14.03.2017 · smart steuern ·

Da steht ein Schaf auf dem Flur

Ist er nicht zuckersüß, mit seinen angeblitzten Augen und seinem zotteligem Fell? Einfach ein Tier zum Liebhaben. Aber um welches Tier handelt es sich eigentlich auf dem Foto? Was für eine dumme Frage, werden die meisten sagen, natürlich handelt es sich um einen Hund. Nun, auf den ersten Blick mögen Sie ja vielleicht gerade so recht haben. Aber der Besitzer – und wer sollte es besser wissen als er – sah das ganz anders. Der 35 Jahre alte Rostocker war der Meinung, dass er ein Schaf hat. Aber warum diese Meinung? Nun, es hat auf jeden Fall etwas mit Steuern zu tun – und deshalb lesen Sie jetzt die wohl lustigste Steuergeschichte des Jahres…

Kontrollverlust

Wissen Sie, was ein Hafenvogt ist? Ich wusste es bis zu einer Pressemeldung der Polizei in Rostock auch nicht. Also, ein Hafenvogt kümmert sich um Ordnung und Sicherheit im Rostocker Stadthafen und soll zum Beispiel Streitereien schlichten. Im Sommer hat er da wohl auch alle Hände voll zu tun. In der kalten Jahreszeit bleibt offenbar auch mal Zeit dafür, Hundehalter anzuhalten. Könnte ja schließlich sein, dass da jemand die Hundesteuer nicht bezahlt hat…
Nun, eines Tages traf der Hafenvogt also auf unseren 35 Jahre alten Rostocker und sein Schaf, ähm Hund. Der Hafenvogt wollte die Steuermarke sehen – war es doch in seinen Augen eindeutig ein Hund, der da vor ihm stand. Der Besitzer schwor jedoch Stein und Bein, dass es sich um ein Schaf handelt. Das Schaf, ähm der Hund, verhielt sich bei der Kontrolle offenbar ruhig. Es gab kein verräterisches Gebell, das Tier und Halter hätte verraten können. Ein offenbar pfiffiger Hund, auf den der megaschlaue Shaun das Schaf aus der gleichnamigen Serie sicher stolz wäre.

Meldung an die Polizei

Dem Hafenvogt kam das alles aber zu recht sehr spanisch vor (wie spanisch, werden wir später noch sehen). Er sagt einfach seinen Ordnungshüter-Kollegen von der Polizei bescheid, sollten die sich doch um den kniffligen Fall kümmern. Die schauten gleich am nächsten Tag bei der Wohnadresse des Schafhirten, ähm Hundehalters, vorbei. Wieder das gleiche Spiel: Das ist ein Hund, sagt die Polizei. Das ist ein Schaf, sagt der Mann. Und dann spielt er seinen letzten Trumpf aus – und zeigt den Beamten den Heimtierpass, der eindeutig belegen würde, dass es sich um ein Schaf handelt.
Da war guter Rat teuer. Denn vermutlich kam das Ganze auch den Polizisten spanisch vor.

Tierärztin muss die Lösung bringen

Wer kann so was entscheiden? Richtig, jemand vom Fach – in diesem Fall die Amtstierärztin. Sie ließ nicht lange auf sich warten, untersuchte das Tier und fällte ihr Urteil, ähm, gab ihren Befund schnell bekannt. Und siehe da: Es ist ein Hund, und die Rasse gab es gleich oben drauf: Perro de Agua Espanol – war ja irgendwie klar, dass das alles was mit Spanien zu tun hat.
Und wie es so ist bei einer lustigen Geschichte, gibt es oft auch einen, dem am Ende nicht zum Lachen zumute ist. Ganz klar, es ist der Mann aus Rostock, der verhinderte Schafhirte. Der hatte offenbar wegen der ganz leichten Ähnlichkeit nur auf die Karte Schaf gesetzt, weil für Schafe keine Steuer zu zahlen ist. Jetzt muss er laut Polizei nicht nur mit einem Bußgeld rechnen, sondern auch mit einem Verfahren wegen der jahrelang nicht gezahlten Hundesteuer. Und die beträgt in Rostock 108 Euro. Im Jahr.

 

Theresa Voigt Geschrieben von:

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