08.01.2016 · smart steuern ·

Photovoltaikanlage: Was man in der Steuererklärung zu beachten hat

Im Jahr 2015 deckten Photovoltaikanlagen, auch PV-Anlagen genannt, mit einer geschätzten Stromerzeugung von 38,5 TWh ca. 7,5% des Netto-Stromverbrauchs in Deutschland. Ende 2015 waren in Deutschland Photovoltaik-Module mit einer Nennleistung von ca. 40 GW installiert, verteilt auf ca. 1,5 Mio. Anlagen. Dies ist einem aktuellen Bericht des Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE zu entnehmen.

In einer Photovoltaikanlage wird mittels Solarzellen ein Teil der Sonnenstrahlung in elektrische Energie umgewandelt. Sie produziert also Solarstrom. Die direkte Art der Energiewandlung bezeichnet man als Photovoltaik. Es wird also auf die Zwischenschritte Wärmeenergie und mechanische Energie etwa bei anderen Sonnenkraftwerken wie solarthermischen Kraftwerken verzichtet.

Die meisten Photovoltaikanlagen sind netzgekoppelt, so dass der Solarstrom ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Im Gegenzug erhält der Betreiber eine Einspeisevergütung.

Die Betreiber einer netzgekoppelten Photovoltaikanlage werden meist unternehmerisch tätig. Dies ist in der Einkommensteuer- und eventuell auch in der Umsatzsteuererklärung des Betreibers zu berücksichtigen. Bei größeren Anlagen kann sogar Gewerbesteuer anfallen.

Unternehmerische Tätigkeit

Durch die Erzeugung von Strom und dem darauffolgenden Verkauf dieses Stroms an den Netzbetreiber ist der Betreiber der Photovoltaikanlage unternehmerisch bzw. gewerblich tätig. In einem ersten Schritt ist daher die Mitteilung der Installation der Photovoltaikanlage an das Finanzamt erforderlich. Das Finanzamt wird darauf einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung versenden. Anschließend kann das Finanzamt eine Steuernummer erteilen. Zudem sollte beim Ordnungsamt der Gemeinde nachgefragt werden, ob für die Photovoltaikanlage eine Gewerbeanmeldung erforderlich ist. Meist ist jedoch eine Gewerbeanzeige für den Betrieb einer Photovoltaikanlage auf dem Dach eines selbst genutzten Gebäudes nicht notwendig.

Einkommensteuer

Der Betrieb einer Photovoltaikanlage hat Konsequenzen für Ihre Einkommensteuererklärung. In dieser muss der Gewinn oder Verlust aus dem Betrieb der Photovoltaikanlage angegeben werden. Es handelt sich um Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Hierbei werden die Betriebseinnahmen und die Betriebsausgaben gegenübergestellt. Der Unterschiedsbetrag stellt den Gewinn oder Verlust dar. Sowohl die Vergütungen des Netzbetreibers für die Stromlieferung, erhaltene Zuschüsse als auch der Selbstverbrauch gehören zu den Betriebseinnahmen.

Zu den Betriebsausgaben zählen die jährlichen Abschreibungen meist in Höhe von 5% jährlich auf die Anschaffungskosten, die Betriebskosten, Kreditzinsen, Versicherungsprämien sowie Wartungs- und Reparaturkosten.

Die Höhe der Einkommensteuer richtet sich schließlich nach Ihren persönlichen Einkommensverhältnissen. Anlagenbetreiber müssen beachten, dass das Finanzamt Einkommensteuer-Vorauszahlungen festsetzen kann, die jeweils vierteljährlich zum 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember eines Jahres zu zahlen sind. Diese werden schließlich in der Einkommensteuererklärung auf die Jahressteuerschuld angerechnet.

Umsatzsteuer

Die Einspeisevergütung ist grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig. Dies gilt auch für den Eigenverbrauch. Für die Lieferung des erzeugten Stroms entsteht Umsatzsteuer in Höhe von derzeit 19%. Wird vom Anlagenbetreiber der Strom nicht in das Netz eingespeist, sondern selbst verbraucht, ist eine unentgeltliche Wertabgabe zu versteuern (sofern aus der Anschaffung der Anlage insoweit ein Vorsteuerabzug geltend gemacht wurde).

Der Betreiber einer Photovoltaikanlage kann jedoch die sogenannte Kleinunternehmerreglung beanspruchen. Voraussetzung ist, dass er im Gründungsjahr voraussichtlich einen Umsatz von nicht mehr als 17.500 Euro erwirtschaften wird. Zudem dürfen die Umsätze im Folgejahr 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen.

Auf die Umsätze wird dann keine Umsatzsteuer erhoben. Im Gegenzug kann aber auch keine Vorsteuer abgezogen werden. Hierfür ist aber auch Voraussetzung, dass der Betreiber der Photovoltaikanlage keine Rechnungen bzw. der Netzbetreiber keine Gutschrift mit gesondert ausgewiesener Umsatzsteuer ausstellt.

Wird die Kleinunternehmerregelung nicht in Anspruch genommen, muss der Anlagenbetreiber die Umsatzsteuer monatlich beim Finanzamt anmelden und abführen. Das Finanzamt erstattet dann die beim Kauf der Photovoltaikanlage und die auf die laufenden Kosten bezahlte Umsatzsteuer als sogenannte Vorsteuer.

Für das Kalenderjahr ist eine Umsatzsteuerjahreserklärung bis spätestens zum 31. Mai des Folgejahres abzugeben. Hier sind die Daten der Voranmeldungen zusammenzufassen und ggf. darin noch nicht enthaltene Umsätze und Vorsteuern korrigierend aufzunehmen.

Tipp: Achten Sie unbedingt darauf, dass Auftraggeber und Rechnungsempfänger für die Photovoltaikanlage mit dem Vertragspartner des Netzbetreibers identisch sind.

Gewerbesteuer

Der Betrieb einer Photovoltaikanlage ist grundsätzlich gewerbesteuerpflichtig. Gewerbesteuer fällt aber erst an, wenn der Gewinn 24.500 Euro im Jahr übersteigt.

Fazit

Der Betrieb einer Photovoltaikanlage hat auch steuerliche Auswirkungen. Diese sind nicht immer ganz einfach. Mit der Lösung von smartsteuer, die einen eigenen Interviewbereich für Besitzer von Photovoltaikanlagen geschaffen hat, erhalten Sie die optimale Unterstützung zur steuerlichen Erfassung.

Stefan Heine Geschrieben von:
12 Kommentare

Schlagwörter: , , , , ,



Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Theresa sagt:

    Leider komm ich aus Österreich und ich vermute einmal sehr stark, dass die Steuerseite hier nicht für unser Land kompatibel ist. Gibt es entsprechende Refenrenz für das Nachbarsland!? Vielen Dank und LG Theresa

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Das stimmt leider. Smartsteuer ist für eine deutsche Steuererklärung für unbeschränkt Steuerpflichtige erstellt.
    Leider haben wir keine Informationen über österreichische Online-Steuererklärungen.

  • Manfred Dargatz sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir haben eine – eigentlich kleine – PV-Anlage (8000KW mit Eigenverbrauch/ Einnahmen-Überschuß-Rechnung), die bereits im Dez 2011 in Betrieb genommen wurde und seitdem problemlos läuft.
    Das einzige, was nicht problemlos läuft, ist die (auch eigentlich einfache) steuerliche Behandlung durch das Finanzamt. Auf den Rechnungen des Netzbetreibers ist immer der fiktive Rückkauf des Stromes ausgewiesen.
    Wir haben in den Jahren mittlerweile ca. 3 verschiedene Gewinnermittlungsrechnungsarten in den Steuerbescheiden zurückerhalten – jedes Mal unterschiedlich- und wir suchen eine Beispielrechnung, die (ggf. durch eine obere Finanzbehörde abgesegnet), steuerlich unangreifbar ist.
    Liegt Ihnen eine solche Beispielrechnung vor? Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

    Mit freundlichem Gruß

    Manfred Dargatz

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Guten Tag,
    leider liegt uns eine solche Berechnung nicht vor.
    Gern dürfen Sie unsere EÜR für Photovoltaikanlagen in smartsteuer probieren.

  • Günter Helmbrecht sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    bei der Steuererklärung für meine Photovoltaikanlage (seit 2014 in Betrieb) stellt sich die Frage, ob Erbbauzinsen (für das selbstgenutzte Haus und Grundstück) ebenfalls als Betriebsausgaben geltend gemacht werden können bzw. zumindest anteilig; denn ohne das Haus und das Erbbaugrundstück könnte ich ja keine Photovoltaikanlage betreiben.
    Mit freundlichen Grüßen
    G. Helmbrecht

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Guten Tag Herr Helmbrecht,
    wir empfehlen Ihnen diesen umfangreichen Beitrag zur Berücksichtigung von Erbbauzinsen: https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/erbbaurechterbbauzinsen_idesk_PI11525_HI1633969.html

  • Elleuche sagt:

    Habe ein PV Anlage gekauft, es würde die Mwst. erstattet und habe jedes Jahr die Ust. an Finanzamt überwiesen.
    Die Anlage bringt nur 400 € im Jahr ohne Mwst. muss ich die Einahme versteuern
    ich habe die Anlage für 7000, € ohne Mwst gekauft d.h 5% Abschreibung es sind
    350,00 € es sind 4200, 00 im Jahr gegen Einnahme 4800,00 €.
    wenn ja wo muss ich Steuererklärung eintragen.

    MfG
    R.Elleuche

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Für eine Photovoltaikanlage wird eine Anlage »G« wie Gewerbebetrieb angelegt. Dort wird dann eine Einnahmen- und Überschussrechnung angelegt, in smartsteuer gibt es dafür ein extra auf Photovoltaikanlagen ausgelegtes Interview, dass die Daten einfach und schnell abfragt.

  • Kalle WILDGRUBE sagt:

    Wir sind Rentner, haben seit 2 Jahren eine PV-Anlage.
    Die Bearbeitung bei der Steuererklärung ist aus unserer Sicht schwierig,
    da es hierzu von Steuerexperten und vom FA unterschiedlich beurteilt wird.
    Dabei sollte es doch eine einfache „Richtschnur“ geben, wie dies zu behandeln
    ist.
    Wer kann uns helfen?

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Guten Morgen,

    es sollte hier eigentlich keine unterschiedlich Beurteilung geben. Bei smartsteuer finden Sie einen Bereich nur für Photovoltaikanlagenbesitzer. Dort werden Sie Schritt-für-Schritt geführt.

  • Detlef sagt:

    Hallo,

    ich nutze seit zwei Jahren smartsteuer als Angestellter und bin sehr zufrieden damit. Jetzt beabsichtige ich, eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher zu installieren. Wenn ich das richtig verstanden habe, kann ich über die Anlage G die jährliche Erfassung für die Ertrags- und Umsatzsteuer machen. Da ich die Kleinunternehmerregelung wegen der Umsatzsteuer nicht nutzen möchte, muss ich die ersten zwei Jahre eine monatliche/vierteljährliche UMSATZSTEUER-VORANMELDUNG an das Finanzamt machen. Wie kann ich dies mit Smartsteuer tun ?

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    smartsteuer kann keine Umsatzsteuer-Voranmeldungen erstellen, sondern nur Jahreserklärungen.
    Die Voranmeldungen müssten über einen anderen Weg eingereicht werden.


Kommentar schreiben (* Pflichtfelder)