21.07.2016 · smart leben ·

Cool Kids: Sommer-Tipps für Eltern

Na, wie viele echte Sommertage konntet ihr in diesem Jahr schon ausmachen? Also, hier in Hannover  reichen zum Abzählen locker die Finger an beiden Händen – und das, obwohl nun auch der Juli schon bald wieder die Biege macht! Setzen wir also alle Hoffnung auf den August oder dampfen einfach mit der ganzen Familie ab in den wohlverdienten Sommerurlaub. Doch wo es südseemäßig warm ist und der gelbe Planet täglich vom Himmel brutzelt, lauert vor allem für die Kleinsten Gefahr: Während wir Erwachsenen die Auswirkungen starker Sonneneinstrahlung gern mal auf die leichte Schulter nehmen, ist bei den Lütten allerhöchste Vorsicht geboten. Da ihre Haut fünfmal dünner ist als unsere und auch das körpereigene Kühlsystem noch nicht so richtig rund läuft, sind die kleinen Sommermäuse nämlich sehr viel anfälliger für Schäden durch Sonne und hohe Temperaturen.

Kleine Körper, große Gefahren

Jetzt könnte man annehmen, dass so ein Dreikäsehoch eine verhältnismäßig kleine Angriffsfläche bietet – stimmt aber nicht! Im Gegenteil: Beim Menschen wird die Hitze in erster Linie über den Kopf reguliert. Und weil der bei Kindern proportional größer ist als bei Erwachsenen, nehmen sie sogar noch mehr davon auf. Richtig schwitzen können sie aber erst ab der Pubertät, weshalb einmal zugeführte Wärme zwangsläufig im Körper verbleibt und dort den Organismus belastet.

Aufgrund all dieser ungünstigen Umstände bekommt der Nachwuchs also nicht nur schneller einen Sonnenbrand, sondern ist auch sehr viel empfindlicher gegenüber inneren Schädigungen wie beispielsweise einem Sonnenstich. Dabei schwellen Gehirn und Hirnhäute durch die hohen Temperaturen an, was sich meist durch Symptome wie Schläfrigkeit, Übelkeit und Erbrechen bemerkbar macht. Kalter Schweiß, Kopfschmerzen, schneller Puls und niedriger Blutdruck hingegen lassen auf die sogenannte Hitzeerschöpfung schließen, kommen Schwindel oder sogar eine Ohnmacht hinzu, ist von einem wärmebedingten Kollaps auszugehen – bei zusätzlichem Muskelzucken von einem Hitzekrampf. Am schlimmsten ergeht es den Kleinen aber, wenn sie einen Hitzeschlag erleiden. Zusätzlich zu einigen genannten Symptomen kann die Körpertemperatur hier auf über 40 Grad klettern.

SOS! Soforthilfe bei Hitzeerkrankungen

Ist es dann doch passiert und der Nachwuchs zeigt trotz größter Vorsicht nicht nur einen glühenden Kopf, sondern auch  einige der genannten Symptome, ist blitzschnelles Handeln erforderlich. Und zwar am besten folgendermaßen: Bei Anzeichen einer akuten Hitzeerkrankung sollte der kleine Patient zunächst einmal umgehend in den Schatten, besser noch in einen kühlen Raum gebracht werden. Hier angekommen, legt man ihn mit leicht erhöhtem Oberkörper hin und kühlt umgehend den mitgenommenen Kopf. Ob mit feuchten Tüchern oder einem in Stoff geschlagenen Cool-Pack aus dem Eisschrank spielt dabei keine Rolle – gut ist, was kalt ist. Der restliche Körper kann nun mit einer feuchtigkeitsspendenden Lotion eingecremt werden. Bei Überhitzung ohne Anzeichen eines Sonnenstichs hilft außerdem etwas (Lauwarmes) zu trinken, um die Austrocknung von Innen zu vermeiden. Klagt der Sprössling hingegen bereits über Übelkeit, ist jegliche Nahrungsaufnahme nun in der Regel eher kontraproduktiv und beschleunigt das Erbrechen. Habt ihr all das getan und zeigt sich nach etwa 15 Minuten keine Besserung, solltet ihr entweder einen Arzt verständigen oder einfach direkt mit dem Nachwuchs in die Klinik fahren. Wird dieser allerdings bewusstlos, heißt es: Luftzufuhr kontrollieren und gegebenenfalls mit einer Beatmung erste Hilfe leisten. Greift nun sofort zum Telefon und ruft über die 112 einen Krankenwagen.

Hitze-Tipps für die Kleinsten

Damit es gar nicht erst soweit kommen muss und die Lütten die Vorzüge des Sommers auch voll und ganz genießen, buddeln, plantschen und spielen können, genügen ein paar einfache Regeln. Also aufgepasst: Die folgenden Tipps sorgen gleichzeitig für das Wohl der Kleinen und verschaffen Eltern Entspannung!

  1. Babys im Schatten lassen

Im ersten Lebensjahr ist pralle Sonne tabu – das sagen zumindest Kinderärzte und die müssen es schließlich wissen. Die Haut der winzigen Knutschkugeln ist genau wie ihr Kreislauf noch so empfindlich, dass sie trotz Ganzkörperschutz und Aufenthalt im Schatten nach spätestens zwei Stunden genug haben von sommerlichen Temperaturen und wieder nach drinnen gebracht werden möchten.

  1. Kleinkinder richtig schützen

Auch wer dem Säuglingsalter entwachsen ist und allmählich Gefallen am Rumtollen findet, benötigt einen verlässlichen Sonnenschutz. Zunächst mal sollte auch mit Kleinkindern die Mittagshitze umschifft und der überwiegende Teil des Tages im Schatten verbracht werden. Geht’s dann doch mal in die pralle Sonne, gehören folgende Dinge zur Grundausstattung: Mütze und Kindersonnenbrille mit hundertprozentigem UV-Schutz, ein Sonnenschutzmittel mit mindestens LSF 30, spezielle Kinderkleidung mit Sonnenfilter sowie eine Strandmuschel oder ein Sonnenschirm aus schützendem Material.

  1. Für die richtige Abkühlung sorgen

Während wir Großen bei Hitze am liebsten ins kalte Wasser hüpfen, können kleine Kinder ihre Körperwärme noch nicht von selbst regulieren und kühlen bei Badetemperaturen unter 38 Grad schnell aus. Babys sollte man daher lieber lauwarm abwaschen – der Verdunstungseffekt erfrischt die zarte Haut auf sanfte Weise, auch feuchte Babytücher und das Weglassen der Windel können helfen.

  1. Viel, viel trinken

Besonders bei Sommerhitze müssen Kinder viel Flüssigkeit aufnehmen, um die Kühlung von innen auf Trab zu halten – erst recht, wenn sie draußen herumtoben. Wasser und ungesüßte Säfte oder Tees eignen sich am besten, optimalerweise werden die Getränke den Kleinen in kurzen Abständen angeboten. Übrigens dürfen laut Hebammen auch Stillkinder bei hohen Temperaturen Wasser trinken.

  1. Aufpassen im Auto 

Dass so ein Straßenkahn schnell mal zur Hitzefalle für Mensch und Tier werden kann, hat wohl mittlerweile jeder mitbekommen. Der Innenraum heizt sich bei direkter Sonneneinstrahlung locker bis auf über 50 Grad auf, weshalb empfohlen wird, die hinteren Scheiben im Sommer mit Schattenspendern abzudunkeln, Kinder mit leichter Baumwollkleidung und genügend Getränken auszustatten und vor allem, sie niemals unbeaufsichtigt im Auto zu lassen – nicht mal fünf Minuten.

  1. Gesunden Schlaf garantieren

Auch nachts soll natürlich wärmemäßig alles rund laufen. Und da sich die Mini-Menschen schneller verkühlen und erkälten als Erwachsene, haben offene Fenster, Klimaanlagen und Ventilatoren im Kinderzimmer nichts verloren. Besser: Abends und morgens ordentlich durchlüften, tagsüber Räume verdunkeln und zur Schlafenszeit einen Wäscheständer mit feuchten Handtüchern aufstellen, um die Raumtemperatur zu senken. Den Kleinsten reicht bei großer Wärme meist ein Body mit kurzen Ärmeln, dazu eignet sich je nach Temperatur ein dünner Schlafsack oder ein Baumwoll-Tuch als Decke.

  1. Im Urlaub: gemäßigtes Klima ansteuern

Auch wenn ihr im Urlaub liebend gern die Sonne anbetet: Besonders für Babys und Kleinkinder sind tropische Gefilde im Hochsommer ungeeignet. Gegenden mit extremem Klima und erhöhter Infektionsgefahr, beispielsweise Mittelamerika oder Süd-Ost-Asien, kommen für einen Familienurlaub zur Hochsaison genauso wenig infrage wie Griechenland, die Türkei oder Italien. In diesen typischen Reiseländern herrschen im Sommer gern Temperaturen um die 40 Grad – und das ist definitiv zu heiß.

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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Christian N. sagt:

    Danke für die tollen Tipps. Bin leider erst heute (bei normalen 22 Grad) auf den Blog gestoßen. Letzte Woche wäre das sichtlich besser gewesen 🙂 Bleibe auf jeden Fall ein treuer Leser 🙂

  • Avatar Steuermann sagt:

    Wie sieht es diese Woche aus? Konntest du bereits von einigen Tipps Gebrauch machen? 🙂
    Ich freue mich sehr über deine Treue, vielen Dank!

    Sonnige Grüße!

  • Avatar Sinzinetti9 sagt:

    Vor allem sollte man darauf achten Kinder nicht direkt vor Fan Coils oder VRF Systeme zu setzen. Auch wenn es für Erwachsene sehr angenehm ist, reagieren Kinder meist viel schneller auf Temperaturunterschiede.

  • Avatar Marius sagt:

    Ich habe auch ständig Probleme mit den großen Temperaturunterschieden. Ich bekomme dort leider immer schnell eine Erkältung. Man merkt das ja auch, wenn man von einem beheizten Raum in einen kalten Raum wechselt. Und eben anders herum. Was kann man denn dagegen machen? Habt Ihr auch da Tipps?

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Am besten wäre es die Abwehr von Grund auf zu stärken. Das soll mit gesunder ausgewogener Ernährung gut funktionieren. Leider ist die als gesund geltenden Bio-Ernährung meist
    relativ kostspielig. Wenn Sie Ihre Steuererklärung zB mit smartsteuer.de machen und sich Ihre Steuererstattung holen, können Sie diese in gehaltvolle und nahrhafte Kost investieren.

  • Avatar Paul sagt:

    Wirklich sehr gute Tipps. Finde es auch sehr schön das jeder Ratschlag noch einmal etwas ausführlicher erklärt wurde.

  • Avatar Lina G. sagt:

    Noch einmal ein großes Dankeschön. Eure Seite hat mir sehr geholfen bei meiner Einkommenssteuer!! War meine erste EkSt, muss ich eventuell zusätzlich erwähnen.


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