31.03.2020 · smart steuern ·

Home-Office – das können Sie absetzen

Millionen Deutsche können oder müssen im Moment zu Hause arbeiten. Unsere Erfahrungen hier bei smartsteuer sind da übrigens ziemlich gut. Natürlich haben sich einige Kollegen auch gleich gefragt, ob sich da dann was bei der Steuer machen lässt. Normalerweise sind die Ausgaben für ein häusliches Arbeitszimmer ja kaum noch steuerlich absetzbar. Und wir haben eine gute Nachricht: Ja, es gibt in der jetzigen Zeit tatsächlich die Möglichkeit, Kosten für ein Arbeitszimmer abzusetzen. Auf wen das zutrifft und was es zu beachten gilt – Sie erfahren es hier im Blog. 

Gleich vorab, Ausgaben für Arbeitsmittel wie einen Bürostuhl, Schreibtisch oder Regale konnten Sie auch bisher schon von der Steuer absetzen. Und das sogar, wenn Sie kein „richtiges Arbeitszimmer“ hatten. Dazu weiter unten noch ausführlicher. Jetzt aber erst mal zur neuen Situation.   

Warum lässt sich ein Arbeitszimmer jetzt besser absetzen?

Das kann ich leicht erklären. Die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer lassen sich prinzipiell nur absetzen, wenn Sie keinen anderen Arbeitsplatz zur Verfügung haben. Und genau das dürfte bei vielen im Moment der Fall sein, wenn der Chef die Arbeit im Home-Office verordnet hat. Ihr Schreibtisch im Büro steht Ihnen ja nicht mehr zur Verfügung. 

Wie läuft das mit dem Absetzen genau?

Zuerst muss man zwei Fälle unterscheiden. 

  • Müssen Sie zu Hause arbeiten, können Sie bis zu 1.250 Euro im Kalenderjahr als Werbungskosten geltend machen. Wichtig: Dieser Betrag greift auch dann, wenn Sie zum Beispiel „nur“ drei Monate im Home-Office arbeiten. Es wird also nicht anteilig aufs Jahr gerechnet.
  • Die Steigerung: der unbeschränkte Abzug der Kosten für das häusliche Arbeitszimmer. Das greift, wenn das Arbeitszimmer der Mittelpunkt Ihrer beruflichen Tätigkeit ist. Wenn Sie also mehr als die Hälfte Ihrer Arbeitszeit in Ihrem Arbeitszimmer verbringen, ist es schon der Mittelpunkt. Also etwa bei 3 von 5 Arbeitstagen in der Woche. Alles muss dann zeitanteilig berechnet werden. Kosten von mehr als 1.250 Euro können also nur in die Rechnung einfließen, wenn Sie in den Zeitraum fallen, in dem Sie auch tatsächlich zu Hause arbeiten.

Das trifft auf Sie in irgendeiner Form zu? Dann lesen Sie jetzt unbedingt weiter. Denn es gibt schon noch einiges zu checken. 

Wie muss mein Arbeitszimmer aussehen?

Nun, wir meinen bei dieser Frage nicht, welche Wandfarbe Sie verwenden oder so etwas. Es geht darum, was das Finanzamt fordert.
Ein häusliches Arbeitszimmer muss ein abgeschlossener Raum sein, der büromäßig eingerichtet ist und ausschließlich oder nahezu ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt wird. Eine private Mitnutzung darf höchstens 10 Prozent betragen, wenngleich das natürlich schwer messbar ist. Klar ist auf jeden Fall: Einfach das Notebook auf den Küchentisch stellen, macht die Küche nicht zum Arbeitszimmer. Auch die klassische Arbeitsecke in einem Raum erfüllt nicht die Voraussetzungen. Selbst ein Durchgangszimmer ist kritisch zu sehen.

Wenn Sie also bisher keinen solchen abgeschlossenen Raum hatten, können Sie ihn natürlich temporär so einrichten. Handelt es sich etwa um ein Gästezimmer, sollten Sie auf jeden Fall das Bett aus dem Raum bringen – und auch andere Dinge, die in einem Büro nichts zu suchen haben. Ganz wichtig: Vermutlich werden Sie das Zimmer nach der Zeit im Home-Office wieder wie zuvor nutzen wollen – und nicht als Arbeitszimmer. Machen Sie deshalb unbedingt Fotos von Ihrem temporären Arbeitszimmer – zu Beginn und zum Ende der Zeit. Denn absetzen können Sie die Kosten ja erst mit der Steuererklärung im nächsten Jahr. Wenn das Finanzamt dann 2021 das Arbeitszimmer sehen will, haben Sie den Fotobeweis. 

Was lässt sich genau wie absetzen? 

Grob gesagt: Sie messen die Fläche des Arbeitszimmers und setzen das zur Gesamtfläche der Wohnung ins Verhältnis. Beispiel: Das Zimmer ist 13 Quadratmeter groß, die Wohnung 65 Quadratmeter. Der Anteil beträgt 20 Prozent. Sie können also 20 Prozent der Miete, der Energie- und Wasserkosten und noch einiges mehr als Ausgaben absetzen. Müssen Sie das Zimmer erst neu streichen, oder braucht es eine Lampe, weil der Raum vorher eine größere Abstellkammer war, zählen diese Kosten zu 100 Prozent.

Und wie ist das nun mit den Arbeitsmitteln?

Zum Schluss kehren wir noch mal zum Anfang zurück. Jeder, der auch irgendwie zu Hause arbeitet, kann zum Beispiel einen Bürostuhl und einen Schreibtisch absetzen. Wichtig ist hier vor allem, dass Sie auf die Preise achten. Alles, was höchstens 952 Euro (inklusive Mehrwertsteuer, 800 Euro ohne) kostet, lässt sich sofort in der nächsten Steuererklärung absetzen. Habe ich heute schon erwähnt, dass das mit unserer Online-Steuererklärung smartsteuer besonders leicht geht. Nein? Dann ist es hiermit geschehen. Wenn Sie sich hingegen zum Beispiel einen High-End-Stuhl für mehr als 952 Euro kaufen, müssen Sie den über mehrere Jahre abschreiben. Wie viele das sind, regeln die sogenannten Afa-Tabellen. Für einen Bürostuhl gilt wie für den Schreibtisch eine Nutzungsdauer von 13 Jahren…

Was bedeutet das konkret für mich?
Wenn Sie wegen der Corona-Krise zu Hause arbeiten müssen, können Sie die Kosten für ein häusliches Zimmer in dieser Zeit von der Steuer absetzen. Das Arbeitszimmer muss ein abgeschlossener, bürotypischer Raum sein, der höchstens zu 10 Prozent privat genutzt werden darf.

Geschrieben von:
Mandy Pank Mandy ist im Marketing tätig und immer darauf bedacht steuerliche Themen so einfach wie möglich aufzubereiten. Dabei hilft ihr natürlich auch ihr Hintergrund als Steuerfachangestellte. Sie versetzt sich gerne in die Lage der Kunden, um herauszufinden, wo der Schuh drückt. Doch auch für ihre Kollegen hat sie immer ein offenes Ohr und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Loreen sagt:

    Hallo ihr Lieben,

    erst einmal ein sehr schöner Artikel, allerdings kann ich ein was nicht rauslesen.
    Wenn ich jetzt eine 2 Raumwohnung habe und leider kein Arbeitszimmer besitzt und jetzt in der Zeit von COVID aber Homeoffice machen muss. Kann ich dann trotzdem Sachen wie Montior steuerlich absetzen, obwohl ich kein Arbeitszimmer besitze?

    Liebe Grüße
    Loreen

  • Avatar Ibrahimovic sagt:

    Hallo,
    was ist wenn mein Arbeitsplatz im Wohnzimmer steht da ich nur ein Zimmer habe !?!

  • Avatar Axel sagt:

    Hallo. Was ändert sich bei den Abschreibungsmodalitäten, wenn ich nicht Mieter, sondern Hauseigentümer bin?

  • Avatar Dietmar sagt:

    Hallo,
    ich habe hierzu noch 2 Fragen:
    – bestimmt fällt in dieser Zeit das Fahrgeld weg?
    – wenn man keine Miete zahlt sondern sein Haus tilgt?

    grüße Dietmar

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Hallo,

    die Wege zur Arbeit können nur geltend gemacht werden, wenn die Arbeitsstelle tatsächlich aufgesucht wird.

    Bei einem Wohneigentum können Sie die Abschreibung, Grund­steuer, Finanzierungs­kosten, Neben­kosten usw. anteilig abrechnen.

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Hallo,
    ein Zimmer, das zwar büromäßig eingerichtet sei, das aber in nennenswertem Umfang neben der Verrichtung von Büroarbeiten auch anderen Zwecken dient, ist nach Auffassung der Gericht bereits nach dem allgemeinen Wortverständnis kein Arbeitszimmer.


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