22.05.2026 · Allgemein · Selbstständige · Lesezeit: 3 min

Selbstständige und Steuern: So bekommst Du mehr Geld zurück!

Als Selbstständiger Steuern sparen? Da denken viele zuerst an klassische Betriebsausgaben: Laptop, Fahrtkosten oder das Arbeitszimmer. Eine aktuelle Auswertung von smartsteuer zeigt aber: Die größten Steuer-Hebel liegen oft ganz woanders.

Besonders stark wirken sich persönliche Vorsorgeaufwendungen aus, also Beiträge zur Altersvorsorge sowie zur Kranken- und Pflegeversicherung. Gerade für Solo-Selbstständige und Menschen im Nebenerwerb macht das häufig den entscheidenden Unterschied bei der Steuererstattung. Also gerade für Freelancer und Selbstständige, die gerade erst anfangen, lohnen sich diese Tipps.

Vorsorge bringt oft mehr als Betriebsausgaben

Für die Auswertung hat smartsteuer eine hohe fünfstellige Zahl an Steuerbescheiden aus dem Jahr 2025 analysiert. Interessant dabei: Rund 86 % der untersuchten Selbstständigen hatten zusätzlich weitere Einkünfte, zum Beispiel aus einer Festanstellung oder Vermietung. Die Daten zeigen also vor allem die Realität vieler Nebenerwerbs-Selbstständiger.

Das Ergebnis: Persönliche Abzüge in der Einkommensteuererklärung haben im Durchschnitt deutlich mehr Einfluss auf die Steuerlast als klassische Betriebsausgaben in der EÜR.

Die stärksten Hebel:

  • Altersvorsorge: durchschnittlich 8.923 € steuerlicher Abzug
  • Kranken- und Pflegeversicherung: durchschnittlich 6.078 € steuerlicher Abzug
  • Entlastungsbetrag für Alleinerziehende: durchschnittlich 4.045 €
  • Pauschbetrag für Menschen mit Behinderung: durchschnittlich 1.272 €
  • Kinderbetreuungskosten: durchschnittlich 1.092 €

Gerade diese Posten werden häufig unterschätzt, obwohl sie die Steuerlast massiv senken können.

Betriebsausgaben bleiben wichtig, vor allem in Handwerk und Handel

Natürlich spielen auch klassische Betriebsausgaben weiterhin eine große Rolle. Besonders stark wirken sich dabei Waren, Rohstoffe und Hilfsstoffe aus – ein typischer Hebel für Selbstständige im Handel oder Handwerk.

Die größten Betriebsausgaben-Posten im Durchschnitt:

  • Waren, Rohstoffe und Hilfsstoffe: 4.038 €
  • Betriebsausgabenpauschale für kreative Berufe: 1.896 €
  • Umsatzsteuer: 1.517 €
  • Personalkosten: 1.482 €
  • Fremdleistungen, etwa Beratung oder IT: 1.397 €
  • Übrige Betriebsausgaben: 1.180 €

Deutlich kleiner fallen dagegen viele typische Alltagsposten aus:

  • Geschäftsraummiete: 939 €
  • Fahrtkosten: 636 €
  • Abschreibungen (AfA): 457 €

Überraschend selten genutzt: die Homeoffice-Pauschale

Ein spannendes Detail aus der Auswertung: Die Homeoffice-Pauschale bringt im Schnitt fast 1.000 € steuerlichen Abzug. Trotzdem nutzt sie nur etwa jeder 25. Selbstständige.

Gerade im Nebenerwerb arbeiten viele regelmäßig von zu Hause aus. Deshalb lohnt es sich besonders, diesen Punkt in der Steuererklärung nicht zu vergessen.

Hohe Bereitschaft für Weiterbildung

Die Daten zeigen außerdem: Viele Selbstständige investieren kräftig in ihre Weiterbildung.

Zusammengenommen ergeben sich durchschnittlich mehr als 3.500 € an Fortbildungs- und Weiterbildungskosten:

  • Fortbildungskosten in der EÜR: 300 €
  • Fortbildungskosten als Arbeitnehmer:in: 1.864 €
  • Aus- und Weiterbildungskosten: 1.427 €

Das zeigt: Weiterbildung ist für viele Selbstständige längst ein wichtiger Bestandteil der beruflichen Entwicklung – und gleichzeitig steuerlich attraktiv.

Nachzahlung und Erstattungen bei Selbstständigen

Knapp 60 % der untersuchten Selbstständigen erhielten eine Steuererstattung. Diese lag durchschnittlich bei 1.769 €.

Wer nachzahlen musste, zahlte allerdings deutlich mehr: durchschnittlich 3.568 €.

Der Grund: Auf selbstständige Einkünfte wird häufig keine Lohnsteuer vorab abgeführt. Die Steuer wird deshalb erst mit dem Steuerbescheid fällig. Gerade im Nebenerwerb kann das schnell zu überraschend hohen Nachzahlungen führen.

Wichtig zu wissen: Nach größeren Nachzahlungen setzt das Finanzamt häufig Einkommensteuer-Vorauszahlungen fest. Dadurch werden spätere hohe Nachzahlungen reduziert.

Große Unterschiede zwischen den Bundesländern

Auch regional zeigen sich deutliche Unterschiede.

Die höchsten durchschnittlichen Steuererstattungen gab es 2025 in:

  1. Hessen: 1.951 €
  2. Hamburg: 1.895 €
  3. Nordrhein-Westfalen: 1.890 €

Am niedrigsten lagen die durchschnittlichen Erstattungen in Sachsen-Anhalt mit 1.263 €.

Die höchste Einzelerstattung ging an eine:n Selbstständige:n aus Baden-Württemberg – mit beeindruckenden 213.092 €.

Bei den Nachzahlungen lagen diese Bundesländer vorne:

  1. Bremen: 5.493 €
  2. Hamburg: 4.476 €
  3. Hessen: 4.146 €

Die höchste Einzelnachzahlung bundesweit wurde ebenfalls in Bremen registriert: 417.882 €.

Fazit:

Die smartsteuer-Auswertung zeigt deutlich: Für viele Selbstständige entstehen die größten Steuerersparnisse nicht durch einzelne Betriebsausgaben, sondern durch persönliche Vorsorgeaufwendungen und individuelle Freibeträge.

Wer seine Steuererklärung optimieren möchte, sollte deshalb nicht nur auf Belege für Bürobedarf oder Fahrtkosten achten. Besonders wichtig sind auch:

  • Altersvorsorge
  • Kranken- und Pflegeversicherung
  • Kinderbetreuungskosten
  • Homeoffice-Pauschale
  • Weiterbildungskosten

Gerade im Nebenerwerb steckt hier oft deutlich mehr Sparpotenzial, als viele vermuten. Es lohnt sich also, die Steuererklärung mit smartsteuer zu erledigen. Als Selbststädniger sparst Du so Zeit und Geld und holst das Beste für Dich raus!

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Verfasst von:
Steuern 𝘦𝘪𝘯𝘧𝘢𝘤𝘩 verstehen - nach diesem Prinzip schreibt Jana für smartsteuer. Nach ihrem Studium in Germanistik sammelte sie Erfahrungen als Freie Journalistin einer Tageszeitung, als TV-Redakteurin und als Werbetexterin. Seit 2023 unterstützt sie uns im Team dabei, das Thema Steuern spannend und verständlich aufzubereiten.
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