31.08.2026 · Allgemein · Lesezeit: 5 min

Das ändert sich im September 2026 – Neuigkeiten, Gesetze & Steuern

Hallo, ich bin Simon. Wie zu jedem Monatswechsel fassen wir für euch zusammen, was sich ändern wird, damit ihr immer auf dem Laufenden bleibt und nichts verpasst. Und genau dafür ist smartsteuer da! Also abonniert gerne unseren Kanal, wenn ihr keine wichtigen Steuer- und Finanzneuigkeiten mehr verpassen wollt. Wir freuen uns über jeden Abonnenten.

1. Die Steuerberatungsreform (Lohnsteuerhilfevereine)

Erste Änderung: die Steuerberatungsreform. Wir starten direkt mit dem Thema, das für viele von euch das Interessanteste sein dürfte: Zum 1. September tritt die umfangreichste Reform des Steuerberatungsrechts seit 2008 in Kraft. Das klingt erstmal trocken, hat aber einen ganz praktischen Kern für viele: Lohnsteuerhilfevereine dürfen künftig deutlich mehr Menschen bei der Steuererklärung helfen als bisher.

Der wichtigste Punkt dabei: Bislang gab es eine Grenze, die viele ausgeschlossen hat. Wer zum Beispiel Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung oder aus Kapitalanlagen in relativ hoher Höhe hatte, durfte sich von einem Lohnsteuerhilfeverein oft gar nicht beraten lassen. Genau diese Einkommensgrenze fällt jetzt weg. Das heißt konkret: Auch wer eine Wohnung vermietet oder Geld angelegt hat, kann sich künftig günstig über einen Lohnsteuerhilfeverein unterstützen lassen, ohne gleich die oft teurere Variante mit Steuerberaterrechnung zahlen zu müssen. Nach Schätzung des Bundesfinanzministeriums können dadurch rund 35.500 zusätzliche Steuerpflichtige diese Hilfe in Anspruch nehmen.

Noch eine praktische Neuerung gibt es: Eine einzelne Leitungsperson darf künftig drei statt bisher nur zwei Beratungsstellen führen. Das sorgt dafür, dass es insgesamt mehr Anlaufstellen geben kann. Für alle, die ihre Steuererklärung nicht komplett alleine machen wollen, aber auch keine große Beraterechnung möchten, ist das im ersten Moment eine gute Nachricht. Wer sie ohnehin lieber selbst macht – einfach und ohne Vorkenntnisse –, für den bleibt natürlich smartsteuer immer noch der bequemste und wahrscheinlich kostengünstigste Weg.

2. Bundesweiter Warntag am 10. September

Zweite Änderung: der bundesweite Warntag. Weiter geht es mit einem Termin, der wirklich jeden trifft. Stellt euch vor, ihr sitzt am 10. September mittags in der Bahn oder bei der Arbeit im Büro, und auf einen Schlag fangen rund um euch herum alle Handys gleichzeitig an zu schrecken.

Keine Sorge, das ist kein Notfall, sondern der bundesweite Warntag. An diesem Donnerstag testen Bund und Länder gemeinsam alle Warnsysteme, die wir in Deutschland haben. Gegen 11:00 Uhr kommt eine Probewarnung, gegen 11:45 Uhr dann die Entwarnung dazu. Getestet werden die Sirenen, die Warn-Apps wie NINA und vor allem das sogenannte Cell Broadcast System. Das ist die Warnung, die ganz ohne App auf jedem Handy landet, einfach weil man sich in der Funkzelle befindet.

Tun muss man dafür nichts. Was sich aber an dem Tag wirklich lohnt: einmal kurz für sich selbst prüfen, ob die Warnung überhaupt angekommen ist. Denn wenn das Handy stumm bleibt, ist Cell Broadcast dort auf dem Gerät wahrscheinlich deaktiviert. Im echten Ernstfall – etwa bei einem Hochwasser – will man so eine Meldung natürlich bekommen. So nervig dieser Testtag für viele auch erstmal sein mag, er hat einen ernsten Hintergrund.

3. Austausch von Auslands-Kontodaten durch die Finanzämter

Dritte Änderung: eure Kontodaten. Kommen wir zu einem Punkt, über den kaum jemand spricht, dabei läuft er jedes Jahr für Millionen Konten im Hintergrund ab, ohne dass wir gefragt werden: Zum 30. September findet der große Austausch von Finanzkontodaten statt.

Der Hintergrund ist ein weltweiter Standard, und Deutschland setzt das Ganze über das sogenannte Finanzkonten-Informationsaustauschgesetz um. Das läuft in zwei Schritten: Zuerst melden die Banken die Kontodaten ihrer Kunden an das Bundeszentralamt für Steuern. Dieser Schritt ist bereits gelaufen. Jetzt zum 30. September kommt der eigentliche Austausch: Die Daten werden zwischen Deutschland und 118 anderen Staaten weltweit ausgetauscht.

Damit sind wir beim entscheidenden Punkt: Betroffen ist jeder, der ein Konto im Ausland hat. Wer also ein Konto zum Beispiel in der Schweiz, in Österreich, in der Türkei, auf Zypern, in Dubai oder sonst wo führt, dessen Daten bekommt das deutsche Finanzamt automatisch, ohne dass man selbst irgendwas davon mitbekommt.

Ganz wichtig, damit keine falsche Vorstellung entsteht: Das ist nichts Illegales, nur weil es viele Leute nicht mitbekommen, und auch kein Grund zur Panik. Wer sein Auslandskonto ordentlich in der Steuererklärung angibt – wie man das ja machen muss –, für den ist alles in Ordnung. Nur wer das bisher aus welchem Grund auch immer nicht gemacht hat, für den könnte es jetzt eng werden, weil die Finanzämter diese Konten künftig einfach sehen. Der richtige Zeitpunkt, das sauber nachzuholen, wäre genau jetzt.

4. Mehr Verbraucherrechte (Gewährleistung & Anti-Greenwashing)

Vierte Änderung: mehr Verbraucherrechte. Die nächste Änderung begegnet euch ab dem 27. September beim Einkaufen, und sie ist im Ernstfall bares Geld wert.

Ab diesem Tag gilt EU-weit ein neues einheitliches Gewährleistungslabel. Das findet ihr künftig z. B. an der Kasse, im Onlineshop oder auf der Verpackung. Der Hintergrund: Viele Menschen verwechseln zwei Dinge, die rechtlich völlig verschieden sind: zum einen die gesetzliche Gewährleistung und zum anderen die freiwillige Herstellergarantie.

Zur Erinnerung: Die gesetzliche Gewährleistung steht euch bei jedem Kauf automatisch zu und bedeutet, dass ihr bei einem Defekt mindestens zwei Jahre lang Anspruch auf kostenlose Reparatur oder Ersatz habt – ganz unabhängig davon, ob der Händler zusätzlich eine eigene Garantie anbietet. Genau das soll das neue Label endlich klar sichtbar machen. Gerade beim Kauf teurer Dinge wie einer Waschmaschine, einem Fernseher, Kinderwagen oder Fahrrad ist das goldwert.

Am selben Tag, dem 27. September, wird es noch eine zweite Neuerung geben: Werbung mit Umweltversprechen wird deutlich strenger geregelt. Begriffe wie „klimaneutral“, „umweltfreundlich“ oder „nachhaltig“ dürfen dann nur noch verwendet werden, wenn sie wirklich klar belegbar und überprüfbar sind. Das soll vor sogenanntem Greenwashing schützen – also vor Werbung, die grüner und klimafreundlicher klingt, als das Produkt tatsächlich ist. Für alle, die beim Einkaufen bewusst entscheiden wollen, sind das gleich zwei gute Nachrichten im September.

5. Wichtige Kündigungsfrist bei der privaten Krankenversicherung

Fünfte Änderung: wichtige Frist bei der Krankenversicherung. Noch eine Frist, die richtig Geld kosten kann, wenn man sie verpasst. Es geht um die private Krankenversicherung (PKV). Wer privat versichert und mit seinem Tarif unzufrieden ist, muss die Kündigung in der Regel bis zum 30. September einreichen, wenn er zum Jahreswechsel wechseln möchte. Verpasst man diesen Tag, sitzt man das ganze nächste Jahr wieder im alten Tarif fest.

Aber bevor jetzt jemand vorschnell kündigt, ein wichtiger Hinweis: Ein Anbieterwechsel hat grundsätzlich zwei Haken:

  1. Verlust von Alterungsrückstellungen: Man verliert einen Teil der angesparten Alterungsrückstellungen – also das Geld, das die Beiträge im Alter stabil halten soll.

  2. Neue Gesundheitsprüfung: Beim neuen Anbieter steht in der Regel eine neue Gesundheitsprüfung an. Ist seit dem ursprünglichen Abschluss gesundheitlich etwas dazugekommen, zahlt man eventuell Risikozuschläge oder wird gar nicht erst angenommen.

Deshalb ein Tipp, den die wenigsten kennen: Man darf auch innerhalb der eigenen Versicherung in einen eventuell günstigeren Tarif wechseln. Das ist in § 204 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) geregelt. Dabei wandern die kompletten Alterungsrückstellungen mit, und es gibt keine neue Gesundheitsprüfung, wenn man sich für weniger (oder gleichwertige) Leistung entscheidet. Das ist sogar jederzeit möglich, ganz ohne die Frist zum 30. September. Heißt also: Erstmal intern den Tarif prüfen lassen und nur bei wirklich guter Gesundheit über einen echten Anbieterwechsel nachdenken.

Fazit

Das waren die wichtigsten Änderungen im September 2026!

Wenn euch dieser Überblick geholfen hat, lasst uns einen Daumen nach oben da und abonniert unseren Kanal, damit ihr auch im nächsten Monat wieder alle wichtigen Änderungen kennt. Vielen Dank fürs Zuschauen und wie immer wünschen wir euch ganz viel Erfolg bei eurer nächsten Steuererklärung – einfach und ohne Vorkenntnisse mit der Online-Steuererklärung von smartsteuer!

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