Steuertipps – Nebenberufliche Arbeit auf Honorarbasis

Im Steuer- und Sozialversicherungsrecht ist die Unterscheidung wichtig, ob man eine Tätigkeit selbständig oder nichtselbständig ausübt.

Wesentliche Unterschiede bestehen beispielsweise darin, dass man bei einer selbstständigen Tätigkeit keine Lohnsteuerkarte vorlegt und sie normalerweise sozialversicherungsfrei ist. Bei der nichtselbstständigen Tätigkeit dagegen wird in der Regel eine Lohnsteuerkarte vorgelegt, es müssen zudem Sozialversicherungsbeiträge abgeführt werden (gesetzliche Renten-, Kranken-, Unfall- und soziale Pflegeversicherung). Faustregel: Einfache Tätigkeiten werden in der Regel nichtselbstständig ausgeübt; sie sind deshalb lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig.

Lehrtätigkeiten im geringen Umfang Falls Sie nebenberuflich als Übungsleiter (Trainer), Ausbilder (Lehrtätigkeit), Betreuer oder Erzieher arbeiten, kann eine Vereinfachungsregelung für Sie interessant sein, die in den Lohnsteuer-Richtlinien enthalten ist: Wenn Sie Ihre Tätigkeit nur in einem geringen zeitlichen Umfang ausüben, sind Sie selbstständig tätig und müssen von Ihrem Bruttolohn keine Sozialversicherungsbeiträge entrichten. Dies ist der Fall, wenn Sie pro Woche im Durchschnitt höchstens sechs Stunden tätig werden.

Allerdings können auch selbstständig ausgeübte Tätigkeiten sozialversicherungspflichtig sein (§ 2 Nr. 1 SGB VI): Beispielsweise sind bestimmte selbstständig ausgeübte Lehrtätigkeiten oder die Tätigkeit als Erzieher rentenversicherungspflichtig. Sie sollten sich möglichst früh an den zuständigen Sozialversicherungsträger (z. B. die Deutsche Rentenversicherung) wenden, um Klarheit über Ihren sozialversicherungsrechtlichen Status zu schaffen. Denn böse Überraschungen kommen unter Umständen erst nach Jahren durch hohe Nachforderungen auf die Betroffenen zu, wenn beim Auftraggeber eine Betriebsprüfung stattgefunden hat.

Fundstelle: R 19.2 LStR, § 2 Nr. 1 SGB VI