27.03.2014 · smart steuern ·

Steuern sparen bei doppelter Haushaltsführung

Arbeitnehmern mit auswärtigem Haushalt entstehen oft erhebliche Kosten. Immerhin sind nach einem neuen Urteil des Bundesfinanzhofs die Hürden für den Steuerabzug niedriger.
Steuerpflichtige können ihre notwendigen Mehraufwendungen für eine doppelte Haushaltsführung steuerlich vorteilhaft absetzen. Dazu gehören zum Beispiel die Kosten für die Zweitwohnung und die Umzugskosten dorthin sowie die Fahrtkosten zum Wohnungswechsel. Danach kann eine Heimfahrt pro Woche angesetzt werden. Zudem können Pendler in den ersten drei Monaten Pauschalen für ihre erhöhten Verpflegungsmehraufwendungen geltend machen.

Wann liegt die doppelte Haushaltsführung vor?

Ein doppelter Haushalt liegt nur vor, wenn ein eigener Hausstand am Ort des Lebensmittelpunkts besteht. In dieser Wohnung muss der Steuerpflichtige die Haushaltsführung bestimmen oder wesentlich mitbestimmen. Das ist bei einer Mietwohnung oder Eigentumswohnung meist unproblematisch, selbst wenn der Betroffene alleinstehend ist. Schwierig sind immer wieder die Fälle, in denen der Arbeitnehmer über keine eigene „komplette“ Wohnung verfügt, erklärt der NVL.

Neues Urteil vereinfacht Handhabe

In einer aktuellen Entscheidung hat der Bundesfinanzhof klargestellt, dass ein eigener Hausstand auch dann vorliegt, wenn die Wohnverhältnisse des Steuerpflichtigen am Ort seines Lebensmittelpunkts sehr einfach oder beengt sind (Az. VI R 10/13). Im entschiedenen Fall bewohnte ein bereits älterer Arbeitnehmer noch das alte Kinderzimmer und teilte sich die übrigen Räumlichkeiten mit dem Vater. Damit verfügte er zwar nicht über eine eigene Wohnung. Die Richter ließen den Steuerabzug aber dennoch zu, weil der Steuerpflichtige zu seinem Heimatort die engeren Beziehungen pflegte. Die gleichen Erwägungen sollen nach der Rechtsprechung auch gelten, wenn sich der Steuerpflichtige mit Angehörigen das Bad oder die Küche teilt.


Jennifer Dittmann Geschrieben von:

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