03.03.2016 · smart steuern ·

Den lästigen Winterdienst auslagern und dabei noch steuerlich geltend machen? Das geht!

Der Winter ist während der letzten Tage in vielen Regionen Deutschlands doch noch einmal wiedergekommen. Schnee und Eis stellen Mieter und Hausbesitzer auch noch im März vor die Herausforderung, rechtzeitig Winterdienst zu machen.

Denn wer es versäumt, bei Glatteis Salz, Sand oder Granulat zu streuen oder den Schnee auf den Gehwegen einfach liegen lässt, riskiert hohe Schadensersatzforderungen. Dabei kann es durchaus unterschiedliche Pflichten für denjenigen geben, der mit dem Winterdienst „dran“ ist.

Schadensersatz bei Stürzen, die durch nicht geräumte Wege verursacht werden

Hausdächer und Gebäudevorsprünge auf Eiszapfen und absturzgefährdete Schneemassen zu untersuchen wird in der Regel nur in Regionen vorausgesetzt, in denen Dachlawinen und gefährliche Zapfen immer wieder auftreten. Teuer kann es aber überall für buchstäblich jeden Wohnungsbewohner werden, der seiner Anliegerpflicht nicht nachkommt, Gehwege von Glatteis und Schnee zu befreien – bei Stürzen drohen hohe Schadensersatzforderungen.

Räumpflicht bedeutet: Schnee muss weggefegt, Eis mindestens mit Granulat oder Sand bestreut oder gleich ganz entfernt werden.

Das gilt meist in der Zeit von 7 Uhr früh bis 20 Uhr abends: Freigehalten werden muss ein Stück Bürgersteig, das es zwei Menschen ermöglicht, ohne Sturzgefahr zu laufen. In Berlin greift eine Sonderregelung und die Anlieger müssen an Straßen wie dem Kurfürstendamm oder Unter den Linden den Bürgersteig gleich auf drei Metern Breite frei räumen.

Wenn Sie nicht wissen, welche Regelungen in Ihrer Nachbarschaft gelten: Im Zweifelsfall erfahren Sie als Anlieger von Ihrer Kommune alle Details rund um Ihre Winterdienstpflichten. Von uns lesen Sie hingegen, wann Sie diese lästige Verpflichtung sogar von der Steuer absetzen können.

Winterdienst steuerlich geltend machen

Wer einen Dienstleister bzw. eine externe Firma mit der Räumung von Schnee und Eis auf Gehwegen und in Einfahrten beauftragen will, kann die Kosten steuerlich absetzen. Der Eigentümer eines selbst bewohnten Hauses, aber auch ein Mieter, der selbst die Rechnung dafür zahlt, kann Schneeräumen und Streuen bei Glatteis als haushaltsnahe Dienstleistung geltend machen.

Der Winterdienst gehört nämlich auch dann zu den haushaltsnahen Dienstleistungen, wenn er nicht direkt auf dem Grundstück stattfindet, sondern die Flächen direkt vor der Haustür und auf den Gehwegen betroffen sind.

Wenn Wohnungseigentümergemeinschaften einen Dienstleister mit der Durchführung des Winterdienstes beauftragen und die Kosten unter sich aufteilen, kann jeder Eigentümer seinen Anteil als haushaltsnahe Dienstleistung geltend machen. Das funktioniert auch in Mehrfamilienhäusern mit mehreren Mietern, die einen Abschlag für Winterdienst in den monatlichen Nebenkosten haben:

Entweder machen die Mieter in ihrer Steuererklärung die geleisteten Vorauszahlungen geltend, dann betrachtet das Finanzamt den Steuerbescheid – diesen Posten betreffend – als vorläufig und berücksichtigt die tatsächlich angefallenen Kosten später. Oder die Mieter warten die Jahresabrechnung der Nebenkosten ab und machen die Kosten für den Winterdienst erst geltend, wenn der genaue Betrag feststeht.

Wichtig ist, dass die Bezahlung immer per Überweisung erfolgt.

Absetzbar sind 20% der anfallenden Kosten abzüglich Streusand oder Granulat bis maximal 4.000 Euro jährlich.

Kleiner Wermutstropfen: Die Verantwortung für ordnungsgemäß durchgeführten Winterdienst verbleibt immer bei Ihnen als Eigentümer oder Mieter mit entsprechendem Passus im Mietvertrag, auch wenn Sie diese Aufgabe an einen Dienstleister ausgelagert haben.

Ganz können Sie dem Thema Winterdienst durch das Delegieren also nicht entkommen, sondern müssen immer ein Auge auf die ordnungsgemäße Durchführung halten.

Jennifer Dittmann Geschrieben von:

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Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Viktoria Maisner sagt:

    Hallo zusammen,
    herzlichen Dank für diesen spannenden und informativen Beitrag. Ich habe bisher noch nie darüber nachgedacht, ob man den Winterdienst von der Steuer absetzen kann. Wir haben auch schon seit mehreren Jahren in der kalten Jahreszeit einen Winterdienst. Bei der nächsten Steuererklärung werde ich die Kosten hierfür angeben.

  • Avatar Bram sagt:

    Super Beitrag, vielen Dank! Ich habe mit meiner Frau auch schon über das Thema Winterdienst gesprochen, da wir es beide sehr interessant finden.


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