12.01.2015 · smart leben ·

Grammophon und Gramofon – Plattenspieler und Streaming-Box

Auch wenn es im ersten Moment so aussieht: Es geht hier nicht um einen Rechtschreib-Test. Es geht stattdessen um ein kleines Gerät namens Gramofon. Sieht ein bisschen aus wie ein stilisierter Plattenspieler in klein und sorgt – ganz wie ein altes Grammophon – für Musik in der Wohnung. Allerdings macht Gramofon das auf eine viel modernere Art als der Plattenspieler: im Zusammenspiel mit dem Internet-Streamingdienst Spotify und per WLAN. Was es mit Gramofon genau auf sich hat, wie es funktioniert und für wen sich das kleine Gerät lohnt, erfahren Sie hier.

Fetter Sound aus dem Internet – und das auf der alten Hifi-Anlage

Vielleicht haben Sie ja bereits den Artikel Spotify, Netflix, Kindle – so geht Mediennutzung gelesen. Er zeigt auf, wie sich unsere Mediennutzung Schritt für Schritt ändert. So hören immer mehr Menschen Musik per Streaming aus dem Internet.

Spotify

Spotify hat 30.000.000 Lieder im Angebot.

 

Der Platzhirsch Spotify etwa ermöglicht den Zugriff auf eine Musikbibliothek von mehr als 30 Millionen Songs. Wer die in Ruhe durchhören möchte, hätte rund 170 Jahre am Stück zu tun. Anders gesagt: Das Angebot ist schier unüberschaubar groß.

So weit, so gut – aber das klappt nur mit Computer, Tablet-PC oder Handy. Wer das Spotify-Angebot ganz klassisch über die heimische Stereo-Anlage genießen möchte, hatte ein Problem. Wer sich einen neuen HiFi-Verstärker oder Receiver mit eingebauter Spotify-Funktion nicht leisten konnte oder wollte, dem blieb nur eine aufwendige Verkabelung – und alle Männer wissen, was das bedeutet. Richtig: entsetzte Blicke und klare Ansagen der holden Weiblichkeit. Auch deshalb entschied ich mich für Gramofon. Als ich es Anfang Dezember 2014 hier kaufte, kostete es im Sonderangebot 49 Euro inklusive Versand – statt sonst 79 Euro.

Quadratisch, praktisch, laut – meine Erfahrungen

Ein bisschen gespannt war ich schon, als das kleine Paket per UPS bei mir eintrudelte. Der erste Eindruck: schick, schick, das Gerät. 400 Gramm leicht und nur 8 x 8 x 4 Zentimeter groß, beziehungsweise klein. Ganz in schwarz und damit, wie ich schnell feststellen musste, recht empfindlich gegen Staub und Fingerabdrücke. Aber das sollte auch der einzige Kritikpunkt bleiben.

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Kaum größer als eine Zigarettenpackung: Gramofon

 

Schnell an  Steckdose und dem Aux-Anschluss des Verstärkers angeschlossen, schon leuchtete ein roter Ring auf dem Gramofon. Um es nutzen zu können, musste ich die kostenlose App Gramofon Setup runterladen (gibt es für  Android und IOS). Mit dieser App auf dem Smartphone (oder Tablet-PC) ließ sich das Gramofon Schritt für Schritt ins WLAN einbinden.

 

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Die Steuerung erfolgt per App.

Die Zugangsdaten für das Gramofon stehen übrigens auf der Rückseite des Geräts. Das alles dauerte keine fünf Minuten. Aus dem roten Ring auf dem Gerät war mittlerweile ein blauer geworden.

Screenshot_2014-12-17-11-06-35Dann folgte auch schon der erste Hörtest: Auf dem Smartphone oder Tablet-PC die Spotify-App starten, einen Song oder eine Playlist auswählen. Dann unten rechts auf das Lautsprecher-Symbol tippen und schließlich Gramofon auswählen (siehe Bilder). Fertig! Die Musik kommt in sehr guter Qualität über meine Stereo-Anlage – und zwar nicht über das Smartphone, sondern direkt über das WLAN. Das Smartphone schont seinen Akku und ist nur noch die Fernbedienung. Achso, der Ring auf dem Gramofon leuchtet nun grün.

Spotify-Premium ist Pflicht

Sie haben es bemerkt, ich bin sehr angetan von der kleinen Streaming-Box. Bevor Sie jetzt auch gleich eine bei Gramofon bestellen, lesen Sie noch zu Ende. Denn um das Gramofon überhaupt mit Spotify nutzen zu können, müssen Sie Spotify Premium buchen. Das kostet, nach einem kostenlosen Probemonat, immerhin 9,99 Euro pro Monat. Dafür bekommen Sie einen deutlich besseren Klang (mit 320 kbps Datenrate) und bleiben von nervigen Werbe-Jingles verschont. Außerdem haben Sie mit der Premium-Funktion die Möglichkeit, die Songs auf Smartphone und/oder Tablet-PC speichern zu können – um sie später auch offline zu hören. Und den unlimitierten Zugriff auf 30 Millionen Songs haben Sie ja sowieso. Und das für den Wert einer CD pro Monat. Nicht so schlecht, finde ich.

Übrigens: Wer einen anderen Musikstreamingdienst bevorzugt, muss sich gedulden. Bisher funktioniert das Gramofon nur noch mit WahWah. Napster, Rdio, Deezer & Co. sollen folgen. Wann ist aber unklar.

Fazit: Ich habe die 49 Euro für das Gramofon und die 10 Euro pro Monat für Spotify Premium bisher nicht bereut. Alles zusammen bringt einen sehr guten Klang auf meine „analoge“ Stereoanlage. Ob sich die 30 Millionen Songs auf Spotify lohnen? Ich bin dran. Fragen Sie in 169 Jahren noch mal nach!


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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar xmania sagt:

    Hallo!

    Deinen ersten Erfahrungsbericht kann ich voll bestätigen. Auch ich habe mir zwei der kleinen Boxen geholt. Leider ist es bisher nur möglich, Spotify und WahWah zu nutzen, aber ich habe die Boxen in Hinblick auf die Zukunft gekauft.

    Zur Zeit nutze ich meine zahlreichen Squeezeboxen von Logitech. Hier hat man mehr Möglichkeiten.

    Was mich interessieren würde, ob Du eine Möglichkeit gefunden hast, die Gramofons mittels PC zu steuern. Wenn Du eine gefunden hast, poste sie doch bitte hier.

    Gruß

    xmania

  • Avatar Eike Hirsch sagt:

    Das ist interessant xmania. Leider habe ich auch keine Möglichkeit bisher gefunden, die Gramofons mittels PC zu steuern.
    Viele Grüße,
    Eike

  • Doch, geht. Mit den aktuellen Beta Versionen von Spotify kann man auch vom PC oder vom Mac auswählen, wo man spielen möchte. Mach ich seit Mitte März so.

    Und das neueste Firmware Updates für die Gramofons, macht sie jetzt AllPlay fähig, ich hab hier im Stockwerk gerade Bad, Büro und Schlafzimmer zusammengeschaltet und der Sound ist echt klasse. Keine Verzögerungen oder Echos.

  • Avatar Chris sagt:

    Das mit Spotify habe ich jetzt endlich auch geschafft :Dsuper Idee!


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