19.01.2018 · smart steuern ·

Steuer-ABC: F wie Freibeträge und Fortbildungskosten

Als ich als Software-Entwicklerin bei smartsteuer anfing, wusste ich zugegebenermaßen nicht viel von Steuern. Das wurde im Laufe der Zeit besser – ich las viel und schrieb unter anderem eine lange Serie hier im Blog. Was mir immer wieder unterkam, waren Freibeträge. Es wird also Zeit, mal genau zu erklären, was das eigentlich ist und wo der Unterschied zu Freigrenzen und Pauschalbeträgen (die gibt es dann übrigens ausführlich unter P) liegt. Im zweiten Teil will ich dann noch kurz auf Fortbildungskosten eingehen.

Freibeträge, Freigrenzen, Pauschalbeträge

Generell gilt für alle drei Begriffe: Sie reduzieren die Höhe Ihrer zu zahlenden Steuer. Und das ist ja schon mal eine gute Nachricht. Die zweite: Das geht auch noch ohne Nachweise. Das bedeutet weniger Arbeit für Sie – aber auch für die Finanzbehörden.
Ein Freibetrag ist der Wert, bis zu dem eine bestimmte Einkommensart steuerfrei bleibt. Erst wenn man drüber liegt, beginnt die Steueruhr zu ticken.
Das gilt auch für den Pauschbetrag. Hier ist es aber zusätzlich so, dass Sie auch Sachen absetzen können, die über diesem Wert liegen – etwa bei der Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro.
Etwas gemeiner ist die Freigrenze. Hier gilt: Liegen Sie darunter, zahlen Sie keine Steuern. Liegen Sie aber drüber, müssen Sie alles versteuern, also auch das, was unter dem Wert liegt. Ein Beispiel ist die Freigrenze für Sachbezüge, die bei monatlich 44 Euro liegt. Bekommen Sie etwa vom Chef einen Tankgutschein von 44 Euro im Monat, ist der steuerfrei. Wenn er – was er clevererweise nicht macht – einen für 50 Euro ausstellen würde, müsste der Gutschein als geldwerter Vorteil komplett versteuert werden.

Welche Freibeträge gibt es?

Ich liste jetzt die wichtigsten Freibeträge auf:

  • Grundfreibetrag: Jedem Steuerzahler steht in diesem Jahr ein Grundfreibetrag von 9.000 Euro zu (2017 waren es noch 8.820 Euro). Bei Ehepaaren ist er doppelt so hoch. Diese auch Existenzminimum genannte Summe ist komplett steuerfrei – und wird jährlich neu angepasst. Sie müssen sich gar nicht drum kümmern, bei der Lohnsteuer wird er anteilig schon miteingerechnet.
  • Sparerfreibetrag: Wir hatten es zuletzt im Steuer-ABC mit dem Buchstaben D schon geschrieben. Für alle Kapitaleinkünfte haben Singles 801, Ehepaare 1.602 Euro Freibetrag. Steuern werden erst fällig, wenn man über dieser Grenze liegt.
  • Rentenfreibetrag: Die Rente ist mittlerweile zum Teil steuerpflichtig. Wie hoch der Freibetrag ist, hängt von dem Jahr ab, in dem die Rente beginnt. Wer also 2018 Rentner wird, hat 24 Prozent seiner Rente steuerfrei. Diese Summe in Euro bleibt dann lebenslang als Freibetrag erhalten. Der prozentuale Freibetrag sinkt jedes Jahr, wer 2020 ins Rentenalter kommt, hat nur noch 20 Prozent und ab 2040 gibt es dann keinen Freibetrag mehr. Ausführlicher können Sie das zum Beispiel in diesem Artikel auf unserem Blog nachlesen. Freibeträge gibt es auch für Firmen- und Beamtenpensionen.
  • Kinderfreibetrag: Das ist so etwas wie der Grundfreibetrag für Kinder. Pro Kind und Elternteil beträgt er in diesem Jahr 2.394 Euro, bei Paaren also 4.788 Euro. Auch der Kinderfreibetrag wird regelmäßig erhöht. Dazu gibt es noch einen Freibetrag für den sogenannten Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf in Höhe von 2.640 Euro. Insgesamt hat ein Ehepaar also in diesem Jahr für ein Kind einen zusätzlichen Freibetrag von 7.428 Euro. Achtung: Der Freibetrag greift nur dann, wenn er mehr Ersparnis bringt als das Kindergeld. Das Finanzamt prüft automatisch, was besser für Sie ist. Alleinerziehende erhalten zudem einen Entlastungsbetrag von 1.908 Euro, also noch einen weiteren Freibetrag.
  • Ausbildungsfreibetrag: Eltern erhalten diesen in Höhe von 924 Euro im Jahr, wenn ihr Kind zur Schule geht oder eine betriebliche Ausbildung macht und volljährig sowie bereits ausgezogen ist.

In einigen Fällen werden die Begrifflichkeiten Freibetrag und Pauschbetrag synonym verwendet. So spricht man gleichbedeutend von Sparerfreibetrag und Sparerpauschbetrag. Wir werden weitere steuerliche Pauschalen (Pauschbeträge) – wie schon oben angekündigt – im Steuer-ABC unter P behandeln.

Fortbildungskosten

Hier will und kann ich mich kürzer fassen. Wenn Sie sich für Ihren Beruf weiter- und/oder fortbilden, können Sie die dabei entstehenden Kosten als Werbungskosten komplett von der Steuer absetzen. Wichtig ist dabei der berufliche Zusammenhang. Wenn Sie beispielsweise einen Sprachkurs Spanisch machen, wäre es besser für das Finanzamt, wenn Sie glaubhaft machen könnten, dass Sie das jetzt oder in Zukunft für den Job brauchen. Klar sollte auch sein, dass Sie Kosten für Seminare, Tagungen oder Lehrgänge (inklusive An- und Abreise sowie Übernachtungen) nur absetzen können, wenn Sie diese auch selbst tragen. Zahlt der Arbeitgeber diese Weiterbildung, kommt ein Steuerabzug natürlich nicht in Frage.

Viele weitere Punkte zum Thema Absetzen finden Sie übrigens auf unserer Seite kann-man-das-absetzen.de.

Bisher im Steuer-ABC:

 

Theresa Voigt Geschrieben von:

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