24.04.2020 · smart steuern ·

Kurzarbeit und die Steuer – das müssen Sie wissen!

Es gibt sie schon lange, doch erst in diesen Zeiten ist Kurzarbeit in aller Munde. Viele Unternehmen setzen darauf, um Mitarbeiter nicht entlassen zu müssen. Der Staat unterstützt mit Kurzarbeitergeld, um den Verdienstausfall wenigstens ein bisschen abzufangen. Also alles gut? Leider nicht, denn im nächsten Jahr lauert für viele eine unliebsame Überraschung: Sie müssen verpflichtend eine Steuererklärung machen – und unter Umständen sogar Steuern nachzahlen. Warum das so ist, worauf Sie achten sollten und weshalb unsere Online-Steuererklärung smartsteuer genau in diesem Fall eine gute Wahl ist – Sie erfahren es in diesem Blogartikel.

Wie funktioniert Kurzarbeitergeld?

Damit Sie wissen, wovon wir reden, ganz kurz zur Berechnung des Kurzarbeitergelds. Der Staat übernimmt 60 Prozent (bei mindestens einem Kind sogar 67 Prozent) des wegen Kurzarbeit entgangenen Nettolohns. Am einfachsten zu berechnen ist das bei der sogenannten Kurzarbeit Null, also wenn die Arbeitszeit auf Null gesetzt wird. Dann erhalten Sie 60 beziehungsweise 67 Prozent Ihres normalen Nettolohns.
Wenn Sie aber reduziert arbeiten, und deshalb zum Beispiel 500 Euro weniger Netto hätten, erhalten sie 300 (60 Prozent von 500 Euro) beziehungsweise 335 Euro mit Kind (67 Prozent von 500) Kurzarbeitergeld obendrauf. Wenn Sie es genauer wissen wollen, probieren Sie einfach einen „Kurzarbeitergeldrechner“ aus. 

Ist Kurzarbeitergeld steuerfrei?

Ja, Sie müssen tatsächlich keine Steuern auf das Kurzarbeitergeld zahlen. Sie zahlen ganz normal Steuern auf das Gehalt, dass Sie während der Kurzarbeit bekommen. Bei einer Reduzierung der Arbeitszeit um zum Beispiel 50 Prozent, zahlen Sie Steuern auf die Hälfte des sonstigen Bruttoeinkommens. Das Kurzarbeitergeld selbst steht auch auf der Lohnabrechnung, ist aber steuerfrei. 

Jetzt kommt das große Aber, denn das ist leider nicht das Ende der Geschichte. Kurzarbeitergeld gehört zu den Lohnersatzleistungen (wie etwa Eltern- und Krankengeld) – und diese unterliegen dem Progressionsvorbehalt. Klingt schlimm, ist es aber nicht. Nur ein bisschen speziell.
Kurz gesagt bedeutet es: Bei der Steuer werden Ihr eigentlicher Lohn und das Kurzarbeitergeld addiert. Dann wird geschaut, welcher Steuersatz für diese Summe gilt. Dieser (höhere) Steuersatz wird dann auf Ihren eigentlichen Lohn (ohne Kurzarbeitergeld) angewendet. Das heißt, Sie zahlen effektiv mehr Steuern.
Sie können das auch mit schönen Beispielen in diesem Artikel nachlesen. 

Steuererklärung im nächsten Jahr Pflicht

Könnte man damit noch gut leben, wird diese Nachricht den ein oder anderen Steuererklärungsverweigerer sicher ärgern. Die Regel ist aber klar: Wer innerhalb eines Steuerjahres Lohnersatzleistungen von mehr als 410 Euro bezogen hat, muss im Folgejahr eine Steuererklärung abgeben. Wer also im Laufe dieses Jahres mehr als 410 Euro Lohnersatzleistungen wie Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld bekommt, muss im nächsten Jahr eine Steuererklärung machen. Frist für die Abgabe ist übrigens der 31. Juli 2021.

Falls Sie jetzt übrigens denken „Na toll! Wer einmal eine Steuererklärung macht, muss sie immer abgeben!“ liegt übrigens falsch. Mit diesem Mythos haben wir hier aufgeräumt.

Gute Nachrichten für Sie

Wir wären nicht smartsteuer, wenn wir nicht wenigstens eine gute Nachricht hätten, eigentlich sogar zwei.

Es ist gar nicht mal so unwahrscheinlich, dass Sie trotz Kurzarbeitergeld eine Steuererstattung erhalten können. Zwar treibt das Kurzarbeitergeld den Steuersatz etwas nach oben, aber Sie können weiterhin alles absetzen, was nur möglich ist – und so wiederum Ihre Steuerlast senken. Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und mehr. 

Und damit sind wir bei der zweiten guten Nachricht: Mit unserer Online-Lösung smartsteuer müssen Sie sich nicht mal Gedanken machen, wenn Sie nicht wissen, was ich da gerade geschrieben habe. Denn bei smartsteuer braucht es kein Steuer-Fachchinesisch. Sie werden in Form eines Interviews durch die Erklärung geführt. Sie müssen auch nicht wissen, wo was an welcher Stelle in welchem Formular eingetragen werden muss. Erledigt alles smartsteuer.

Ach, und wenn wir gerade dabei sind. Wenn Sie noch nie die Steuer machen mussten – und nun nach der Lektüre dieses Artikel wissen, dass Sie nächstes Jahr dran sind: Warum machen Sie nicht gleich jetzt die Steuer fürs Jahr 2019? Das übt schon mal für das nächste Jahr und kostet bis zur Abgabe an das Finanzamt auch nichts. Erst wenn Sie sehen, dass Sie in diesem Jahr mit einer Erstattung rechnen können, schicken Sie die Erklärung ans Finanzamt und zahlen 34,99 Euro für bis zu 5 Steuererklärungen. Sollte es sich für Sie nicht lohnen, geben Sie die Erklärung einfach nicht ab.

Was bedeutet das konkret für mich?
Wenn Sie in diesem Jahr Kurzarbeitergeld von mehr als 410 Euro beziehen, müssen Sie im nächsten Jahr eine Steuererklärung für 2020 abgeben. Stichtag ist der 31. Juli 2021.

Keine Zeit unseren Blog-Beitrag zu lesen? Wir haben in unserem Video noch einmal alles zusammengefasst:

Geschrieben von:
Stefan Heine Stefan versteht als Fachanwalt für Steuerrecht selbst die Gesetze, die ihre eigenen Autoren verzweifeln lassen. Dabei widerlegt er das Gerücht, Juristen könnten nicht rechnen – zur Freude unserer Kunden und zum Ärger des Finanzamtes. Mit viel Ruhe sorgt Stefan für Ausgleich und Harmonie im smartsteuer Team.
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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Tim Adelmann sagt:

    Gegen die Anwendung des Progressionsvorbehalts für das Kurzarbeitergeld (und die damit einhergehende Gefahr von Steuernachzahlungen) habe ich eine Petition gestartet:
    https://www.change.org/KuG-Progression

    Ich stehe dazu z.B. in Kontakt mit dem Bundestagsabgeordneten meines Wahlkreises und am Freitag wurde in unserer lokalen Tageszeitung über die Petition berichtet.
    Am Samstag wurde dann ein Kommentar vom Landesvorsitzenden der Deutschen Steuergewerkschaft Hessen abgedruckt, der die Initiative für „überdenkenswert und naheliegend“ hält.

    Über jede weitere „Unterschrift“ unter der Petition freue ich mich, da sie dem Thema mehr Gewicht verleiht.

    Viele Grüße
    Tim Adelmann

  • Avatar Gaube sagt:

    Ich mache unsere und auch die meiner Mutter Steuererklärung seit Jahren mit Ihrer Software.
    Frage: Deckt smartsteuer.de auch das Thema ab „Steuererklärung für im EU-Ausland (Zypern) lebende Rentner“, also EK-StErklärungen an das FA Neubrandenburg (RiA)?
    Auch wenn man sich gegenüber RiA als für uneingescchränkt steuerpflichtig erklärt, der zusammenveranlagt ist mit seiner noch im EU-Ausland beschäftigten Gattin?

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Hallo,
    smartsteuer richtet sich ausschließlich an unbeschränkt Steuerpflichtige.

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Hallo,
    die Erhöhung des Steuersatzes durch das Kurzarbeitergeld wird nächstes Jahr bei vielen Betroffenen vermutlich für einen großen Schock sorgen. Viele Steuerpflichtige werden eine Erstattung gewohnt sein, die Sie nächstes Jahr vermutlich besonders benötigen werde. Ich persönlich finde die Initiative sehr unterstützenswert. Die Hilfe wird dort ankommen, wo auch ein großer Bedarf ist.


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