23.03.2016 · smart leben ·

Ein Leben in Balance

Zeit für eine neue Runde Seemansgarn! Nachdem meine Blog-Butterfahrt uns beim letzten Mal ja bereits auf den Weg zu einem glücklicheren Leben geführt hat, brechen wir heute schon wieder zu neuen Ufern auf. Euch soll ja nicht erst langweilig werden! Diesmal möchte ich davon erzählen, wie man sein Boot selbst im schlimmsten Kampf der Gezeiten vor dem Kentern bewahrt. Ihr habt gar kein Boot? Ach, das stört doch einen alten Seemann nicht. Wir starten einfach trotzdem direkt mit der Anfahrt auf das Thema Work-Life-Balance – also bitte gut festhalten, es weht ein rauer Wind!

Was macht diese Balance aus?

Vermutlich hat jeder von euch den Begriff Work-Life-Balance schon mal irgendwo aufgeschnappt oder sich vielleicht sogar intensiver damit auseinandergesetzt. So wie jedes wellengepeitschte Schiff auf rauer See müssen auch wir Menschen uns zwischen verschiedenen Anforderungen im Leben gerade halten. Manchmal fällt es dabei schwer, sich von all den Kräften nicht umwerfen zu lassen – besonders, wenn von einer Seite mal richtig viel Druck kommt. Gerade dann jedoch müssen wir im wahrsten Sinne bei unserer inneren Mitte bleiben und mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen. Ich kann euch jetzt natürlich viel erzählen, in der Realität ist das aber oft gar nicht so einfach. Einmal erwachsen, türmen sich die Verantwortungen nämlich wie Eisberge vor einem auf, sodass der Weg hindurch mitunter kaum noch zu erkennen ist.

Was bringt uns ins Wanken?

Der Beruf ist dabei der größte Brocken. Jeder muss seine Taler verdienen, um entweder nur für sich selbst oder sogar eine ganze Familie zu sorgen. Und egal, welchen Lebensstandard man hier anstrebt: In jedem Fall muss Essen auf den Tisch gebracht, die Wohnung, Versicherungen, Telefon, Auto und was nicht alles sonst bezahlt werden. Das Kuriose: Unser Job bildet gleichzeitig die Grundlage für unser Leben und raubt ihm die meiste Zeit. Wer 40 Jahre lang 40 Stunden pro Woche arbeitet, kommt selbst bei 30 Urlaubstagen auf mehr als 70.000 Stunden. Die wohlgemerkt in erster Linie investiert werden, um in der schmal bemessenen übrigen Zeit gut über die Runden zu kommen. Das ist doch nun wirklich eine ungeheure Zahl. Und die Arbeitsbelastung steigt immer weiter…

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Doch das ist längst nicht alles

Vor allem Frauen haben oft zu kämpfen. Sie sind sehr viel häufiger alleinerziehend als Männer und selbst in intakten Familien hängen Kinderbetreuung und Haushalt noch immer verstärkt an ihnen. Die Ausnahmen lob ich mir selbstredend. Dass Frauen in ihrem Beruf außerdem in der Regel weniger verdienen als gleichermaßen qualifizierte männliche Kollegen, ist ja wohl ein richtig dicker Hund. Aber dazu wann anders. Festzuhalten ist jedenfalls: Eltern haben im Grunde nie Feierabend. Und was ist mit der Betreuung von Angehörigen? Wohl auch nicht unbedingt ein Freizeitvergnügen. Gut, auch eine schmutzige Kombüse können die Wenigsten lange ignorieren – sobald aber Menschen involviert sind, schieben wir unsere Pflichten nicht mal eben auf die lange Bank, sondern erfüllen sie einfach. Obwohl sie also keinen müden Cent einbringen, machen wir neben unseren eigentlichen Brot-und-Butter-Jobs noch etliche andere. Und zusammen drücken sie unseren Kahn gewaltig in die Schieflage.

So halten wir das Gleichgewicht

Wir müssen also aktiv gegenlenken, sonst fallen wir am Ende um. Eine gute Voraussetzung dafür ist schon einmal ein Beruf, der mehr Spaß macht als Bauchschmerzen. Ich für meinen Teil hab den schon gefunden und ich sag euch, es wirkt sich aufs ganze Leben aus. Entscheidend für das eigene Gleichgewicht ist aber letztlich, was man mit seiner Freizeit anstellt. Doch egal was ihr tut, macht es möglichst mit ganzem Herzen und voller Aufmerksamkeit. Ob Unternehmungen mit den Kindern, der überfällige Schnack mit alten Freunden, Ausflüge in die Natur, ein kreatives Hobby, Sport, Wellness, gute Musik, ein tolles Buch oder ungestörte Momente mit dem Partner: Bewusstes Erleben und gezielte Entspannung bringen euch auf lange Sicht viel mehr Auftrieb als ein paar Stunden vor dem Flimmerkasten. Und auch, wenn eure Zeit grad genauso knapp bemessen ist wie die Taler im Portemonnaie – sich ab und an etwas zu gönnen, ist wichtig. Selbst wenn es Kinkerlitzchen sind.

Stellen wir uns vielleicht nur an?

Zu viel Arbeit macht uns krank – darin sind sich wohl alle einig. Oder etwa doch nicht? Einige Hartgesottene halten diese Einstellung ja für eine neumoderne Erscheinung. So nach der Devise: Früher hat sich doch auch nicht jeder beschwert, da war man doch froh, wenn man eine anständige Arbeit hatte. Sind wir also verwöhnte Jammerlappen, weil wir dem Job nicht das alleinige Kommando über unser Leben geben wollen? Humbug, würde ich sagen. Die Zeiten haben sich einfach geändert. Unsere moderne Welt bietet uns unendlich viele Möglichkeiten und die Digitalisierung hat alles auf den Kopf gestellt. Wir vergleichen unser eigenes Leben nicht mehr nur mit dem unserer Bekannten, sondern über das Internet mit der halben Welt. Damit erhöht sich automatisch der Druck auf uns selbst, einerseits unsere Talente und Leidenschaften zu verwirklichen, und andererseits, alle Lebensbereiche perfekt zu meistern. Deshalb kursieren bereits seit einer Weile Forderungen nach neuen Arbeitskonzepten – die Vier-Tage-Woche zum Beispiel oder die Verlagerung auf Heimarbeit. Was immer uns da noch erwartet: Zieht eure eigene Work-Life-Bilanz und tut, was euch glücklich macht. Nur so haltet ihr euch aufrecht. In diesem Sinne: immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel!

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