14.07.2016 · smart leben ·

Urlaubszeit! Das gehört in die Reiseapotheke

Aloha, meine sonnenhungrigen Steuerfreunde! Wie heißt es so schön: Urlaubszeit ist die schönste Zeit – vor allem, wenn man für ein bis zwei Wochen mal richtig abschalten, in entlegene Gefilde schippern und die schönsten Fleckchen der Welt bereisen kann. Klar haben wir auch hierzulande ein paar flotte Örtchen, Strände und Berghotels, doch wird man vom deutschen Sommer mal wieder am laufenden Band verschaukelt, bleibt meist kaum was anderes übrig als die Flucht. Dorthin, wo schon morgens die Wellen rauschen, der Sand glüht wie nix Gutes und man nicht mehr braucht zum perfekten Glück als ein fesselndes Buch, ein immer volles Glas in der Hand und jemanden, der einen zuverlässig jede halbe Stunde vom Bauch auf den Rücken dreht. Hach. Doch hoppla, fehlt da nicht was?

Auch wenn es noch so paradiesisch klingt, gegen einige irdische Probleme ist auch im Traumurlaub leider niemand gefeit. Infektionen, Blessuren und andere unschöne Souvenirs lauern je nach Reiseziel an jeder Ecke. So hatte laut einer Studie der DAK- Krankenkasse beispielsweise jeder zehnte Sommerurlauber im Jahr 2013 mit einer Erkrankung zu kämpfen und musste so zwangsläufig Badebucht gegen Bett eintauschen. Die Spitzenplätze der häufigsten Urlaubserkrankungen belegen dabei laut ERV-Reiseversicherung Magen-Darm-Infekte, Erkältungen, Lebensmittelvergiftungen, Knochenverletzungen oder Wunden, allergische Reaktionen, Insektenstiche und sonnenbedingte Schäden.

Der Klassiker: Krank im Urlaub

Doch nicht für alle diese unschönen Ferienüberraschungen sind die Bedingungen am Urlaubsort verantwortlich zu machen. Besonders Menschen, die im Alltag mit Stress zu kämpfen haben, in den letzten Wochen vor der Abfahrt noch ordentlich was wegschaffen und so mit einer erhöhten Belastung zurechtkommen müssen, werden pünktlich zum Ferienstart krank. Warum? Weil das Immunsystem die aufkeimende Infektion so lange ignoriert, wie es eben Wichtigeres zu tun gibt. Sobald der äußere Druck dann abfällt, bricht die Erkrankung aus und der Urlaub ist zumindest teilweise im Eimer. Seid ihr vielleicht auch typische Betroffene der sogenannten „Leisure Sickness“? Dann werft doch mal einen Blick in meine Anti-Stress-Tipps für den Alltag – mit der richtigen Einstellung und ausreichend Entspannung zwischendurch lässt sich diesem blöden Ferien-Problem nämlich am allerbesten vorbeugen. Einen Vorteil hat die chronische Urlaubs-Krankheit allerdings: Wer schon im Voraus relativ sicher damit rechnet, während der Reise ein paar Tage flachzuliegen, kann in Sachen Medizin optimal vorsorgen. Ein klarer Vorteil gegenüber dem, der am Hotel-Pool plötzlich von Grippe, Schnupfen, Magenverstimmungen oder sonstigen Nervereien übermannt wird.

Tipps für die Reiseapotheke

Ob nun typischer „Leisure Sickness“-Kandidat oder nicht, Fakt ist: Eine ordentliche Reiseapotheke kann einem im Urlaub so manche Strapazen ersparen – sie verkürzen oder so erträglich gestalten, dass man nicht gleich das komplette Programm abblasen muss. Und auch, wenn wohl jeder beim sechswöchigen Backpacking durch Thailand gern auf jedes überflüssige Gramm Gepäck verzichten möchte, gehört eine gewissenhaft gefüllte SOS-Box deshalb unbedingt in jeden Koffer oder Reiserucksack. Zwar gibt es natürlich im Zweifel auch am Zielort Medikamente zu kaufen, hier ist aber zusätzlich zum Preis auch der Qualitätsstandard oft niedriger und besonders außerhalb Europas gerät man leicht an gefälschte Mittelchen. Wollt ihr also auf Nummer sicher gehen, stattet auf jeden Fall rechtzeitig der heimischen Stamm-Apotheke einen Besuch ab und entscheidet euch bei verschiedenen Herstellern immer für ein Produkt, das ihr schon in der Vergangenheit gut vertragen habt. Bereits vorhandene Arzneien solltet ihr noch einmal auf ihr Verfallsdatum und die maximale Lagertemperatur überprüfen – in der Apotheke kann man euch gegebenenfalls ein Alternativprodukt empfehlen. Alles klar soweit? Dann mal ran an die Packliste!

Die Checkliste

  1. Arzneimittel

Digitales Fieberthermometer; Schmerztabletten mit fiebersenkender Wirkung; Sodbrennen-Blocker; Medikamente gegen (Reise-)Übelkeit, Verstopfung und Durchfall; Elektrolyt-Pulver zum Ausgleich bei starkem Durchfall; Abschwellendes Nasenspray; Augentropfen; Ohrentropfen; Lutschtabletten gegen Halsschmerzen; Husten- und Schleimlöser; Individuelle Medikation für chronische Krankheiten oder Allergien (Wechselwirkung mit anderen Medikamenten beachten!)

  1. Sonnen- und Insektenschutz

Sonnenschutzmittel mit ausreichendem UV-Filter; Gesichtscreme mit UV-Schutz; ggf. Sonnencreme-Stick mit Blocker-Effekt für Narben, Tattoos oder empfindsame Körperstellen; After-Sun-Lotion, Insektenschutzmittel (bei Fernreisen mit Wirkstoff DEET!); Salbe für Insektenstiche; Bei Fernreisen evtl. zusätzlich: Breitbandantibiotikum und Malaria-Mittel (verschreibungspflichtig), Moskito-Netz

  1. Verbandmaterialien

Wunddesinfektionsmittel; Pflaster in unterschiedlichen Größen; Blasenpflaster; Wasserfeste Pflaster, Wund- und Heilsalbe; Salbe gegen Muskel- und Gelenkschmerzen; Sterile Wundkompressen und Mullbinden; Heftpflaster oder Sicherheitsnadeln zum Fixieren; Pinzette; Schere; Einmalhandschuhe

  1. Extras für die Reisegesundheit

Ohrstöpsel; Kondome; Desinfektionstücher für Flächen und Hände; Trinkwasserdesinfektionsmittel; Bei langen Flügen zusätzlich: Kompressionsstrümpfe, Nackenkissen zur Entlastung der Halswirbel

Natürlich sind das lediglich Anhaltspunkte. Was ihr konkret mitnehmen müsst, hängt natürlich in erster Linie davon ab, ob ihr Sonne oder Schnee ansteuert, Bade-Urlaub, Dschungel-Tour oder Wüsten-Safari plant. Lasst euch bei Fragen am besten in der Apotheke beraten – hier kennt man sich mit den medizinischen Gegebenheiten in eurem Zielland besonders gut aus. Um am Flughafen böse Überraschungen zu vermeiden, informiert euch vorab außerdem zum Beispiel hier, welche Gegenstände im Handgepäck erlaubt sind. Generell gilt aber: Medizinische Flüssigkeiten wie Augen- oder Nasentropfen, die während des Flugs benötigt werden, dürfen auch mit euch an Bord. Ihr seid unsicher, ob für eure anstehende Reise vielleicht eine zusätzliche Impfung nötig ist? Fragt einfach rechtzeitig euren Hausarzt oder verschafft euch hier einen Überblick. Meist wird mit etwa zwei Monaten Vorlaufzeit gepiekst. Und nun: Tasche packen und volle Fahrt voraus!

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Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Johanna Seibel sagt:

    Hallo zusammen,
    herzlichen Dank für diesen spannenden und informativen Beitrag. Eure Checkliste ist wirklich sehr gut und man kann sich an ihr orientieren, wenn man Medikamente für den Urlaub kaufen möchte. Beim nächsten Mal nehme ich eure Liste einfach mit in die Apotheke, dann vergesse ich garantiert nichts.


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