07.09.2021 · smart steuern ·

Photovoltaikanlagen – jetzt auch ohne Steuer möglich

Immer mehr Deutsche setzen auf die Kraft der Sonne – und bauen eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) auf ihr Dach. Ist auf jeden Fall gut für die Umwelt, den Geldbeutel schont es auch und zu guter Letzt lassen sich damit sogar noch Steuern sparen. Wenn da nicht das Finanzamt oft anderer Meinung wäre. Was das Problem dabei ist und wie Sie den ganzen Steuerärger mittlerweile vermeiden können – Sie erfahren es hier im Blog von smartsteuer.

Plötzlich Unternehmer

Wer in eine Solaranlage auf seinem Hausdach investiert, ist auf einen Schlag Unternehmer. Und muss sich auch mit den steuerlichen Dingen dazu rumschlagen. Wie Umsatzsteuer und Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Ein gutes Hilfsmittel in diesem Fall ist natürlich unsere Online-Steuererklärung smartsteuer.
Wir wollen Sie jetzt nicht mit allen Einzelheiten langweilen, sondern auf das Grundprinzip eingehen:
Zuerst investieren Sie in die Anlage, natürlich mit staatlicher Förderung. Und weil Sie ein Unternehmen sind, können Sie diese Investitionen als Verluste bei der Steuer geltend machen. Denn die Einnahmen, die Sie mit dem von Ihnen erzeugten Strom erzielen, sind in den ersten Jahren viel geringer. Später wird sich das aber ändern. Die Investition ist durch – und Sie haben nur noch Einnahmen. Und auf diese Gewinne zahlen Sie Steuern. Aber alles kein Vergleich zu den Steuern, die Sie in der ersten Phase gespart haben.
Sie sehen schon, prinzipiell haben wir hier schon so was wie ein Steuersparmodell. Und weil das so ist, schaut das Finanzamt da genauer hin…

Gewinnerzielungsabsicht – oder doch nur Liebhaberei?

Oft unterstellen die Finanzbeamten tatsächlich, dass die Photovoltaikanlage gar keinen Gewinn machen soll (das muss sie aber, das ist eines der Grundelemente eines Unternehmens), sondern einfach nur Steuern sparen soll.
Ist die Gewinnerzielungsabsicht in einer vorzulegenden Prognose nachweisbar, lassen sich die Verluste geltend machen und Steuern sparen. Sagt das Finanzamt aber, dass es nur ums Steuern sparen geht, spricht man von Liebhaberei. Und die Verluste lassen sich nicht absetzen.
Immer wieder taucht dieses Thema bei den Finanzämtern auf, wenn es um Schwerpunkte bei Überprüfungen der Steuererklärung geht. 

Ohne Steuern geht es nun aber auch 

Diesen ganzen Ärger können Sie sich seit neuestem sparen. Sie können nämlich direkt beim Finanzamt beantragen, dass es sich bei Ihrer Photovoltaikanlage um Liebhaberei handelt. Sie müssen keine Einnahmen-Überschuss-Rechnung mehr machen und die Einkünfte mit dem Verkauf Ihres Stroms werden nicht besteuert. Allerdings können Sie eben auch keine Verluste mehr geltend machen.
Es gibt aber Voraussetzungen dafür:

  • Die Leistung Ihrer PV-Anlage beträgt nicht mehr als 10 kW.
  • Sie wurde nach dem 31. Dezember 2003 erstmalig in Betrieb genommen.
  • Installation auf einem selbst bewohnten Ein- oder Zweifamilienhaus.

In diesem Zusammenhang sollte nicht unerwähnt bleiben, dass das Ganze auch für kleine Blockheizkraftwerke mit einer Leistung bis 2,5 kW gilt.

Was ist bei älteren PV-Anlagen?

Jetzt wird es richtig spannend. Wurden bisher vom Finanzamt die Verluste einer bestehenden PV-Anlage in der Steuererklärung anerkannt, klingt das erstmal gut. Sie sollten aber sehr genau in die entsprechenden Steuerbescheide schauen. Denn wenn diese unter dem Vorbehalt der Nachprüfung stehen oder die Gewinnerzielungsabsicht nur vorläufig anerkannt wurde, sind die alten Bescheide immer noch änderbar. Wenn Sie in dieser noch nicht endgültig geklärten Situation den Antrag auf Liebhaberei stellen, kann das Finanzamt eiskalt zuschlagen. Und Steuernachzahlungen nebst Zinsen für diese Jahre fordern. Warum?
Nun, die Beamten nehmen an, dass Sie schon zu Beginn wussten, dass es sich nur um Liebhaberei handelt und nicht um Gewinnerzielungsabsicht. Und deshalb sind alle bis dahin geltend gemachten Verluste steuerlich nicht mehr relevant. 

Was bedeutet das konkret für mich?
Wer über eine Photovoltaik-Anlage auf seinem Hausdach nachdenkt, kann das Ganze ohne potenziellen Steuerkram und Steuerärger angehen. Es reicht der Antrag beim Finanzamt, dass es sich um einen Liebhabereibetrieb handelt. Bei einer sich schon im Betrieb befindlichen Anlage sollten Sie genau prüfen, ob dieser Antrag für Sie Sinn macht. 

Geschrieben von:
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