24.09.2015 · smart steuern ·

Auf Nummer sicher – die Steuernummern und ihre Geschichte (Serie, Teil 30)

Wenn es um Steuern geht, geht es meist um Zahlen. Um recht viele Zahlen, um es genauer zu sagen. Mein alter Freund Chris fragte mich letztens, warum es dann auch noch zwei Steuernummern geben würde. Gute Frage, ich machte mich dann gleich mal schlau.

Die gute alte Steuernummer

Lange Jahre bekam jeder, der zum ersten Mal eine Steuererklärung beim Finanzamt abgab, eine Steuernummer. Die sah vom Aufbau her überall in Deutschland zwar ähnlich aus, war aber doch je nach Bundesland in einigen kleinen Details verschieden. xx/yyy/zzzzp – so ungefähr sieht das aus, wobei xx einen Hinweis auf die Finanzamtsnummer gibt, yyy auf den jeweiligen Bezirk und zzzz auf die persönliche Steuernummer. P ist dann lediglich eine Prüfziffer.
Der wohl größte Nachteil dieser Nummer war, dass bei jedem Umzug eine neue Steuernummer nötig wurde, in der Regel sogar innerhalb einer Stadt. Zudem brauchte es für die elektronische Lohnsteuerbescheinigung und das ELSTER-Verfahren auch noch eine zusätzliche Zahl, die eTIN.

Von der Wiege bis zur Bahre – und noch länger

Aus all diesen Gründen wurde im Jahr 2008 die – Achtung, festhalten! – steuerliche Identifikationsnummer eingeführt. Geht auch kürzer als Steuer-IdNr. – und sogar noch kürzer IdNr.
Gucken Sie mal auf Ihren Steuerbescheid oben links, da sollte die IdNr. stehen – und in der Regel auch noch die (alte) Steuernummer. Warum tauchen nun immer noch beide auf? Hier gilt wohl das Auf-Nummer-sicher-Prinzip: Zwar soll die IdNr. die Steuernummer ablösen, doch wann das endgültig so sein wird, steht noch nicht fest. Vermutlich erst dann, wenn die Finanzbehörden sicher wissen, dass der Verzicht auf die alte Steuernummer nicht zu, sagen wir mal, schwerwiegenden Problemen führt.
Die IdNr. gilt konstant auch bei Ortswechseln und lebenslang – und sogar darüber hinaus. Mit der Geburt gibt es die elfstellige Zahl heutzutage für jeden. Gelöscht werden sie und die damit zusammenhängenden Daten erst, wenn sie nicht mehr gebraucht werden, spätestens immerhin 20 (!) Jahre nach dem Tod der Person.

Die Steuer-IdNr. kann eindeutig eine Person identifizieren. Zwar stellte sich heraus, dass es anfangs mehr als 100.000 Doubletten gab, doch prinzipiell ist natürlich die Kritik daran berechtigt. Denn auch wenn immer wieder betont wird, dass die neue Steuernummer nur zum Einsatz kommt, wenn es sich im weitesten Sinne um das Finanzamt dreht, dürfte ein solcher Datenschatz natürlich auch Begehrlichkeiten bei anderen Stellen wecken. Und spätestens seit Edward Snowden ist eigentlich auch nichts mehr unvorstellbar…

Kleine Zahlenspiele

Immerhin: Der IdNr. selbst lässt sich nicht ansehen, wem sie gehört. Denn darin sind keine Buchstaben aus dem Namen (wie in der eTIN) enthalten und auch nicht das Geburtsdatum wie in der Personenkennzahl (PKZ) in der ehemaligen DDR. Die zufällige Steuer-IdNr. besteht aus elf Ziffern, die lediglich einem immer gleichen Schema folgen: Unter den ersten zehn Ziffern taucht exakt eine Ziffer nicht auf – und dementsprechend exakt eine Ziffer doppelt. Bei mir zum Beispiel ist die 2 doppelt und die 6 fehlt. Alle anderen Ziffern von 0 bis 9 sind einmal dabei. Die elfte Ziffer der IdNr. ist hingegen wie früher eine Prüfziffer.

Und zum Schluss noch zwei Nummern: Wer „wirtschaftlich“ tätig ist, soll bald auch noch eine Wirtschafts-Identifikationsnummer bekommen. Und seit rund 20 Jahren gibt es für Firmen auch noch die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.

Zusammenfassung: Die steuerliche Identifikationsnummer, kurz IdNr., gilt lebenslang und löst nach und nach die alte Steuernummer ab.

 

Zum vorherigen Teil der Serie: Arbeitskleidung – oder was Al Bundy mit Steuerrecht zu tun hat (Serie, Teil 29)

Theresa Voigt Geschrieben von:

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