12.06.2020 · smart steuern ·

Wann kommt der Steuerbescheid – und was muss ich danach tun?

Wenn wir uns in unserem Support (das ist die Hilfe-Abteilung für Sie) umschauen, tauchen gerade immer wieder zwei Fragen auf: Wann kommt denn nun endlich mein Steuerbescheid? Und warum weicht das Ergebnis ab? Wir ergänzen das um eine dritte Frage: Was kann ich machen, wenn das Ergebnis abweicht? Zu allen drei Problemen liefern wir heute die Antworten. 

Wir fassen noch mal kurz die Situation zusammen: Sie waren (mal wieder) vorbildlich – und haben Ihre Steuer schon gemacht. Sehr gut! (Für alle anderen: Wer abgeben muss, hat noch bis zum 31. Juli diesen Jahres Zeit dafür.)  Und nun warten Sie auf den Bescheid. Oder er ist schon da, und das Finanzamt ist im Steuerbescheid auf ein schlechteres Ergebnis gekommen als von unserer Software berechnet. Zu diesen beiden Punkten kommen wir gleich, denn das kennen wir schon aus den vergangenen Jahren.
Doch getreu der altbekannten journalistischen Grundregel kommen zuerst die absoluten Neuigkeiten. Denn ab sofort wird es für Sie noch einfacher, sich gegen einen Steuerbescheid zu wehren.

Alles elektronisch – jetzt auch der Einspruch gegen den Steuerbescheid

Zuerst wollen wir nicht unerwähnt lassen, dass in den allermeisten Fällen die von smartsteuer ermittelten Werte mit denen auf dem Steuerbescheid übereinstimmen. Ist das bei Ihnen der Fall, sind Sie auch schon fein raus. Doch leider gibt es bei rund einem Drittel aller Steuererklärer doch Abweichungen. Und zumeist sind die nicht zugunsten des Steuerzahlers. Keiner ist perfekt, auch wir nicht. Doch die größte Fehlerquelle liegt eindeutig im Finanzamt. Denn Jahr für Jahr legen rund drei Millionen Steuerzahler Einspruch gegen ihren Steuerbescheid ein (das ist ausdrücklich erlaubt!). Und rund zwei Millionen bekommen tatsächlich recht. Also rund zwei Drittel.
Und wer sich bisher vielleicht nicht getraut hat, Einspruch zu erheben – oder gar zu faul war: Wir von smartsteuer machen es Ihnen ab sofort noch leichter. Mit dem elektronischen Einspruch gegen den Steuerbescheid. Ganz wichtig immer: Sie haben vom Eingang des Steuerbescheids nur 30 Tage Zeit für Ihren Einspruch.

So funktioniert der elektronische Einspruch

Ganz klar, Einspruch einlegen können Sie erst, wenn der Steuerbescheid da ist. Zudem müssen Sie bei smartsteuer verifiziert sein. Der elektronische Einspruch funktioniert für die Steuererklärung der Steuerjahre 2018 und bald auch 2019. Wenn Sie sich in der Software Ihren Steuerbescheid anschauen, gibt es links noch den Punkt „Abschließende Informationen“. Wenn Sie darauf klicken, sind Sie auch schon auf der Seite für den Einspruch (siehe Bild).

elektronischer Einspruch

elektronischer Einspruch

Wählen Sie eine Vorlage aus – und klicken Sie dann auf „Einspruch einlegen“. Sie erhalten eine Voransicht des Schreibens an das Finanzamt und müssen nur noch bestätigen. Fertig! Das Schreiben wird als PDF gespeichert, Sie können es bei Bedarf herunterladen. Dann heißt es warten, bis sich das Finanzamt meldet. Apropos warten…

Aber wann kommt denn der Steuerbescheid?

Wir gehen noch mal an den Anfang – und ich bin ganz ehrlich. Wenn ich für jede Person einen exakten Termin sagen könnte, würde ich nicht hier sitzen und diesen Text schreiben. Denn dann wüsste ich auch die Lottozahlen im voraus – und wäre längst Millionär. Im Ernst: Es gibt zwar immer wieder Statistiken, wie lange es von der Abgabe bis zum Erhalt des Steuerbescheids dauert. Wir haben darüber auch immer wieder mal geschrieben. Zum Beispiel hier oder hier. Aktuelle Zahlen gibt es auch vom Bund der Steuerzahler. Und was ergibt sich daraus? Die Werte zwischen den Bundesländern differieren zum Teil deutlich, aber die Unterschiede sind in den letzten Jahren kleiner geworden. So dauerte es im Jahr 2019 beim Spitzenreiter Berlin (!) rund 40 Tage, beim Schlusslicht Bremen rund 58 Tage. Insgesamt also rund zwischen sechs und acht Wochen.
Aber: das sind die berühmten Durchschnittswerte. Vielleicht ist ausgerechnet Ihr Sachbearbeiter länger krank und es dauert, bis seine Arbeit auf andere Schultern verteilt wird. Oder es gibt besonders viele Krankheitsfälle auf einmal. Oder – gerade wegen Corona aktuell – es gibt zusätzliche Aufgaben, aber nicht mehr Mitarbeiter. Will sagen: die sechs bis acht Wochen Wartezeit wird für viele zutreffen. Aber es gibt eben auch die, wo der Bescheid schon nach zwei Wochen da ist – oder erst nach sechs Monaten. Spätestens dann sollte es aber soweit sein. Andernfalls können Sie Einspruch wegen Untätigkeit erheben und nach einem Jahr sogar klagen.

Warum gibt es Unterschiede zwischen Berechnung und Steuerbescheid?

Prinzipiell sind drei Hauptgründe zu nennen: 

  • Das Finanzamt erkennt einzelne Ausgaben nicht an. Weil zum Beispiel bestimmte Voraussetzungen nicht erfüllt sind. 
  • Das Finanzamt macht einen Fehler.
  • Zahlendreher bei der Eingabe.

Detaillierter hatten wir das in diesem Blogartikel beschrieben. Dort haben wir zehn konkrete Gründe für Abweichungen genannt. Das kann zum Beispiel bei der Kirchensteuer sein, bei der Krankenversicherung, bei den außergewöhnlichen Belastungen, haushaltsnahen Dienstleistungen und Handwerkerleistungen und ganz besonders den Werbungskosten. Schauen Sie, wenn Sie betroffen sind, unbedingt mal in den Artikel rein.

Übrigens: (Schreib-)Fehler lassen sich gut vermeiden. Bei unserer Online-Lösung smartsteuer können Sie die Daten aus dem Vorjahr ganz einfach übernehmen. Zudem gibt es auch noch die vorausgefüllte Steuererklärung (VaSt). Mit der werden auf Knopfdruck alle Daten in die Steuererklärung eingetragen, die eh schon beim Finanzamt gespeichert sind. Etwa Ihre Steuerklasse, erhaltener Lohn, abgezogene Lohnsteuer oder die Beiträge zur Sozialversicherung (Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung). Mehr dazu in diesem Blogbeitrag.

Was bedeutet das konkret für mich?
Im Schnitt dauert es sechs bis acht Wochen, bis Ihr Steuerbescheid da ist. Es kann aber auch deutlich länger dauern. Gibt es eine Abweichung zu den von smartsteuer ermittelten Werten, können Sie innerhalb von 30 Tagen Einspruch gegen Ihren Steuerbescheid einlegen. Das geht jetzt mit smartsteuer auch elektronisch.

Geschrieben von:
Mandy Pank Mandy ist im Marketing tätig und immer darauf bedacht steuerliche Themen so einfach wie möglich aufzubereiten. Dabei hilft ihr natürlich auch ihr Hintergrund als Steuerfachangestellte. Sie versetzt sich gerne in die Lage der Kunden, um herauszufinden, wo der Schuh drückt. Doch auch für ihre Kollegen hat sie immer ein offenes Ohr und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Jessica Tahia Kaiser sagt:

    Danke für den Beitrag. Dennoch finde ich das Einspruchsfeld nicht. Der Bescheid vom Finanzamt für 2019 ist da – mit Nachzahlungsforderung – und ich möchte Einspruch einlegen. Was tu ich?

    LG

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Hallo,
    Sie finden auch unter „Auswertung“ viele Muster für einen Einspruch.


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