07.05.2019 · smart leben ·

Raus aus der Dispofalle

Es passiert so schnell: Da geht der Fernseher kaputt, die Miete steigt und ausgerechnet jetzt muss das Geld für das Feriencamp des Sohnes bezahlt werden. Und zack – sind Sie im Minus. Kein Problem, sagen Sie, wozu gibt es den Dispo. Das ist auf den ersten Blick richtig. Doch wenn Sie da nicht schnell wieder rauskommen, wird er schnell zur Dauereinrichtung. Und der harmlose Dispo wird zum Dispositionskredit. Also ein Kredit. Mit Zinsen. Mit oft unverschämt hohen Zinsen.

Da gibt es nur eine Lösung – wenn Sie nicht gerade unverhofft zu Geld gekommen sind: ein Ratenkredit. Warum der den Dispo um Längen schlägt und was Sie bei der Umschuldung beachten müssen, Sie erfahren es hier.

Nackte Zahlen und Psychologie

Der größte Vorteil des Ratenkredits liegt in der Höhe der Zinsen. Beim Dispo reden wir trotz Niedrigzinsniveau oft immer noch von zweistelligen Zahlen, also von mehr als 10 Prozent. Ratenkredite gibt es meist schon im niedrigen einstelligen Bereich, zum Teil unter 2 Prozent.
Ein Beispiel: Sie wollen 3.000 Euro in 24 Monaten tilgen.
Bei einem Dispo von 11,7 Prozent zahlen Sie rund 380 Euro Zinsen.
Beim Ratenkredit von 1,99 Prozent hingegen nur rund 62 Euro an Zinsen.
Das sind mehr als 300 Euro Unterschied!
Oder andersrum gesagt: Im Dispo müssten Sie jeden Monat 141 Euro als Rate zahlen, beim Ratenkredit um die 128 Euro. Das überzeugt schon.
Und die Differenz der Zahlen steigt, je höher der Kredit ist.

Doch auch rein von der Psychologie her sticht der Ratenkredit den Dispo locker aus. Denn beim Ratenkredit ist Ihr Alltagskonto erstmal auf Null gesetzt. Sie müssen jetzt „nur noch“ darauf aufpassen, nicht wieder unter die Null zu rutschen. Aber das sollte jetzt Motivation genug sein.
Beim Dispo bleiben Sie auf dem Konto in den roten Zahlen. Nur in ganz kleinen Schritten tasten Sie sich nach oben. Und müssen zudem immer kontrollieren, ob Sie tatsächlich am Monatsende wieder 100 Euro weiter gekommen sind. Das geht leider meist schief.
Und noch ein ganz pragmatischer Grund: Wenn Sie einen Ratenkredit vereinbart haben, sind Sie vertraglich abgesichert. Einen Dispo kann die Bank jederzeit senken oder ganz streichen.

Worauf müssen Sie achten?

Grau ist alle Theorie, heißt es so schön. In der Praxis lauern dann doch ein paar Stolpersteine.

  • Überprüfen Sie zuerst, welche Kreditrate Sie sich tatsächlich leisten können. Es nutzt nichts, wenn Sie möglichst schnell tilgen wollen – und dann Raten zahlen müssen, die Sie erneut ins Minus stürzen. Andererseits fallen bei einer sehr langen Laufzeit natürlich entsprechend mehr Zinsen an. Um noch eine Phrase zu bemühen: Finden Sie den goldenen Mittelweg.
    Seien Sie zudem diszipliniert. Kaufen Sie in der Zeit des Kredits nicht weitere Dinge auf Pump. Dann droht schnell die Schuldenfalle.
  • Nehmen Sie keinen „Pufferkredit“. Also einen, der deutlich höher ist als die Summe, die Sie tilgen müssen. Auch wenn er verlockend klingt – und Sie oft auch von der Bank zu so etwas überzeugt werden sollen. Sie haben dann zwar einen blendenden Kontostand – und sind nicht nur knapp über der Null. Aber: Sie zahlen entweder deutlich länger die Raten ab – oder eben deutlich teurere Raten. Und das kann zur Belastung werden.
  • Oft wollen Ihnen die Banken eine sogenannte Restschuldversicherung andrehen. Die heißt oft nicht exakt so, ist aber immer ein Kostentreiber. Lehnen Sie so etwas ab – und wählen Sie nur einen Kredit, wo das nicht verpflichtend ist. Lassen Sie sich nicht von den tollen Versprechungen der Bankberater blenden.
  • Wenn es die Bank nicht von sich aus tut: Senken Sie Ihren Disporahmen auf eine Summe für absolute Notfälle. Das mindert die Gefahr, gleichzeitig den Ratenkredit und die Dispozinsen zahlen zu müssen.

Was bedeutet das konkret für mich?
Wenn Sie immer tiefer in den Dispo rutschen, sollten Sie umschulden und einen Ratenkredit aufnehmen. Der hat deutlich bessere Zinsen, Sie fangen im wahrsten Sinne des Wortes wieder bei Null an und können vermutlich auch besser schlafen.

 


Mandy Pank Geschrieben von:

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