27.12.2016 · smart leben ·

Steuern, Rente, Extra-Feiertag – das ändert sich 2017

Getreu dem Motto „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ werfen wir kurz vor Silvester einen kurzen Blick auf das, was da im nächsten Jahr auf uns alle wartet. Gutes, Schlechtes, mehr Geld, weniger Geld und noch vieles mehr.

Dank Martin Luther ein Extra-Feiertag

Man kommt ja kaum dran vorbei, am großen Reformationsjahr 2017. Vor 500 Jahren, genau am 31. Oktober 1517 begann die Reformation mit dem Thesenanschlag Martin Luthers an der Schlosskirche in Wittenberg. Dieses 500. Jubiläum wird 2017 ausführlich begangen – und der 31. Oktober 2017 ist deshalb sogar ein bundeseinheitlicher Feiertag. Freuen dürfen sich darüber natürlich alle. Die Einwohner von Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen eher etwas weniger, denn bei ihnen ist der 31. Oktober immer ein Feiertag. In Bayern, Baden-Württemberg, Saarland, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gibt es dafür doppelte Freude – die Bewohner haben von Hause aus den 1. November (Allerheiligen) als Feiertag. Dankbar dürfte der Rest in Deutschland sein. Endlich mal auch ein Feiertag Ende Oktober/Anfang November.

Etwas weniger Steuern

Da im nächsten Jahr der steuerliche Grundfreibetrag ansteigt und auch am Einkommensteuertarif geschraubt wird, werden viele ab Januar etwas mehr Netto als bisher auf dem Konto haben. Alle Details, auch zum Kindergeld, das um zwei Euro pro Monat steigt, finden Sie in diesem Blog-Artikel „Weniger Steuern ab 1. Januar 2017„.

Alles neu bei der Pflegeversicherung

Gab es bisher drei Pflegestufen, wird es im Rahmen der Pflegereform ab 2017 fünf Pflegegrade geben. Viele Pflegebedürftige sollen dadurch mehr Geld zur Verfügung stehen. Das kommt aber natürlich nicht aus dem Nichts, sondern durch eine Erhöhung der Beitragssätze. Sie steigen insgesamt von 2,35 Prozent auf 2,55 Prozent. Kinderlose zahlen weiterhin einen Zuschlag von 0,25 Prozent. Also insgesamt 2,8 Prozent.

Mehr Rente, Hartz IV und höherer Mindestlohn

Die Renten sollen auch 2017 wieder steigen. Das geschieht wie gewohnt zur Jahresmitte. Allerdings wird die Erhöhung nicht so deutlich sein wie 2016. Experten rechnen mit um die 2 Prozent, wie viel es genau sein wird, stellt sich erst im März heraus.
Zu Jahresbeginn steigen auch die Hartz-IV-Regelsätze an, zum Beispiel für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren von 270 auf 291 Euro und für Alleinstehende von 404 auf 409 Euro. Paare erhalten pro Partner 368 statt bisher 364 Euro.
Und auch beim Lohn tut sich was, zumindest beim gesetzlichen Mindestlohn. Er steigt von 8,50 auf 8,84 Euro je Stunde.

Flexi-Rente kommt

Wer früher in Rente ging und sich dann mehr als 6.300 Euro im Jahr dazu verdiente, musste bisher zum Teil drastische Rentenkürzungen bis zu Zweidrittel in Kauf nehmen. Ab Januar 2017 gibt es eine klare Regel: Alles was über der Grenze von 6.300 Euro liegt, wird zu 40 Prozent von der Rente abgezogen.

Neue Fristen für die Steuererklärung

Zum Abschluss noch was zur Steuererklärung. Wir erwähnen das hier nur kurz – und eigentlich nur, um mögliche Unklarheiten zu beseitigen. Denn: Vielerorts wurde geschrieben, dass es ab 2017 neue Fristen für die Abgabe der Steuererklärung gibt. Das ist so nicht richtig, denn die neuen Fristen gelten erst für das Steuerjahr 2018 – und für das gibt man die Steuererklärung natürlich erst im Jahr 2019 ab. Also ändert sich in dieser Hinsicht 2017 (und 2018) erstmal nichts. Falls Sie aber schon mal mehr wissen wollen: In diesem Blog-Beitrag finden Sie alle wichtigen Informationen zum Thema.

Bleibt mir an dieser Stelle nur noch eins: Rutschen Sie gut rein ins neue Jahr!

Jennifer Dittmann Geschrieben von:

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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Susanne Vöbel sagt:

    „Alles neu bei der Pflegeversicherung“

    Ja, diese Pflegereform 2017 wird einiges ändern, das ganze bisherige System wurde ja komplett überarbeitet. Die Zuschüsse werden zwar steigen, doch das ändert meiner Meinung nach nichts am grundsätzlichen Problem das die Pflege schon seit Jahren hat: Das wäre unter anderem natürlich die Personalsituation, die konstant immer schlechter wird, aufgrund unschöner Arbeitszeiten (Schichtdienst), mieser Bezahlung und starker körperlicher Beanspruchung. Es ist keine Überraschung, dass immer weniger Menschen diesen Beruf ergreifen möchten!
    Der Mensch wird nun mal immer älter und wenn in einigen Jahren keine Pflegekräfte mehr da sind, sollte man vielleicht grundsätzlich einige Überlegungen in dieser Hinsicht anstellen. Aber das mal am Rande.

    Diese Reform hinterlässt Angehörige und Patienten mit vielen offenen Fragen. Was ändert sich für den Patienten, was für den Angehörigen und vor allem werden vermutlich immer mehr Menschen darüber nachdenken, die Pflegebedürftigen in ein Heim „abzuschieben“, da die Zuschüsse vor allem für Heimbewohner gestiegen sind (was auch dringend notwendig war!).

    Jedenfalls sollte man sich früh genug mit dem schwierigen Thema auseinandersetzen, und sich ggf. auch mal intensiv beraten lassen (Hinweis: kostenlose Beratung gibt es bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland). Einen sehr guten Überblick über das Thema bietet diese Seite: https://www.patientenberatung.de/de/gesundheit/themenspecial/themenspecial-pflegereform-2017. Da kriegt man auch ein paar interessante Zahlen an die Hand.
    Für das neue Jahr all denjenigen, die sich mit solchen Problemen und Fragen auseinander setzen müssen, wünsche ich viel Erfolg!
    MfG


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