03.11.2016 · smart leben ·

Kalt erwischt? So macht ihr euer Auto rechtzeitig winterfest!

Ahoi, ihr wetterfühligen Leichtmatrosen! Könnt ihr es spüren, wenn ihr morgens durch einstellige Temperaturen zur Arbeit stapft? Der Winter ist nicht mehr weit – und mit ihm Frost, Glatteis und bisweilen auch ganz amtliche Mengen Schnee. Und auch, wenn sich die Vorweihnachtszeit im letzten Jahr eher nach März anfühlte: Man weiß nie, wann der nächste Temperatursturz um die Ecke kommt und welche Überraschungen Petrus plötzlich aus dem Ärmel schüttelt. Lieber also jetzt die warmen Jacken aus dem Keller holen, die Balkon-Möbel verstauen, den Kutter winterfest machen und für alles gewappnet sein. Moment mal, ihr habt gar kein Boot? Nun gut, auch das Auto braucht natürlich eine Extra-Pflegeeinheit, wenn es die Monate zwischen Oktober und Ostern unbeschadet überstehen und euch auch bei Schietwetter weiterhin heil von A nach B transportieren soll. Deshalb erzähl ich euch heute, was ihr dabei alles beachten müsst!

Beste Bodenhaftung: die Winterreifen

Völlig egal, wie gut euer Auto ansonsten in Schuss ist: Wenn es um die Sicherheit im Winter geht, sind ordentliche Reifen das A und O. Schließlich stellen Sie den einzigen Kontakt zur glatten oder verschneiten Straße da – und das nur bei einer Auflagefläche, die in etwa der Größe von vier Postkarten entspricht. Nicht viel, bedenkt man, dass über diese paar Zentimeter nicht nur eine Menge Gewicht in Bewegung versetzt, sondern eben auch zuverlässig zum Stehen gebracht werden muss. Das Aufziehen der Winterreifen vor dem ersten Schnee ist also ein absolutes Muss. Auch, wenn sie den Sommerreifen zum Verwechseln ähnlich sehen, ist ihre Beschaffenheit optimal und ausschließlich für die Witterungsverhältnisse während der kalten Monate geeignet. Das gilt natürlich nur, sofern das Profil noch stimmt und die Reifen keinesfalls älter als zehn Jahre sind. Denn: Der in Autoreifen enthaltene Weichmacher verflüchtigt sich über die Zeit. Mit jeder Saison büßen sie Flexibilität ein, werden härter und damit anfälliger für Schäden aller Art. Setzt euch diesem Unfallrisiko also bitte nicht aus, sondern behaltet den Zustand eurer Winterreifen immer kritisch im Blick. Eure Reifen sind top in Ordnung und bereits montiert? Super, dann führt sie doch direkt mal aus zur nächsten Tankstelle!

To-dos für die Tankstelle

Hier solltet ihr den Reifendruck überprüfen und ggf. ein bisschen Luft nachpusten. Die teils erheblichen Temperaturschwankungen im Winter können dazu führen, dass der Reifendruck nachlässt – bis zu 0,3 Bar mehr als individuell vorgegeben sind jetzt also ein gutes Backup für die kommende Zeit. Und wo ihr schonmal da seid, checkt doch gleich mal euren Ölstand! Egal ob klassisch per Peilstab-Technik oder über die Bord-Elektronik: Kann euer Kahn ein bisschen Nachschub vertragen, füllt am besten jetzt vorsorglich nach, damit der Motor auch bei Frost läuft wie geschmiert. Selbstredend sollte das Öl für euren Fahrzeugtyp geeignet sein, darüber hinaus gibt es jedoch auch spezielle Winteröle, deren Konsistenz perfekt auf niedrige Temperaturen abgestimmt ist. Ah, wo wir schon beim Nachkippen sind – sowohl die Kühlflüssigkeit für den Motor als auch euer Scheibenwischwasser haben jetzt eine Portion Frostschutzmittel nötig. Für das richtige Mischverhältnis beachtet ihr am besten die Hinweise auf den Produktetiketten. Falls ihr in Sachen Auto generell eher planlos seid, wendet euch einfach an einen Mitarbeiter oder sucht gleich die Werkstatt eures Vertrauens auf.

Rundum sorglos: Der Winter-Check beim Profi

Auch wenn ihr bis hierhin gut allein klargekommen seid: Ein paar Dinge sollte man doch lieber vom Profi untersuchen lassen, will man im Winter auf der sicheren Seite sein. Zunächst mal muss die Batterie gecheckt werden – springt das Auto bei Frost nicht an, geht das nämlich meist auf ihre Kappe. Ist euer Akku bereits sehr altersschwach, lasst ihn lieber rechtzeitig tauschen, statt bei minus 10 Grad das böse Erwachen zu erleben. Mindestens genauso wichtig ist eine intakte Lichtanlage. Besonders bei winterlicher Dunkelheit, Schneetreiben und Nebel müsst ihr selbst so gut wie möglich gucken können und gleichzeitig von anderen Verkehrsteilnehmern frühzeitig gesehen werden. Achtet also auch im Nachgang darauf, eure Scheinwerfer regelmäßig von Schlieren und Dreck zu befreien – selbst, wenn ihr es im Winter ansonsten mit der Autowäsche nicht so genau nehmt. Auch Scheibenwischer sorgen für gute Sicht. Lasst rissige Wischblätter also im Zweifelsfall gegen neue austauschen. Damit ihr auch bei Glätte gut zum Stehen kommt, muss natürlich auch die Bremse einwandfrei funktionieren. Lasst also eure Bremsscheiben und -beläge unbedingt vom Fachmann überprüfen, bevor ihr eine unschöne Schlitterpartie erlebt. Bittet ihn außerdem, eure Türschlösser provisorisch mit Grafitspray vor dem Zufrieren zu schützen und die Dichtungen an Türen und Kofferraum mit Fett, Silikon oder Talkum zu behandeln.

Die meisten Werkstattbetriebe bieten ganze Winter-Pakete an, mit denen euch vom Reifenwechsel bis zum Nachfüllen des Scheibenwassers alles abgenommen wird. Doch auch wenn ihr diesen komfortablen Rundum-Service in Anspruch nehmt, fragt am besten nach einer Checkliste, um sicherzugehen, dass alle wichtigen Punkte erfüllt worden sind. Und was fehlt jetzt noch? Genau, die richtige Ausstattung für unterwegs! Also alles, was ihr in den nächsten Monaten vermutlich das eine oder andere Mal brauchen werdet.

Von Handschuhfach bis Kofferraum

Zu den Handschuhfach-Basics gehört zunächst mal natürlich ein Eiskratzer, am besten in Kombination mit robusten Handschuhen. So könnt ihr eure Scheiben morgens von Schnee und Eis befreien, ohne Frostbeulen zu bekommen. Ein Scheibenenteiser-Spray erspart euch die Kratzarbeit sogar. Lappen oder Schwamm helfen zusätzlich, wenn ihr innen häufig mit beschlagenen Fenstern zu kämpfen habt. Dazu mein Tipp: Scheiben putzen! Je sauberer das Glas, desto weniger beschlägt es. Hat das Vorbeugen nichts genutzt, füllt einfach eine alte Socke mit gewöhnlicher Katzenstreu und deponiert sie im Cockpit eures Wagens. Das saugstarke Granulat bindet die Feuchtigkeit in der Luft und sorgt so für mehr Durchblick. Klare Sache, oder? Jetzt ist außerdem der beste Zeitpunkt, euren Kofferraum mal wieder aufzuräumen und dort ein paar sinnvolle Sachen zu deponieren. Mit einem Starthilfekabel, einer warmen Decke, Abdeckfolie für die Frontscheibe und einer großen Packung handelsüblichem Salz seid ihr für alle Eventualitäten gewappnet. Auch Schneeketten sind je nach Region eine sichere Bank bei extremer Glätte oder falls der Räumdienst grad mal Pause macht. Ganz wichtig außerdem: Türschlossenteiser! Den jedoch besser nicht im Auto aufbewahren, sondern in die Tasche stecken und jederzeit dabei haben.

Und nun: Mast- und Schotbruch und allzeit gute Fahrt!

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