21.10.2016 · smart steuern ·

Die großen Geldtöpfe – unsere Top 6 der Gemeinschaftsteuern

In den letzten Wochen hatten wir Ihnen hier schon zwei Listen von Steuern präsentiert. Da waren zuerst die Top 7 der Genussmittel-Steuern (mit der Tabaksteuer als „Sieger“), danach folgten die Top 6 zum Thema Reisen, Energie und Versicherungen. Brachten diese verschiedenen Steuern immerhin schon bis zu 40 Milliarden Euro im Jahr ein (so viel spült allein die Energiesteuer in die Staatskasse), kommen jetzt die richtigen Dickschiffe wie Umsatz- und Lohnsteuer. Zusammengefasst haben wir diese beiden und weitere Steuerarten als gemeinschaftliche Steuern (oder Gemeinschaftsteuern).

Bevor wir gleich zu unseren Top 6 kommen, gibt es die Antwort auf die Frage, was Gemeinschaftsteuern eigentlich sind. Kurz gesagt versteht man darunter Steuern, die sich Bund, Länder und Gemeinden teilen – im Unterschied zu anderen Steuern, die entweder nur dem Bund, nur den Ländern oder nur den Gemeinden zustehen. Wie die Steuern im Einzelnen aufgeteilt werden, lesen Sie gleich in der Liste. Nun kann es aber los gehen! Alle Zahlen stammen wie immer aus dem Jahr 2015.

Platz 6: Abgeltungsteuer – 8,26 Milliarden Euro

Das sind die (Abgeltung)steuern auf Zins- und Veräußerungserträge inklusive des ehemaligen Zinsabschlags. Aufgeteilt wird der Betrag nach folgendem Schlüssel: jeweils 44 Prozent für Bund und Länder (je 3,63 Milliarden) und 12 Prozent für die Gemeinden (0,99 Milliarden).

Platz 5: Nicht veranlagte Steuer vom Ertrag – 17,94 Milliarden Euro

Unter diesem sperrigen Begriff verstehen die Finanzexperten die Kapitalertrag- und Zinsabschlagsteuern, für die man keine Erklärung einreicht, die also zum Beispiel direkt von der Bank an das Finanzamt überwiesen werden. Diese Steuer teilen sich Bund und Länder zu jeweils 50 Prozent (je 8,97 Milliarden Euro), die Gemeinden bekommen nichts.

Platz 4: Körperschaftsteuer – 19,58 Milliarden Euro

Damit sind die Steuern auf das Einkommen von Kapitalgesellschaften, Genossenschaften, Vereinen, Anstalten und Stiftungen gemeint. Auch bei der Körperschaftsteuer machen Bund und Länder halbe halbe, sie erhalten also jeweils 9,79 Milliarden Euro, die Gemeinden gehen leer aus.

Platz 3: Veranlagte Einkommensteuer – 48,58 Milliarden Euro

Das umfasst die Steuern, für die man eine Erklärung einreicht, deren Höhe dann das Finanzamt im Steuerbescheid festsetzt. Hier ist die Aufteilung wie folgt: 42,5 Prozent bekommen jeweils der Bund und die Länder (je 20,64 Milliarden), den Gemeinden bleiben 15 Prozent (7,29 Milliarden).

Platz 2: Lohnsteuer – 178,89 Milliarden Euro

Die Lohnsteuer ist die Steuer, die bei Arbeitnehmern automatisch vom Lohn oder Gehalt abgezogen wird und dann vom Arbeitgeber direkt ans Finanzamt überwiesen wird. Sie ist also eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer. Wie bei Platz 3 gehen jeweils 42,5 Prozent an Bund und Länder (je 76,03 Milliarden), 15 Prozent an die Gemeinden (26,83 Milliarden).

Platz 1: Steuern vom Umsatz – 209,92 Milliarden Euro

Noch ein bisschen mehr nimmt der Staat mit Steuern vom Umsatz ein. Der Begriff klingt erstmal umständlich. Das liegt aber nur daran, dass die Steuern vom Umsatz aus der Umsatzsteuer (159,01 Milliarden) und der Einfuhrumsatzsteuer (50,91 Milliarden) bestehen. Der Schlüssel für die Verteilung ist etwas komplizierter. Der Bund bekommt rund 52 Prozent (109,69 Milliarden), die Länder rund 46 Prozent (95,53 Milliarden) und die Gemeinden etwa 2 Prozent (4,69 Milliarden).

Zusammenfassung: Mit den Gemeinschaftsteuern hat der Staat 2015 mehr als 483 Milliarden Euro eingenommen.

 


Franziska Zachert Geschrieben von:

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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Michael Schmidt sagt:

    Hm – was soll man da noch groß kommentieren, außer einem Zitat (weiß nur nicht mehr von wem das stammt) : Wer verpflichtet ist Steuern zu zahlen, der ist auch berechtigt Steuern zu sparen – nur nehmen’s insbesondere die Konzerne und dergleichen damit nicht so genau, die zahlen lieber dort, wo’s am Niedrigsten ist (Steueroasen). Leider nehmen sich da auch (eigentlich mit Vorbildwirkung „bedacht“) Prominente aus Politik, Wirtschaft, Sport etc.pp. nicht aus und verlagern lieber ihren (Haupt-)Wohnsitz… Bedauerlicher Weise „erwischt’s immer den kleinen Mann“, der vergessen hat einen Fahrschein vom ÖPNV beizulegen – die Kleinen hängt man, die Großen läßt man Laufen und hofiert sie gar noch ! In einer Quizsendung kürzlich führten rd. 25% der BRD-Bürger u.a. das als Grund an, am liebsten Deutschland verlassen zu wollen…

  • Avatar Siggelkow sagt:

    Der größte Betrug ist die nachgelagerte Besteuerung auf die Renten. Wir gegenwärtigen Rentner zahlen Steuern auf unere Renten, die ja selbst auf bereits in den Jahrzehnten zuvor besteuerte Arbeitseinkommen zurückzuführen sind. Dadurch wird die Ungleichheit zwischen gesetzlichen Renten und Pensionen noch weiter erhöht.

  • Avatar Michaela sagt:

    Hallo, Danke für die interessanten Infos. Ich frage mich auf welchem Platz die Vermögenssteuer ist oder wäre. Jetzt wo wenige Prozent der Bevölkerung der größten Vermögensanteil besitzen sollte gegengesteuert werden. Meinetwegen können sie immer noch vom Steuerberater beraten lassen und den größten Teil real reinvestieren, aber ein Anhäufen solcher Summen sollte verboten werden.


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