibt), kann in der Steuerklasse I bis rund 950 Euro im Monat verdienen, steuerfrei. Wenn es mehr werden sollte – und tatsächlich Steuern vom Lohn abgezogen worden sind: Dieser Betrag lässt sich im nächsten Jahr mit der Steuererklärung in der Regel komplett zurückholen. Das geht mit unserer Online-Lösung smartsteuer übrigens besonders einfach und schnell.
Eine Alternative ist der Minijob. Der darf im Monat nicht mehr als 450 Euro einbringen. In diesem Fall muss der Arbeitgeber aber pauschal zwei Prozent des Lohnes als Lohnsteuer abführen.
Zusätzliche Informationen, vor allem für Studenten, finden Sie in diesem Blogbeitrag.

Bleibt mir nur noch, die Daumen für die Jobsuche zu drücken! Mein Tipp: Obst pflücken im Alten Land. Hat mir ein gutes Taschengeld eingebracht und eine Menge Spaß.

Zusammenfassung: Kinder dürfen ab 13 Jahren stundenweise arbeiten, für einen richtigen Ferienjob müssen Schüler aber 15 Jahre alt sein. Sozialabgaben werden in der Regel nicht fällig, eventuelle anfallende Lohnsteuer lässt sich im Folgejahr zurückholen.

 

Zum vorherigen Teil der Serie:
Hurra, Hurra, der Steuerbescheid ist da (Serie Teil 23)

Theresa Voigt Geschrieben von:

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Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Jonathan sagt:

    Ich für meinen Teil finde es wirklich mies, dass ich nur 20 Tage im Jahr arbeiten darf. Mein eigenes Geld zu verdienen hat mich schon häufig neidisch werden lassen, wenn meine Brüder neuen Teilzeitjobs oder Saisonstellen angefangen haben. Der eine hat sogar studiert und hat jetzt eine Kaderstelle in der Schweiz und verdient hier richtig Geld. Ich finde, dass man hier das Gesetz nicht so hart auslegen sollte. Ob ich nun mit 17 eine Lehrstelle mit 40 Stunden Woche habe, oder in den Ferien arbeite, macht für mich keinen Unterschied.

  • Avatar Andreas Wagner sagt:

    Vielen Dank für Deinen Kommentar.

    In dem Artikel steht ja, dass es Besonderheiten geben kann. Eventuell treffen diese ja auf Dich zu. Informier Dich doch noch einmal.


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