16.10.2026 · Allgemein · Lesezeit: 4 min

Achtung: Diese neue Steuer kommt jetzt auf uns zu!

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Punkt 1: Was genau beschlossen wurde

Ganz aktuell hat am Mittwoch, dem 14. Oktober 2026, hat sich die Bundesregierung auf den Gesetzentwurf fĂŒr die heiß diskutierte ZuckergetrĂ€nkesteuer beschlossen. Das ist der Gesetzentwurf, den die Fraktionen von Union und SPD jetzt in den Bundestag einbringen. Es handelt sich um eine Verbrauchsteuer, Ă€hnlich wie bei Alkohol oder Tabak. Vorausgegangen war ein langer Streit in der Koalition. Das Kanzleramt hatte die PlĂ€ne zwischendurch gestoppt, das Finanzministerium musste nacharbeiten, und am Ende fĂ€llt die Steuer deutlich milder aus als zuerst geplant. Starten soll sie am 1. Juli 2027.

Punkt 2: Welche GetrÀnke betroffen sind

Besteuert werden GetrĂ€nke mit zugesetztem Zucker, die insgesamt mindestens fĂŒnf Gramm Zucker je 100 Milliliter enthalten. Das Finanzministerium nennt als Beispiele Limonaden, Eistees, Energydrinks und FruchtsaftgetrĂ€nke mit Zuckerzusatz. FĂŒnf Gramm je 100 Milliliter klingt nach wenig, das sind aber 50 Gramm pro Liter, und bei einem ZuckerwĂŒrfel von etwa drei Gramm sind das rund 17 WĂŒrfel. Nicht betroffen sind GetrĂ€nke mit Alkohol sowie alkoholfreie Biere, Weine und Cocktails. Ebenfalls ausgenommen sind reine Frucht- und GemĂŒsesĂ€fte, ungesĂŒĂŸte Schorlen und GetrĂ€nke, die mit SĂŒĂŸungsmitteln statt mit Zucker gesĂŒĂŸt sind, also die sogenannten Zero-GetrĂ€nke. Finanzminister Klingbeil hat ausdrĂŒcklich klargestellt, dass es keine Zuckersteuer auf Light-Produkte geben wird.

Punkt 3: Was die Steuer kostet

Es gibt zwei Stufen. Liegt der Zuckergehalt bei fĂŒnf bis unter acht Gramm je 100 Milliliter, werden 26 Cent pro Liter fĂ€llig. Ab acht Gramm sind es 32 Cent pro Liter. Der erste Entwurf war schĂ€rfer: Er hatte noch drei Stufen vorgesehen, mit 38 Cent ab zehn Gramm, und die Grenze lag zunĂ€chst bei 4,5 Gramm. Rechnen wir das einmal durch. Eine Flasche mit 0,5 Liter kostet in der oberen Stufe 16 Cent Steuer, in der unteren 13 Cent. Bei einer 1,5-Liter-Flasche sind es 48 Cent oder 39 Cent. Eine klassische Cola liegt mit etwa zehn bis elf Gramm Zucker je 100 Milliliter in der oberen Stufe. Wer jede Woche drei Liter solcher GetrĂ€nke trinkt, kommt auf rund 50 € Steuer im Jahr, wenn sich am Konsum nichts Ă€ndert und die Steuer vollstĂ€ndig im Preis landet. Dazu kommt im Laden in der Regel noch die Umsatzsteuer, sodass es eher knapp 60 € werden.

Punkt 4: Wer am Ende zahlt

Zahlen mĂŒssen die Steuer zunĂ€chst die Hersteller. Ob ihr sie an der Kasse spĂŒrt, hĂ€ngt davon ab, wie viel davon Hersteller und Handel an die Kundschaft weitergeben. Zu erwarten ist, dass vor allem Softdrinks und Limonaden spĂŒrbar teurer werden, es sei denn, die Hersteller senken den Zuckergehalt unter die Schwellen. Genau das ist auch das erklĂ€rte Ziel: Die Steuer soll ein Anreiz sein, Rezepturen zu Ă€ndern. Kleine Hersteller sollen ausgenommen werden. UnabhĂ€ngige Betriebe, die im Jahr höchstens eine Million Liter produzieren, sollen gar keine Steuer zahlen. Das muss allerdings noch von der EU-Kommission genehmigt werden, und die genauen Grenzen sind noch offen.

Punkt 5: WofĂŒr das Geld gedacht ist

Der Bund rechnet fĂŒr das zweite Halbjahr 2027 mit 690 Millionen €, fĂŒr 2028 mit 925 Millionen € und in den Folgejahren mit rund 875 bis 890 Millionen € im Jahr. Das Geld soll helfen, die BeitrĂ€ge zur gesetzlichen Krankenversicherung stabil zu halten. Konkret soll es eine geplante KĂŒrzung des Bundeszuschusses an den Gesundheitsfonds verringern. Das Finanzministerium begrĂŒndet die Steuer mit den Folgen von zu viel Zucker. Fettleibigkeit, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die auf gezuckerte GetrĂ€nke zurĂŒckgehen, kosten das Gesundheitssystem nach seinen Angaben jedes Jahr rund 2,1 Milliarden €. Außerdem sollen vor allem Kinder und Jugendliche geschĂŒtzt werden.

Kritik gibt es auch. Die Agrar- und Verbraucherschutzminister der unionsgefĂŒhrten BundeslĂ€nder haben sich vor wenigen Tagen in einem Brief an Bundeskanzler Merz gegen die Steuer ausgesprochen. Sie sehen darin staatliche Lenkung, die den Kauf bestimmter Lebensmittel unnötig belastet. Gesundheits- und VerbraucherschutzverbĂ€nde sowie viele Ärztinnen und Ärzte fordern sie dagegen seit Langem.

Zum Schluss noch die Einordnung, denn die gehört dazu.

Beschlossen hat bisher nur die Regierung. Bevor die Steuer am 1. Juli 2027 starten kann, muss der Bundestag zustimmen, und die Ausnahme fĂŒr kleine Hersteller braucht noch grĂŒnes Licht aus BrĂŒssel. Gut möglich, dass sich an Details noch etwas Ă€ndert. Wie stark die Preise tatsĂ€chlich steigen, entscheiden am Ende Hersteller und Handel. Wer weniger gezuckerte GetrĂ€nke trinkt oder zu Zero-Varianten greift, zahlt die Steuer gar nicht erst.

Eine neue Abgabe belastet euer Haushaltsbudget, und deshalb lohnt es sich, dort anzusetzen, wo einem Geld zusteht: bei der Steuererstattung. Mit der Online-SteuererklĂ€rung von smartsteuer geht das Schritt fĂŒr Schritt und ohne Vorkenntnisse, der smartCheck prĂŒft dabei schon beim AusfĂŒllen die Eingaben und weist auf Steuertipps hin, an die man vielleicht gar nicht gedacht hat. Probiert es einfach aus!

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Steuern 𝘩đ˜Șđ˜Żđ˜§đ˜ąđ˜€đ˜© verstehen - nach diesem Prinzip schreibt Jana fĂŒr smartsteuer. Nach ihrem Studium in Germanistik sammelte sie Erfahrungen als Freie Journalistin einer Tageszeitung, als TV-Redakteurin und als Werbetexterin. Seit 2023 unterstĂŒtzt sie uns im Team dabei, das Thema Steuern spannend und verstĂ€ndlich aufzubereiten.
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