Geschenkte Arbeitsmittel absetzen

Der Werbungskostenabzug ist sogar möglich, wenn Sie sich das Arbeitsmittel nicht selbst gekauft haben, sondern es Ihnen geschenkt wurde! Haben Sie z. B. einem teuren Aktenkoffer für 650 € unter dem Weihnachtsbaum vorgefunden, können Sie damit zugleich Ihre Steuerlast mindern.

Möglich macht dies ein Urteil des Bundesfinanzhofs aus dem Jahr 1990, das auch von den Finanzämtern anerkannt wird. Darin haben die obersten Richter ausdrücklich entschieden, dass geschenkte Arbeitsmittel als Werbungskosten abgesetzt werden können!

Das Urteil gilt natürlich nicht nur für Aktenkoffer, sondern auch für den teuren Füllfederhalter, die Schreibtischunterlage oder das ausgefallene Mousepad – sprich: sämtliche Arten von Arbeitsmitteln! Sie können also Geschenke zu einem Arbeitsmittel „umwidmen“ und so dem steuerrelevanten Bereich der Einkünfteerzielung zuordnen. Beträgt der gedachte Buchwert des Arbeitsmittels (Anschaffungskosten minus fiktiver Abschreibung bis zur Umwidmung) maximal 410 €, können Sie diesen sogar sofort und in voller Höhe als geringwertiges Wirtschaftsgut steuerlich absetzen.

Der einzige Haken: Rechnen Sie damit, dass das Finanzamt Sie gegebenenfalls bitten wird, den Kassenbon etc. vorzulegen! Bei vorher abgesprochenen Geschenken ist das sicher kein Problem. Und bei Spontangeschenken wird oft der Kassenbon für den Fall eines Umtauschs zunächst aufgehoben. Bestimmt machen Ihnen Ihre Familie und Ihre Freunde gerne mit dem Beleg noch ein zusätzliches Geschenk.


Fundstelle: BFH, Urteil v. 16.2.1990 - VI R 85/87, BStBl II 1990, 883; FG München, Urteil v. 29.3.2011 - 13 K 2013/09; vgl. H 9.12 LStH „Absetzung für Abnutzung“, vierter Spiegelstrich
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