15.11.2016 · smart steuern ·

In eigener Ländersache – unsere Top 5 der Ländersteuern

Bei Steuern ist nicht nur wichtig, wer sie zahlt, sondern auch, wer sie bekommt. Und so ist gesetzlich festgelegt, welche Steuern der Bund, die Länder und die Gemeinden ausschließlich für sich beanspruchen können. Zudem gibt es noch die Gemeinschaftsteuern, die nach festen Schlüsseln geteilt werden. Über die Top 6 dieser Steuern hatten wir zuletzt in diesem Blogbeitrag geschrieben. Auch über die Steuern des Bundes hatten wir in zwei Artikeln berichtet (über Genussmittel und Energie&Reisen). Zeit für die Steuern, die den Ländern komplett zustehen.

Bevor es an die Top 5 geht, eine Vorbemerkung über eine sechste Steuer, die die Länder für sich allein beanspruchen können. Es ist die Vermögensteuer. Die wurde bis Ende 1996 in den alten Bundesländern erhoben, danach wurde sie nicht etwa abgeschafft, sondern nur ausgesetzt. Das bedeutet: Niemand muss noch Vermögensteuer zahlen, aber prinzipiell wäre das recht schnell wieder möglich. Deshalb wird diese Steuer immer wieder mal ins Rennen geworfen, wenn es um Ungleichheit und höhere Steuereinnahmen geht.

Doch nun zu unserer Top 5 der Ländersteuern, die Werte beziehen sich auf das Jahr 2015.

Platz 5: Feuerschutzsteuer – 413 Millionen Euro

Seien Sie ehrlich, von einer Feuerschutzsteuer haben Sie – wie ich vor der Recherche zu diesem Artikel – vermutlich noch nie gehört. Dabei bezahlen wir sie fast alle, denn sie wird anteilig aus verschiedenen Versicherungen, darunter der Hausratversicherung, erhoben. Im Einzenen sind das:

  • Feuer- und „Feuer-Betriebsunterbrechungsversicherungen“: 8,8 Prozent des Beitrags
  • Wohngebäudeversicherungen: 2,66 Prozent des Beitrags
  • Hausratversicherungen: 2,85 Prozent des Beitrags

Die Feuerschutzsteuer ist zudem eine untypische Steuer, denn die Einnahmen sind zweckgebunden und kommen dem Brandschutz zugute. Im Normalfall sind Steuern nicht an einen bestimmten Zweck gebunden.

Platz 4: Biersteuer – 676 Millionen Euro

Wer unsere Top-7-Liste der Genussmittel gelesen hat, erinnert sich an die Biersteuer. Denn dort tauchte sie auch schon auf. Das Besondere an ihr: Sie ist im Unterschied zu den anderen Genussmitteln (Tabak und alle anderen Alkoholika) eine Länder- und keine Bundessteuer. Hinter dieser Ausnahmeregelung steht, wer hätte es gedacht, das Bundesland Bayern, dessen Bewohner bekanntermaßen eine besondere Beziehung zu diesem Getränk haben. Das Steueraufkommen bestätigt das auch. Während Nordrhein-Westfalen rund 40 Prozent mehr Einwohner hat als Bayern, sind die Einnahmen mit der Biersteuer in NRW nur etwa 6 Prozent höher als in Bayern (167 Millionen zu 157 Millionen). Die Biersteuer liegt übrigens bei knapp 10 Cent pro Liter.

Platz 3: Rennwett- und Lotteriesteuer – 1,71 Milliarden Euro

Wieder ein bisschen Stammtischwissen gefällig? Diese Steuer gehört zu den ältesten und immer noch erhobenen Steuern in Deutschland. Schon im 15. Jahrhundert wurden Wertgegenstände verlost, inklusive Steuer. Heute gehen 5 Prozent jeder Pferde- und Sportwette als Steuer an das jeweilige Bundesland. Beim Lotto sind es 20 Prozent. So stammt dann auch der Großteil der Steuereinnahmen aus dem Lottospiel, 1,47 Milliarden Euro (86 Prozent).

Platz 2: Erbschaftsteuer – 6,29 Milliarden Euro

Über diese Steuer haben wir hier schon oft berichtet, zuletzt über ihre Reform in diesem Artikel. Bemerkenswert in der Statistik: Nicht etwa das mit Abstand bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen hatte 2015 mit 1,31 Milliarden Euro die größten Einnahmen, sondern Bayern mit 1,57 Milliarden Euro.

Platz 1: Grunderwerbsteuer – 11,25 Milliarden Euro

Diese Steuer ist begrifflich schnell erklärt: Sie wird fällig beim Erwerb eines Grundstücks oder Grundstücksanteils. Die Bundesländer hatten vor knapp 20 Jahren mal einen einheitlichen Satz von 3,5 Prozent. Mittlerweile gibt es eine Schere von diesen 3,5 Prozent in Bayern und Sachsen und 6,5 Prozent, die in Schleswig-Holstein, Saarland, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg fällig werden. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer von 2010 bis 2015 mehr als verdoppelt haben.

Zusammenfassung: Auch die Bundesländer haben Steuern, die ihnen alleinig zustehen. Der Großteil der Steuereinnahmen stammt in den Ländern aber aus Gemeinschaftsteuern. Die müssen zwar mit Bund und den Gemeinden geteilt werden, sind aber in der Summe deutlich größer: Umsatzsteuer rund 95 Milliarden Euro, Lohnsteuer rund 76 Milliarden Euro.


Franziska Zachert Geschrieben von:

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