12.06.2017 · smart steuern ·

Wann gibt es Geld zurück?

Wir haben schon fast Mitte Juni – und Ihre Steuererklärung ist hoffentlich längst beim Finanzamt. Jetzt beginnt für viele die Zeit des Wartens. Denn vom Einreichen der Erklärung bis zum Bescheid vergeht einige Zeit. Doch wie lange? Ein paar Tage? Ein paar Wochen? Oder gar einige Monate? Und wie lang darf sich das Finanzamt eigentlich Zeit lassen? Wir gehen diesen Fragen auf den Grund.

Nichts genaues weiß man nicht

Ehrlich währt am längsten. Getreu dieser Weisheit müssen wir Ihnen leider mitteilen, dass wir nicht wissen, wann Ihr Steuerbescheid bei Ihnen sein wird. Was wir lediglich schreiben können, sind die Ergebnisse von verschiedenen Untersuchungen über die Dauer der Bearbeitung der Steuererklärung. Zu diesen kommen wir gleich, zuerst aber der Versuch einer Begründung, warum es keine exakten Daten gibt. Kurz gesagt: Es gibt einfach zu viele Faktoren, die die Bearbeitungsdauer beeinflussen. Das fängt schon mal mit dem Datum der Abgabe an. Wer früh abgibt (etwa im März) kann mit einer schnelleren Bearbeitung rechnen. Je näher Ihre Abgabe an den 31. Mai gerückt ist, desto länger wird es dann, da es einfach einen Rückstau bei der Bearbeitung gibt. Und da sind wir schon beim nächsten Punkt: Ein Finanzamt hat eine feste Zahl an Mitarbeitern. Und wenn ausgerechnet in Zeiten des Hochbetriebs ein paar mehr Finanzbeamte krank sind, dauert es länger. Gibt es Probleme mit der Software, dauert es länger. Ist Ihr Steuerfall eher kompliziert, dauert es länger. Und vermutlich dauert es auch länger, wenn die Steuererstattung größer ausfällt. Denn das wird sicher gründlicher geprüft als in den Fällen, wo diese geringer ist oder sogar nachgezahlt werden muss.

Und wie sieht es im Durchschnitt aus?

Nun, nicht mal das ist immer gleich.  Vor drei Jahren hatte der Bund der Steuerzahler gemeinsam mit der BILD-Zeitung die Finanzbehörden der Länder befragt. Ergebnis: An erster Stelle lag Rheinland-Pfalz mit einer Bearbeitungsdauer von 38 Tagen, es folgten Hamburg mit 44 und Brandenburg mit 46 Tagen. Schlusslicht war Bremen mit 96 Tagen, Nordrhein-Westfalen gab nur eine Spanne von 35 bis 183 (ein halbes Jahr!) an. 2016 liefert „Lohnsteuer kompakt“ neue Daten: Hier war dann Hamburg auf Platz 1 mit 45 Tagen, gefolgt von Rheinland-Pfalz und Berlin mit 47 Tagen. Letzter wieder Bremen mit 80 Tagen. Und um das Ganze komplett zu machen: Auch in diesem Jahr haben die Kollegen von „Lohnsteuer kompakt“ wieder Daten erhoben. Sieger war dabei Berlin mit 45 Tagen vor Rheinland-Pfalz mit 46 und Sachsen-Anhalt mit 47 Tagen. Letzter, und da ist dann doch ein Trend erkennbar: Bremen mit 72 Tagen.
Es gibt also in der Tat schon mal größere Unterschiede zwischen den Bundesländern – aber auch in diesen gibt es wieder zum Teil heftige Differenzen. Und: Selbst Steuerzahler in Bremen können Glück haben und erhalten den Steuerbescheid schon nach wenigen Wochen. Denn alle Zahlen sind nur Durchschnittswerte. Man kann also nur sagen, das Bremer in der Tendenz länger warten als die Einwohner der anderen Bundesländer.
Zusammengefasst sind es über den Daumen also sechs bis zwölf Wochen, in denen Ihr Steuerbescheid normalerweise da sein sollte. Das Geld landet dann meist nur wenige Tage später auf Ihrem Konto.

Haben die Finanzämter auch Fristen?

Doch immer wieder dauert es dann eben doch noch länger als diese zwölf Wochen. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren, wenn Sie aber nach sechs Monaten noch nichts vom Finanzamt gehört haben, sollten Sie einmal bei Finanzamt nachhaken wie es um die Bearbeitung der Erklärung steht. Im Notfall können Sie nach sechs Monaten Einspruch wegen Untätigkeit einlegen. – Damit macht man sich den Sachbearbeiter allerdings nun wirklich nicht zum Freund.

Passiert nach dem Einspruch dann immer noch nichts, können Sie ein weiteres halbes Jahr später deswegen auch klagen. Haben Sie pünktlich abgegeben, stehen Ihnen 15 Monate nach Ablauf des Steuerjahres sogar Zinsen auf Ihre Steuererstattung zu. Für die Erklärung für das Steuerjahr 2016 ist das dann ab dem 1. April 2018 der Fall.

Fazit: In der Regel müssen Sie sechs bis zwölf Wochen auf Ihren Steuerbescheid warten. Im Einzelfall kann das auch mal schneller oder leider auch länger dauern. Eine frühzeitige Abgabe, am besten natürlich elektronisch wie bei smartsteuer, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass es recht schnell geht.

 

 

 

 


Juliane Bunte Geschrieben von:

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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Marco Wald sagt:

    Dem stimme ich zu. Mein Bekannter macht die Steuererklärung immer zum 1. Januar für das Vorjahr und hat diese dann allerspätestens im März auf seinem Konto. Wir haben es leider erst Ende März abgegeben… Wenn es alles so klappt wie mir Smartsteuer ausgerechnet hat, werde ich künftig auch gleich am Anfang des Jahres meine Steuererklärung machen. Euch allen noch schöne Sommertage.

  • Avatar Leandra sagt:

    Super, danke für den Tipp. Hat mir echt weitergeholfen.

    Viele Grüße.

    Leandra

  • Avatar Alex sagt:

    „Haben Sie pünktlich abgegeben, stehen Ihnen 15 Monate nach Ablauf des Steuerjahres sogar Zinsen auf Ihre Steuererstattung zu. “ Naja, die Zinsen stehen unabhängig davon zu, ob man pünktlich oder zu spät abgibt (und zwar beiderseits: Finanzamt bei Nachzahlung bzw. man selbst bei Erstattung). § 233a (1) und (2) AO. Verschuldensunahängige Festsetzung.

  • Avatar Tanja sagt:

    Ich habe unsere Erklärung vom 2016 über Smartsteuer am 01.10.2017 abgegeben und bis heute gibt es keine Rückmeldung vom Finanzamt Hamburg.
    So lange habe ich noch nie gewartet -12 Wochen sind eigentlich schon rum…

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Vielleicht einmal freundlich nachfragen? Liegen denn dort alle Dokumente (ggfs. die unterschriebene komprimierte Steuererklärung) vor?


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