Steuererklärung Frist: Diese Fristen gelten für die Abgabe!

Das Wichtigste in Kürze
  • Wer verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben, muss die Erklärung bis zum 31. Oktober des Folgejahres beim Finanzamt einreichen.
  • Für das Steuerjahr 2021 endet die Abgabefrist am 31. Oktober 2022.
  • Sollte die Steuererklärung von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein erledigt werden, verlängert sich die Abgabefrist auf den 31. August 2023.
  • Bei Fristversäumung müssen Sie mit Sanktionen vom Finanzamt rechnen. Dazu zählen Verspätungszuschlag, Zwangsgeld, Steuerschätzungen oder Zinsen.
  • Sollen Sie Ihre Steuererklärung freiwillig abgeben, haben Sie vier Jahre Zeit ihre Steuererklärung beim Finanzamt einzureichen.

 

Im Steuerjahr 2020 gab es eine wesentliche Neuerung bei der Steuererklärung. Die Frist lief nicht mehr am 31. Juli ab – sondern erstmals bundesweit drei Monate später am 31. Oktober. Auch für das Steuerjahr 2021 gilt der Stichtag Ende Oktober. Doch das ist nur die halbe Wahrheit – denn viele Steuerzahler können sich mehr Zeit lassen.

Hier erfahren Sie, wer auf die Frist zur Steuererklärung achten muss – und wer auch gefahrlos später abgeben kann. Zudem erläutern wir, was Sie tun können, wenn Sie zu spät dran sind und was vom Finanzamt droht, wenn Sie bei der Steuererklärung die Frist verpassen.

Wer muss – und wer darf eine Steuererklärung abgeben?

Bevor wir Ihnen gleich die neuen Termine für die Steuer ausführlich zeigen, müssen wir zuerst klären, wer sich an welchen Termin halten muss. Dabei kommt es entscheidend darauf an, ob Sie zur Abgabe verpflichtet sind (“Pflichtveranlagung”) oder es freiwillig tun (“Antragsveranlagung”).
Kurz gesagt: Wer in der Pflicht steht, hat weniger Zeit als ein freiwilliger Abgeber.

Wer ist also zur Abgabe einer Steuererklärung mit Frist verpflichtet? Gleich vorweg: Selbstständige, Rentner und Vermieter müssen immer eine Steuererklärung abgeben, wenn ihr Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt.

Dieser wurde für das Jahr 2022 (Steuerjahr 2021) rückwirkend zum 1. Januar 2022 auf 10.347 € für Ledige und 20.694 € für Verheiratete angehoben. Durch die rückwirkende Anhebung des Grundfreibetrags werden alle Einkommensteuerpflichtigen entlastet.

Für alle anderen regelt Paragraph 46 im Einkommensteuergesetz alles. Und den fassen wir mal für Sie verständlich zusammen. Eine Steuererklärung müssen unter anderem abgeben:

  • Arbeitnehmer, die zusätzlich zum Arbeitslohn mehr als 410 € Einnahmen haben, etwa aus Vermietung oder Verpachtung.
  • Ehepaare, die zusammen die Steuer machen (“gemeinsame Veranlagung”) und entweder die Steuerklassenkombination 3/5 oder beide die Steuerklasse 4 mit Faktor haben. Ebenfalls fällig ist das Paar, wenn einer auf Steuerklasse 6 gearbeitet hat.
  • Wer Lohnersatzleistungen von mindestens 410 € bezogen hat. Das sind unter anderem Arbeitslosen-, Eltern-, Kranken- oder Kurzarbeitergeld. Die sind zwar steuerfrei, können aber aufs Ganze gesehen die Steuerlast erhöhen, da sie dem Progressionsvorbehalt unterliegen.
  • Wer sich einen Freibetrag auf seine Lohnsteuerkarte hat eintragen lassen, etwa weil der Arbeitsweg sehr lang ist. Das gilt nicht für Kinderfreibetrag sowie Hinterbliebenen- und Behindertenpauschbetrag.
  • Wer im Steuerjahr bei zwei Arbeitgebern gleichzeitig beschäftigt war.
  • Wer eine Abfindung vom ehemaligen Arbeitgeber erhalten hat, auf die die sogenannte Fünftelregelung Anwendung fand.
  • Wer dazu vom Finanzamt aufgefordert wird.

Sie sehen, dass schon recht viele eine Steuererklärung mit Frist machen müssen. Andererseits aber auch, dass viele (vor allem Arbeitnehmer) nicht in der Pflicht stehen.

Steuererklärung: Frist hängt von mehreren Faktoren ab

Kommen wir nun zu der Abgabefrist der Steuererklärung, oder besser den Abgabefristen.

  • Sind Sie gesetzlich zur Abgabe verpflichtet, muss Ihre Steuererklärung für das Steuerjahr 2021 spätestens bis zum 31. Oktober 2022 beim Finanzamt sein. Fällt dieses Datum auf ein Wochenende, reicht noch der darauffolgende Montag.
  • Wenn Sie die Steuer nicht alleine schaffen, weil es zum Beispiel zu knifflig ist oder Sie sich dafür keine Zeit nehmen wollen, können Sie einen Steuerberater hinzuziehen oder zum Lohnsteuerhilfeverein gehen. Dann rückt für die Steuererklärung die Frist um einige Monate nach hinten. Ihre Steuererklärung für das Jahr 2021 muss dann erst am 31. August 2023 beim Finanzamt sein.
    ABER: Diesen “Luxus” müssen Sie auch ordentlich bezahlen. Deshalb raten wir dazu, die Steuer selbst zu machen. Mit unserer Online-Steuererklärung smartsteuer geht das echt fix und auch Steuer-Laien kommen damit gut zurecht. Der Grund: Wir verzichten auf Steuer-Latein und Sie müssen nur einfache Fragen beantworten.
    Nicht zu vergessen: Das Finanzamt kann auch schon früher zur Abgabe auffordern.
  • Wer nicht abgeben muss, hat so richtig Zeit! Bis zu vier Jahre nach Ablauf des entsprechenden Steuerjahres. Das heißt: Sie haben für die Steuererklärung eine Frist bis zum 31. Dezember 2022 – und zwar für die aus dem Jahr 2018.

Tja, klingt toll, wird jetzt der ein oder andere sagen, aber warum sollte ich es denn tun? Wenn ich nicht dazu verpflichtet bin? Darum geht es im nächsten Abschnitt.

Darum sollten Sie freiwillig abgeben

Steuererklärung ohne Frist, also fast ohne, wenn man auf die vier Jahre Zeit schaut – warum sollten Sie sich das überhaupt antun? Ist doch super, wenn man sich gar nicht um die Steuer kümmern muss. Dann sei die Frage erlaubt, ob Sie gern auf Geld verzichten? Sehen Sie, das wollen Sie in der Regel nicht. Und ich sage es ganz kurz. Wer freiwillig die Steuer macht, kann nur gewinnen! Warum?

Punkt 1: Überlegen Sie doch zuerst einmal, warum viele nicht abgeben müssen? Etwa, weil der Staat nett ist? Ganz sicher nicht! Der Fiskus weiß, dass bei denen, die nicht abgeben müssen, eher nichts mehr zu holen ist. Sogar im Gegenteil: In der absoluten Mehrzahl der Fälle bekommen Sie Geld zurück vom Staat. 500 Millionen € bleiben nach Schätzungen Jahr für Jahr in der Staatskasse – die eigentlich Ihnen zustehen.

Punkt 2: Machen Sie die Steuererklärung mit unserer Online-Lösung smartsteuer. Sie gehen kein Risiko ein, denn zahlen müssen Sie erst, wenn Sie die Erklärung zum Finanzamt schicken. Sie sehen schon vorher, ob Sie tatsächlich Geld zurückbekommen. Und falls der unwahrscheinliche Fall eintritt – und Sie Steuern nachzahlen sollen: Kein Problem. Legen Sie Einspruch ein. Ziehen Sie dabei die Steuererklärung innerhalb von einem Monat zurück. Dann ist es so, als ob Sie die Steuererklärung nie abgegeben hätten.

Punkt 3: Wenn Sie sehr spät abgeben, bekommen Sie sogar noch Zinsen auf Ihre Steuererstattung. Ab 15 Monaten nach Ablauf des betreffenden Steuerjahres erhalten Sie pro weiterem Monat 0,5 % Zinsen, aufs Jahr gerechnet stolze 6 %.

Bei smartsteuer finden Sie die Steuererklärungen für die zurückliegenden Steuerjahre auf dieser Seite.

Steuererklärung: Frist verpasst – was tun?

Es kann ja immer mal passieren, dass man einen Termin verpasst.

Gleich vorweg: Wer freiwillig abgibt, hat die angesprochenen vier Jahre Zeit. Wer in diesem Fall später kommt, den bestraft sprichwörtlich das Leben. Vorbei ist dann vorbei, endgültig.
Aber wer abgeben muss? Nun, es gibt immerhin die Möglichkeit, eine Fristverlängerung zu beantragen. Was gilt es da zu beachten?

  • Die Fristverlängerung muss vor Ablauf der eigentlichen Frist (31. Oktober) beim Finanzamt sein.
  • Es braucht einen wirklich guten Grund, warum Sie erst verspätet abgeben. Dazu zählen zum Beispiel: ein Umzug, eine längere Dienstreise oder ein Auslandsaufenthalt, langwierige Krankheiten oder Unterlagen, die Sie noch nicht haben – woran Sie aber nicht schuld sind.

Und wie läuft das konkret? Sie können entweder einen Brief aufsetzen und an das Finanzamt schicken. Oder Sie schicken eine E-Mail an Ihr zuständiges Finanzamt. Und schon ist für Ihre Steuererklärung die Frist nach hinten gerückt, in der Regel um vier Monate.

Wie bereits geschrieben zum Stichwort Steuererklärung und Frist: Noch haben Sie in diesem Jahr Zeit bis Ende Juli. Aber wenn Sie jetzt schon absehen können, dass die Zeit nicht mehr reicht, beantragen Sie die Fristverlängerung lieber gleich – oder machen am besten gleich die Steuererklärung selbst.

Was droht bei Verspätung?

Nun, ist bei der Steuererklärung die Frist endgültig abgelaufen, wird es ab 2020 ernst, oder wenigstens ernster als zuvor. Der Hintergrund: Bis 2020 lagen Sanktionen wegen der Verspätung vor allem im Ermessensspielraum des zuständigen Finanzbeamten. So konnte man eigentlich völlig problemlos eine Fristverlängerung bekommen. Wie es in diesem Jahr und dem späteren Stichtag aussieht, lässt sich noch nicht endgültig sagen. Es gibt einfach noch keine Erfahrungswerte.

Eigentlich soll es eine Fristverlängerung nur noch in schwerwiegenden Fällen geben. Es ist aber andererseits schwer vorstellbar, dass das Finanzamt gleich im ersten Jahr der neuen Regelung die Daumenschrauben so fest anzieht.

Welche Sanktionen drohen nun genau?

  • Für jeden Monat, den Sie zu spät abgeben, werden 0,25 % der festgesetzten Steuernachzahlung fällig, mindestens jedoch 25 €. Noch unklar ist, was passiert, wenn man die Steuererklärung “ohne Hilfe” verspätet abgibt, und zwar vor der Frist “mit Hilfe” (also dem 2. März). Hier kann der Finanzbeamte den Verspätungszuschlag verhängen, ist aber nicht dazu verpflichtet. Es gibt also wieder den Ermessensspielraum. Wer aber erst nach dem 2. März abgibt, muss definitiv zahlen. Und wer es alleine gemacht hat, auch für die Monate nach dem 31. Juli bis Ende Februar des darauffolgenden Jahres.
  • Wenn Sie eine Steuererstattung bekommen, kann das Finanzamt auf den Verspätungszuschlag verzichten, muss es aber nicht. Würde ja Sinn machen, denn man hat damit dem Staat schon einen zinslosen Kredit ermöglicht.
  • Für ganz schwerwiegende Fälle drohen zusätzlich ein Zwangsgeld, eine Steuerschätzung (die eigentlich nie zu Ihren Gunsten ausfällt) und Verspätungszinsen.

Abgabefristen kurz erklärt - in unserem Video

Was bedeutet das konkret für mich?
Steuererklärung und Frist
– diese Kombi ändert sich in diesem Jahr. Die Abgabefrist der Steuererklärung rückt zwei Monate nach hinten, auf Ende Juli. Aber nur für die, die auch abgeben müssen. Freiwillige Abgeber haben immer noch vier Jahre Zeit für die Abgabe.

Häufige Fragen

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Selbstständige, Rentner und Vermieter müssen immer eine Steuererklärung abgeben, wenn ihr Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt. Hinzu kommen Ehepaare, die zusammen die Steuer machen (“gemeinsame Veranlagung”) und wer Lohnersatzleistungen von mindestens 410 € bezogen hat.

Wer darf eine Steuererklärung abgeben?

Liegt Ihr Einkommen unterhalb des sogenannten Grundfreibetrages, dann zahlen Sie keine Steuern und müssen auch keine Steuererklärung abgeben. Wir empfehlen Ihnen dennoch eine Steuerklärung zu machen. Unsere Kunden bekommen Ø 1.069 € vom Finanzamt erstatten.

Bis wann muss ich eine Steuererklärung abgeben?

Sind Sie gesetzlich zur Abgabe verpflichtet, muss Ihre Steuererklärung für das Steuerjahr 2021 spätestens bis zum 31. Oktober 2022 beim Finanzamt sein. Wer nicht verpflichtet ist eine Steuererklärung abzugeben, hat bis zu vier Jahre nach Ablauf des entsprechenden Steuerjahres Zeit.

Was droht bei einer verspäteten Abgabe bei der Steuererklärung?

Für jeden Monat, den Sie zu spät abgeben, werden 0,25 % der festgesetzten Steuernachzahlung fällig, mindestens jedoch 25 €. Für schwerwiegende Fälle drohen zusätzlich ein Zwangsgeld, eine Steuerschätzung und Verspätungszinsen.

Über den Autor:

Mandy Pank

Mandy Pank

Mandy ist im Marketing tätig und immer darauf bedacht steuerliche Themen so einfach wie möglich aufzubereiten. Dabei hilft ihr natürlich auch ihr Hintergrund als Steuerfachangestellte. Sie versetzt sich gerne in die Lage der Kunden, um herauszufinden, wo der Schuh drückt. Doch auch für ihre Kollegen hat sie immer ein offenes Ohr und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

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