19.01.2017 · smart leben ·

Gesund & produktiv: Die richtige Arbeitsplatzgestaltung

Na, wie sind die ersten Arbeitswochen im neuen Jahr so verlaufen? Lasst mich raten: Über die Feiertage hattet ihr euch fest vorgenommen, eurem Job 2017 mit frischer Motivation zu begegnen und euch die aufgetankten Kraftreserven diesmal wirklich etwas besser einzuteilen. Sehr löblich in der Theorie! Praktisch jedoch überrollt einen nach dem Urlaub meist direkt wieder die Arbeitsflut und bevor man sich versieht, steckt man schon mittendrin im alten Trott. Wenn der gute Wille allein also nichts nützt, probiert es doch mal mit ein paar handfesten Veränderungen! Eine Voraussetzung für produktives Schaffen ist nämlich ein top organisierter Arbeitsplatz. Und was ihr bei der Gestaltung alles beachten solltet, das klamüsern wir jetzt mal auseinander. Das Jahr ist schließlich noch jung!

Grundlagen der Arbeitsplatzgestaltung

Selbst wenn man zum Typ freigeistiges Genie gehört: Ein paar grundlegende Bedingungen und Strukturen braucht jeder, um optimal arbeiten zu können – egal ob auf dem Bau, am Steuerrad des Hochseedampfers oder eben am Schreibtisch, wie wohl die meisten von uns. In Deutschland gibt es deshalb eine ganze Stange von Gesetzen, die genau das garantieren sollen: eine psychisch und körperlich vertretbare, produktivitätsfördernde Arbeitsumgebung. Doch nicht nur wir profitieren davon, auch der Arbeitgeber freut sich logischerweise über zufriedene Mitarbeiter und gute Ergebnisse. Klar, dass der diese nicht durch hochwertige Drehstühle, ausladende Pflanzen und ein lockeres Arbeitszeitenmodell allein bekommt, aber hilfreich sind diese Dinge wohl allemal. Generell lassen sich folgende Bereiche abstecken, die es bei der Organisation des Arbeitsplatzes zu beachten gilt: die Sicherheit am Arbeitsplatz, die Ergonomie – also körperliche und psychische Anforderungen, die Organisation der eigenen Arbeit – also Ordnung, Strukturen und zeitliche Abläufe, sowie der gewisse Wohlfühlfaktor als nicht messbare, aber eben ausschlaggebende Komponente für ordentliche Leistung.

Für Angestellte im Büro

Auch, wenn der Chef sich in all diesen Punkten an Vorschriften halten und gegebenenfalls mit dem Betriebsrat auseinandersetzen muss – ein bisschen Entscheidungsmacht liegt in Sachen Arbeitsplatzgestaltung auch beim Angestellten selbst. Spätestens im Bewerbungsgespräch kann er sich nämlich vor Ort einen ganz persönlichen Eindruck von den Gegebenheiten im Unternehmen machen und den Job im Zweifelsfall sogar ablehnen, wenn Lage, Größe, Arbeitszeitmodell, Mitarbeiterklima oder die unmittelbare Umgebung des Arbeitsplatzes in spe so gar nicht seinen Vorstellungen entsprechen. Punkt eins also: Beim Vorstellungstermin immer auch den potentiellen Schreibtisch besichtigen und falls möglich, im Bestfall auch das Gespräch mit den Angestellten suchen. So bekommt man meist die ehrlichsten Einblicke und kann bei der Entscheidung für oder gegen den Job alle Aspekte berücksichtigen. Auch die, die sich während einer flotten Firmenbegehung nicht gleich erkennen lassen.

Für Selbstständige im Home-Office

Wer nicht durch ein Anstellungsverhältnis an feste Präsenzzeiten und einen bestimmten Arbeitsplatz gebunden ist, muss sich seine Stätte des täglichen Schaffens selbst einrichten und organisieren. Und ob das nun das heimische Arbeitszimmer, das Co-Working-Büro, der Küchentisch oder eine Hängematte auf Honolulu ist: Gesetzliche Vorschriften gibt es hier im Grunde nicht – muss ja schließlich auch Vorteile haben, die vollständige finanzielle Eigenverantwortung und der Verzicht auf so praktische Dinge wie beispielsweise einen Betriebsrat, Weihnachtsgeld oder das Feierabendbier auf Firmenkosten. Trotzdem: Wer als Freelancer oder selbstständiger Unternehmer konsequent Leistungen erbringen und profitabel wirtschaften möchte, sollte sich ebenso gewisse Strukturen schaffen, die seine Produktivität in Schwung und die tägliche Arbeitsmotivation auf einem konstanten Level halten. Egal also, ob ihr euch aktuell in einem Anstellungsverhältnis oder als Selbstständiger in der freien Wirtschaft befindet: Die folgenden fünf Tipps gelten durch die Bank für alle Schreibtischtäter!

Für alle: 5 Tipps für die Arbeitsplatzgestaltung

1. Positionierung

Erwachsene Büroarbeiter können manchmal wieder zu Schulkindern werden – nämlich dann, wenn es um die Sitzplatzvergabe geht. Also, wie positioniert man einen Arbeitsplatz am besten im Raum, wo fließt die produktive Ader? Egal ob Großraumbüro oder Einzelkabine: Optimal steht der Schreibtisch parallel zu einem Fenster, da das Sonnenlicht so weder blendet, noch auf dem Bildschirm gespiegelt wird. Die meisten Menschen fühlen sich außerdem wohler, wenn niemand permanent auf ihren Monitor sehen kann – Plätze mit dem Rücken zum Gang oder zur Tür sind deshalb häufig unbeliebt. Auch den direkten Blick auf eine Wand empfinden viele bei der Arbeit eher als unangenehm.

2. Tisch und Stuhl

Wenn man schon jeden Tag bummelig acht Stunden an einer Stelle sitzt, sollte zumindest der Komfort stimmen – könnte einem der Körper sonst schneller heimzahlen, als man denkt. Schon jetzt klagen etwa Zweidrittel der Büroangestellten über Rückenschmerzen. Kein Wunder, denn unsere Kehrseite ist eigentlich nicht für stundenlange Sitzpartien gemacht. Also: Lieber ergonomisch sitzen, um die Schäden einzudämmen! Die Grundlage dafür ist ein höhenverstellbarer Arbeitsstuhl. Die richtige Höhe habt ihr gefunden, wenn die Beine im Sitzen einen rechten Winkel bilden, während die Füße flach auf dem Boden stehen. Auch die Arm- und Rückenlehnen sollten sich individuell anpassen lassen und bestenfalls den Bewegungen des Körpers folgen. Der Schreibtisch sollte ebenfalls individuell hoch- und runterjustierbar, mindestens 160 x 80 cm groß und reflexionsarm sein. Die optimale Höhe? Setzt euch gerade hin und legt die Unterarme auf die Tischplatte wie beim Tippen auf der Tastatur. Wenn Ober- und Unterarme nun auch einen rechten Winkel bilden, ist eure Sitzhaltung tipptopp.

3. Der Computer

Guckt man üblicherweise gut ein Drittel des Tages auf seinen Bildschirm, sollte dieser im Sinne der Augengesundheit möglichst flimmerfrei und hochauflösend sein. Der Monitor sollte parallel zur Tischkante und zwischen 50 und 90 cm vom Kopf entfernt stehen, sein oberer Rand etwa auf Augenhöhe liegen. Für einen entspannten Nacken spielt auch die Neigung des Bildschirms eine Rolle: Genau richtig gekippt ist er dann, wenn die Blickachse in einem Winkel von 35 Grad nach unten verläuft. In einem Büro mit etlichen Computern ist es außerdem wichtig, auf möglichst geräuscharme Lüfter zu achten – das geballte Surren der Maschinen kann einem sonst nämlich ganz schön zusetzen.

4. Ordnung

Was fürs ganze Leben gilt, gilt auch für die Arbeitsplatzgestaltung: Ordnung ist die halbe Miete! Achtet deshalb von vornherein auf ausreichend Stauraum für alles, was nicht permanent benötigt wird. Überlegt euch ein sinnvolles Ordnungssystem für all diese Dinge, die nur gelegentlich mal zum Einsatz kommen, und haltet euch penibel an eure eigenen Regeln. Meine Empfehlung: Jeden Abend aufräumen, dann laufen Motivation und Produktivität am nächsten Morgen doppelt gut. Je weniger Ablenkung auf dem Tisch desto besser! Extra-Tipp: Platziert Geräte und Ordner, die ihr seltener benutzt, ruhig in einiger Entfernung vom Sitzplatz. Wer beispielsweise auf dem Weg zum Drucker einmal über den ganzen Flur muss, steht zwischendurch automatisch mal auf und vertritt sich die Beine.

5. Der Wohlfühl-Faktor

Für eure körperliche Gesundheit wäre nun gesorgt – mindestens genauso wichtig aber ist, dass ihr euren Arbeitsplatz im Rahmen der Möglichkeiten als angenehmen Ort empfindet. Mit dem richtigen Raum- und Mitarbeiterklima, ausreichend Tageslicht, Pflanzen und ausgewählten persönlichen Gegenständen könnt ihr auch euer psychisches Wohlbefinden steigern. Dadurch verrichtet sich die Arbeit zwar nicht von allein, geht einem aber auch in stressigen Phasen deutlich leichter von der Hand. Für ein bisschen Inspiration guckt doch einfach nochmal in meine 10 Wohlfühl-Tipps fürs Büro!

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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Sophia sagt:

    Toller Artikel und erst einmal danke dafür. Einige Tipps habe ich sofort umgesetzt und ich muss sagen, dass ich mich jetzt wohler am Arbeitsplatz fühle und das aufgrund eines sinnvollen Ordnungssystems, einen aufgeräumten und strukturierten Arbeitstisch und einen zusätzlichen Pezziball neben meinem Bürostuhl.

  • Avatar Miri sagt:

    Hallo,
    ein klasse Artikel!
    Mit den Tipps kann ich einiges anfangen.
    Besonders gut gefällt mir dabei der Tipp mit der Ordnung und dem Wohlfühlfaktor.

    Macht weiter so!

    Grüßle
    Miri

  • Avatar Alabama17 sagt:

    Auf jeden Fall braucht man eine gute Ausstattung. Daher sollte man auch beim Bürostuhl Kaufen nicht zu sehr sparen. Das rächt sich eher mit Rückenschmerzen. Dann lieber gleich was Hochwertiges kaufen und vielleicht noch einen höhenverstellbaren Schreibtisch dazu.


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