28.04.2015 · smart steuern ·

Rund um den Haushalt – so lassen sich Steuern sparen (Serie, Teil 17)

Haushaltsnahe Dienstleistungen: So heißt der Begriff, um den es heute im Blog gehen soll. Ich versuche Ihnen zu erklären, was alles dazu gehört, wie viele Steuern sich damit sparen lassen – und warum es jeden oder zumindest fast jeden – betrifft.

Bevor ich Sie lange auf die Folter spanne: Interessant ist dieser Blog-Beitrag erstmal für jeden, der eine Nebenkosten-Abrechnung für seine Wohnung erhält. Teile dieser Kosten lassen sich anteilig von der Steuer abziehen. Warum das so ist – und was sich noch rund um den Haushalt absetzen lässt – lesen Sie hier. Zuerst muss ich allerdings ein paar Begriffe erklären. Denn im Einkommensteuerrecht wird zwischen haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnissen, haushaltsnahen Dienstleistungen und Handwerkerleistungen unterschieden.

Was sind die Unterschiede?

Prinzipiell lassen sich bei allen drei Möglichkeiten 20 Prozent der Kosten von der Steuer abziehen. Nur die Obergrenzen unterscheiden sich. Wichtig: Alles muss auf Rechnung, ohne Bargeld (per Überweisung) und vor allem innerhalb des Haushalts ablaufen.

  • Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse: Hier gibt es eine festangestellte Person, die Tätigkeiten ausübt, die sonst von Haushaltsmitgliedern erledigt wird. Dazu gehören zum Beispiel Einkaufen, Kochen, Waschen, Putzen, Versorgung von Kindern und Alten. Maximal absetzbar sind bei geringfügiger Beschäftigung (bis 450 Euro pro Monat) 510 Euro im Jahr, bei sozialversicherungspflichtigen Jobs bis 4.000 Euro im Jahr.
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen: Hier wird eine Firma oder ein Selbstständiger beauftragt, Arbeiten zu übernehmen, die auch jemand aus dem Haushalt machen könnte. Dazu zählen unter anderem Wohnungsreinigung, Gartenpflege, Kinderbetreuung. Absetzbar sind Arbeits- und Fahrtkosten bis zu 4.000 Euro pro Jahr.
  • Handwerkerleistungen: Dazu gehören Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen in der Wohnung, im Haus und auf dem Grundstücks. Dabei geht es nicht um etwas Neues, sondern „nur“ um Reparaturen und Instandsetzungen. Hier liegt die Obergrenze bei 1.200 Euro im Jahr.

Was begünstigt ist – und was nicht – steht in einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums, eine Tabelle im Anhang 1.

Mieter: Jetzt wird’s spannend

Viele werden sagen: Das betrifft mich alles nicht. Ich habe gar nicht das Geld, Arbeiten von anderen Personen in meiner Wohnung erledigen zu lassen. Aber das stimmt so nicht ganz. Denn zumindest indirekt lassen Sie zumindest Handwerker für Sie arbeiten: über die Miet-Nebenkosten. Die Abrechnung bekommen Sie jedes Jahr, aufgeschlüsselt nach verschiedenen Posten.
Berücksichtigen lassen sich davon unter anderem die Kosten für Hausmeister, Gartenpflege, Treppenhausreinigung, Wartung von Fahrstuhl und Heizung sowie Schornsteinfeger. Das sind alles Ausgaben, die SIE hatten – und von denen Sie sich 20 Prozent bis maximal 1.200 Euro pro Jahr über die Steuer zurückholen können! Wichtig: Materialkosten dürfen nicht berechnet werden. Die entsprechenden Beträge (anteilig für Ihre Wohnung) entnehmen Sie der Betriebskostenabrechnung. Fehlen Details (etwa Aufschlüsselung von Material- und Arbeitskosten), fordern Sie diese vom Vermieter bzw. der Hausverwaltung an.

Bliebe nur noch ein Problem: Oft kommt die Nebenkostenabrechnung des Vermieters erst sehr spät. Zum Beispiel im November 2015 für das Jahr 2014. Ihre Steuererklärung müssen viele aber schon bis zum 31. Mai 2015 abgegeben haben.
Die Lösung lautet: Steuererklärung offen halten. Das heißt, Sie geben Ihre Steuererklärung pünktlich ab, legen Einspruch ein und reichen die Unterlagen dann nach.

Zusammenfassung: Haushaltsnahe Dienstleistungen und vor allem Handwerkerleistungen betreffen fast jeden Steuerzahler. So lässt sich ein Teil der Miet-Nebenkosten vom Staat zurückholen.

 

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Theresa Voigt Geschrieben von:

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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Leider etwas dünn, der Artikel, denn das ist im Grunde Basiswissen.

    Was darüber hinaus noch wissenswert und essentiell ist, dass die Handwerkerkosten nie bar bezahlt, sondern im per Überweisung getätigt werden müssen, um vom FA anerkannt zu werden. Darüber hinaus verlangt das FA regelmäßig die Originalunterlagen (Rechnungen und Zahlungsnachweise). Daher ganz wichtig, vorher Kopien machen oder alle Unterlagen einscannen für den Fall, dass unterwegs etwas verloren geht.
    Nicht nur die Arbeitskosten sind bis zu 20% (inklusive MWSt.) abzurechnen, sondern auch Fahrtkosten können abgerechnet werden. Materialkosten bleiben, wie bereits im Artikel angemerkt, aussen vor.

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Hallo Herr Kettener,
    vielen Dank für Ihren Eintrag. Ihre Informationen treffen zu. Zusätzlich sind auch die in Rechnung gestellten Kosten für Maschinen begünstigt. In der Online-Steuererklärung haben wir detailliert beschrieben, welche Kosten begünstigt sind und wie der Nachweis zu führen ist.
    Beste Grüße
    Stefan Heine


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