Ausgaben infolge eines Studiums

Ein Sonderausgabenabzug kann sich natürlich nur dann bemerkbar machen, also die Steuerlast abmildern, wenn im Kalenderjahr steuerpflichtige Einkünfte erzielt worden sind, die über dem Grundfreibetrag der Einkommensteuertabelle liegen, bei Ledigen sind das 8.004 € (im Jahr 2010). Berufsausbildungskosten mindern das Einkommen – wie alle Sonderausgaben – auch nur bis 0 €, können also nicht zu einem Verlust führen.

Die Palette der abzugsfähigen Kosten ist groß. Zu ihnen gehören unter anderem: Arbeitsmittel, wie Fachliteratur, PC, Büromaterial;

Die Aufwendungen für einen Computer können aber nur dann sofort in voller Höhe abgezogen werden, wenn die Anschaffungskosten nicht über 410 € netto hinausgehen. Wird diese Grenze überschritten, können Kosten nur in Form einer jährlichen Abschreibung (= AfA) berücksichtigt werden. Für einen PC wird hier ein Drei-Jahres-Zeitraum angenommen.

Beispiel: Anschaffung PC für 1.200 € im Juli 2010. Auf das Jahr 2010 entfällt ein Betrag von 200 Euro (1/2 von 400 € Jahres-AfA).

* Zinsen für ein Ausbildungsdarlehen;

* Kosten einer doppelten Haushaltsführung, wenn man neben der Hauptwohnung an einem auswärtigen Studienort eine Zweitwohnung hat. Dann können Fahrtkosten, Verpflegungskosten, Kosten der Zweitwohnung und Umzugskosten geltend gemacht werden;

* Fahrtkosten für die Fahrten zwischen Wohnung und Studienort (Uni) in Höhe der Entfernungspauschale von 0,30 € pro Entfernungskilometer;

* Gebühren, wie Studiengebühren, Lehrgangs- und Prüfungsgebühren;

* Ausgaben für Lerngemeinschaften mit Studienkollegen. Hier erwartet das Finanzamt natürlich Details zur Gestaltung der Treffen und Behandlung der Themen.

Hinweis: Neben den als Sonderausgaben abzugsfähigen Berufsausbildungskosten werden Fortbildungskosten als Werbungskosten berücksichtigt; Aufwendungen für private Weiterbildungen sind als Kosten der privaten Lebensführung steuerlich leider nicht absetzbar.

Tipp: Das Finanzgericht Hamburg hat entschieden, dass die Kosten eines sich unmittelbar an die Schulausbildung anschließenden, nicht im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfindenden Erststudiums nicht als vorweggenommene Werbungskosten abziehbar sind. Da die Klägerin gegen diese Entscheidung Revision eingelegt hat, wird der Bundesfinanzhof das letzte Wort haben. Obwohl der Fiskus dazu eindeutig eine andere Auffassung vertritt, ist es deshalb empfehlenswert, auch die Kosten eines Erststudiums in voller Höhe geltend zu machen und ablehnende Bescheide offen zu halten. Wenn Sie gegen Ihren Steuerbescheid Einspruch einlegen, können Sie sich auf das beim Bundesfinanzhof anhängige Revisionsverfahren (Aktenzeichen: VI R 7/10) berufen. Einspruchsverfahren können ruhen, bis der Bundesfinanzhof entschieden hat.

Siehe auch die KONZ Steuernews vom 03.03.2010 „Musterverfahren: Kosten eines typischen Erststudiums“


Fundstelle: § 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG, FG Hamburg, Urteil v. 25.11.2009 - 5 K 193/08, Revision eingelegt (Az. beim BFH: VI R 7/10)
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