Steuerlast im Laufe des Jahres mindern

Das Finanzamt trägt dann Ihre voraussichtlichen Werbungskosten des laufenden Jahres (z. B. Fahrten zur Arbeitsstätte, Fortbildungskosten, Aufwendungen für Arbeitsmittel und doppelte Haushaltsführung etc.) als Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte ein (bzw. neuerdings auch auf einer so genannten Ersatzbescheinigung). Der Effekt: Der Arbeitgeber berücksichtigt diese Freibeträge bei der Berechnung der einzubehaltenden Lohnsteuer (sowie des Solidaritätszuschlags und der Kirchensteuer), behält weniger Steuern ein und zahlt Ihnen somit einen höheren Nettolohn aus. Dieser Kniff kann sich auch positiv auf die Höhe staatlicher Leistungen auswirken, die sich am Nettolohn orientieren, z. B. das Elterngeld.

Wann wird ein Freibetrag eingetragen?

Voraussetzung für die Eintragung ist, dass die einzutragenden Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen zusammen die Grenze von 600 € überschreiten.

Tipp: Bei der Berechnung dieser Antragsgrenze zählen Werbungskosten nur mit, soweit sie über 1.000 € hinausgehen.

Den Antrag auf Lohnsteuerermäßigung für das laufende Jahr können Sie nur bis zum 30.11. bei Ihrem Wohnsitzfinanzamt stellen. Clevere Arbeitnehmer mit nicht allzu hohen Werbungskosten nutzen das, um sich einen Freibetrag nur für die Monate November/Dezember eintragen zu lassen; so sparen sie zumindest große Teile der Lohnsteuer auf Ihr erhöht belastetes Weihnachtsgeld.

Wichtiger Hinweis zu Anträgen auf Lohnsteuer-Ermäßigung für 2012

Die Lohnsteuerkarte 2010 sowie die vom Finanzamt ausgestellte Ersatzbescheinigung 2011 und die darauf eingetragenen Lohnsteuerabzugsmerkmale (Steuerklasse, Zahl der Kinderfreibeträge, Freibetrag, Hinzurechnungsbetrag, Religionsmerkmal, Faktor) bleiben bis zum Start der elektronischen Lohnsteuerkarte zum 1.1.2013 weiterhin gültig und müssen vom Arbeitgeber auch dem Lohnsteuerabzug in 2012 zugrunde gelegt werden. Sie müssen deshalb nicht erneut einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung stellen, sofern die Werte aus dem Jahr 2011 gleich geblieben sind.

Beispiel (aus BMF-Schreiben vom 6.12.2011):

Ist auf der Lohnsteuerkarte 2010 ein Jahresfreibetrag mit einem Gültigkeitsbeginn 1.7.2011 eingetragen und auf weniger als 12 Monate verteilt worden, muss der Arbeitgeber den weiterhin zu berücksichtigenden Jahresfreibetrag für den Lohnsteuerabzug 2012 auf das gesamte Kalenderjahr 2012 aufteilen:

Jahresfreibetrag 2011: 12.000 €, gültig ab 1.7.2011 = 2.000 € Monatsfreibetrag (1/6)

Jahresfreibetrag 2012: 12.000 €, gültig ab 1.1.2012 = 1.000 € Monatsfreibetrag (1/12)


Fundstelle: § 52b Abs. 1 Satz 1 und Abs. 3 EStG, BMF-Schreiben v. 6.12.2011 - IV C 5 - S 2363/07/0002-03, BStBl 2011 I S. 1254
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