Steuertipps – Ausbildungsfreibetrag auf dem Prüfstand

Während der Berufsausbildung Ihres volljährigen Kindes können Sie sich den Ausbildungsfreibetrag sichern, wenn es nicht mehr zu Hause wohnt. Wichtig ist, dass Sie für das Kind noch Kindergeld oder den Kinderfreibetrag erhalten.

Seit 2002 gibt es den Ausbildungsfreibetrag (§ 33a EStG) nur noch für volljährige Kinder, allerdings muss das Kind auswärtig untergebracht sein. Dann erhalten die Eltern einen Freibetrag von 924 € (77 € pro Monat). Dieser Freibetrag vermindert sich um die Einkünfte und Bezüge Ihres Kindes, die 1.848 € im Kalenderjahr übersteigen, sowie um Ausbildungszuschüsse aus öffentlichen Mitteln („BAföG“).

An die „auswärtige“ Unterbringung sind aber einige Bedingungen geknüpft: Die Unterbringung muss von gewisser Dauer sein und entweder während der gesamten Ausbildung oder zumindest während einzelner Ausbildungsabschnitte vorliegen. Eine Klassenfahrt oder ein mehrwöchiger Sprachkurs im Ausland reichen dem Fiskus hierfür leider nicht. Außerdem muss das Kind in dieser Zeit räumlich selbständig sein.

Tipps: Eine auswärtige Unterbringung liegt bereits vor, wenn Ihr Kind z. B. in Ihrer Eigentumswohnung einen selbständigen Haushalt führt, es also hauswirtschaftlich nicht in Ihren Haushalt eingegliedert ist.

Der Sonderbedarf z. B. für auswärts studierende Kinder erscheint manchen Eltern mit 77 € monatlich nicht ausreichend bemessen – dem Bundesfinanzhof allerdings nicht, der die steuerlichen Vergünstigungen für Kinder in einem Streitfall, in dem es um die Freibeträge für 2003 ging, als ausreichend beurteilte und die Klage abwies.

Die Eltern geben aber nicht auf und haben mit Unterstützung des Lohn- und Einkommensteuer Hilfe-Rings Deutschland e. V. gegen das Urteil Verfassungsbeschwerde eingelegt, die unter dem Aktenzeichen 2 BvR 451/11 beim Bundesverfassungsgericht geführt wird. In vergleichbaren Fällen sollten Eltern gegen ihren Steuerbescheid Einspruch einlegen, das Ruhen des Verfahrens beantragen und sich auf das beim Bundesverfassungsgericht anhängige Verfahren berufen.

Fundstelle: § 33a Abs. 2 EStG, BFH, Urteil v. 25.11.2010 - III R 111/07, Verfassungsbeschwerde eingelegt, Az. beim BVerfG: 2 BvR 451/11