09.02.2018 · smart steuern ·

Steuer-ABC: I wie Identifikationsnummer (Steuer-ID)

Wir Deutschen lieben es irgendwie kompliziert. Es leuchtet ja ein, dass ein Steuerzahler eine Steuernummer braucht. Das macht es für das Finanzamt einfacher – als jedes Mal mit Namen, Geburtsdatum und Adresse zu arbeiten. Aber warum gibt es mittlerweile gleich zwei Steuernummern für jeden? Und dabei rede ich nicht mal von den Selbstständigen, die auch noch eine dritte für die Umsatzsteuer brauchen. Wir bringen wie gewohnt Licht ins Dunkel und erklären, was die Identifikationsnummer und die „alte“ Steuernummer überhaupt sind, wo die Unterschiede liegen und natürlich auch, wo Sie sie finden.

Doppelt hält (noch) besser

  • Lange Jahre, genauer bis ins Jahr 2007 gab es nur eine Steuernummer. Die sah ungefähr so aus: a/b/c, wobei für a,b und c Zahlen stehen. a und b zeigen an, um welches Finanzamt in welchem Bezirk es sich handelt, c ist sowas wie die persönliche Steuernummer. Nun war in der Tat nicht alles gut mit dieser alten Steuernummer. Wenn man umzog, brauchte man wieder eine neue Steuernummer. Das konnte sogar bei einem Umzug innerhalb einer Stadt passieren.
  • 2008 schlug dann die Geburtsstunde der steuerlichen Identifikationsnummer, eine elfstellige Zahl. Kurzfassungen davon lauten etwa Steuer-ID oder IdNr. Die neue Steuer-ID bleibt immer gleich, ganz egal wo Sie wohnen. Sie gilt zudem lebenslang – und sogar 20 Jahre nach Ihrem Tod. Erst dann wird sie gelöscht.

Es spricht also einiges für die neue Steuer-ID, und doch gibt es immer noch beide Steuernummern. Wann die eigentlich geplante Ablösung der alten Steuernummer durch die neue Steuer-ID vonstatten geht, weiß leider keiner so genau. Sicherheitshalber sollten Sie deshalb immer beide Nummern angeben, wenn es um das Finanzamt geht.

Wo finde ich die Steuernummern?

Kommen wir zuerst zur neuen Steuer-ID. Die haben im Jahr 2008 alle rund 81 Millionen Einwohner Deutschlands per Post vom Bundeszentralamt für Steuern erhalten. Wer danach geboren ist, bekommt sie automatisch nach seiner Geburt. Die Steuer-ID ist übrigens keine gewöhnliche elfstellige Zahl: Genau eine Ziffer taucht doppelt auf – und genau eine Ziffer fehlt.
Wenn Sie das Schreiben von vor zehn Jahren nicht mehr haben, schauen Sie bitte auf Seite 1 Ihres letzten Steuerbescheids: dort steht die IdNr. links oben. Und wenn Sie einmal dabei sind: die alte Steuernummer steht direkt darunter.

Sie können die Steuernummern absolut nicht finden?

Nicht jeder hat einen Steuerbescheid, wo er schnell mal nach den Nummern schauen kann. Vom zehn Jahre alten Schreiben reden wir gar nicht erst.
Die Steuer-ID können Sie sich erneut vom Bundeszentralamt für Steuern zuschicken lassen. Am einfachsten geht das online. Klicken Sie dafür auf diesen Link, füllen Sie das Formular aus (Geschlecht, Name, Vorname, Geburtsdatum, Geburtsort, aktuelle Anschrift) und klicken danach auf „Senden“. Aktuell müssen Sie dann bis zu vier Wochen warten bis Ihre Steuer-ID in Ihrem Briefkasten ist – sie kommt also per Post.
Bei der alten Steuernummer gibt es zwei Varianten: Wenn Sie noch nie eine Steuererklärung beim Finanzamt abgegeben haben, haben Sie auch keine Steuernummer. Wenn Sie das jetzt zum ersten Mal tun, geben Sie einfach die Steuererklärung ohne Steuernummer ab. Im Steuerbescheid wird dann Ihre Steuernummer unter der Steueridentifikationsnummer zu sehen sein. Wenn Sie schon mal abgeben haben an Ihrem aktuellen Wohnort, müssen Sie einfach nur bei Ihrem zuständigen Finanzamt nachfragen. Welches das ist, können Sie schnell mit unserem Finanzamtfinder herausfinden.
Und zu guter Letzt: Wenn Sie geheiratet haben und Ihre Steuererklärung zusammen abgeben („gemeinsame Veranlagung“), bekommen Sie mit dem Steuerbescheid eine neue, gemeinsame Steuernummer.

Bisher im Steuer-ABC:

 

Theresa Voigt Geschrieben von:
4 Kommentare

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Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Elsing Ernst sagt:

    Viele Menschen wird interessieren, was dem FA unter der 11-stelligen
    ID alles mit Sicherheit oder eventuell gemeldet wird.
    Das würde auch manchen davor bewahren, falsche oder gar keine
    Daten von sich zu geben. Interessant ist z.B. der Renten-Anpassungswert,
    den die RV nur auf Wunsch mitteilt, dem FA aber ungefragt.
    Vielen Dank für Ihre Bemühungen. Ernst Elsing

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Guten Tag Herr Elsing,

    derzeit können Sie folgende Daten bei Ihrem Finanzamt abrufen:

    Ihre persönlichen Daten wie Vorname, Name, Adresse, Geburtsdatum, Religion und Bankverbindung
    Vom Arbeitgeber übermittelte Lohnsteuerbescheinigungen
    Mitteilungen über den Bezug von Rentenleistungen
    Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen
    Vorsorgeaufwendungen (zum Beispiel Riester- oder Rürup-Verträge)
    Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen- oder Elterngeld
    Vermögenswirksame Leistungen

  • M. Kraus sagt:

    Versicherungen und Bausparunternehmen schicken
    doch auch alles was über den Freibetrag hinaus geht dem
    Finanzamt.
    Geht das auch über über die ID Nummer?
    Es steht aber nichts auf der jährlichen Abrechnung.
    Vielen Dank

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Derzeit können Sie folgende Daten bei Ihrem Finanzamt abrufen:

    Ihre persönlichen Daten wie Vorname, Name, Adresse, Geburtsdatum, Religion und Bankverbindung
    Vom Arbeitgeber übermittelte Lohnsteuerbescheinigungen
    Mitteilungen über den Bezug von Rentenleistungen
    Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen
    Vorsorgeaufwendungen (zum Beispiel Riester- oder Rürup-Verträge)
    Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen- oder Elterngeld
    Vermögenswirksame Leistungen


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