06.02.2019 · smart steuern ·

Steuerhinterziehung – Deutschland ist Vize-Europameister…

Rumms. Das hat gesessen. Ein Ruhmesblatt ist das schon mal nicht. Nur in Italien entgehen dem Staat in der EU mehr Steuern als in Deutschland. Wir haben uns die aktuelle Studie mal genauer angeschaut und verraten Ihnen, was dahinter steckt. Und zum Schluss erfahren Sie noch, wie auch Sie Steuern sparen können – ohne gleich welche zu hinterziehen.

Italien vor Deutschland und Frankreich

Was nach dem Ausgang eines großen Fußballturniers aussieht, ist hier bei uns ganz was anderes. Es ist das Spitzentrio bei Steuerhinterziehung.
Schon 2012 hatte der britische Ökonomieprofessor Richard Murphy eine Studie zum Stichwort „Tax Gap“ („Steuerlücke“) vorgestellt. Die gute Nachricht: Nach seinen Berechnungen sind die Schäden durch Steuerhinterziehung in der EU jetzt um gute 100 Milliarden Euro gesunken – auf immer noch unfassbare 825 Milliarden Euro. Inflationsbereinigt beträgt der Rückgang rund 12 Prozent.
Unangefochtener Spitzenreiter bei der Steuerhinterziehung ist laut der neuen Studie Italien mit 190 Milliarden Euro, gefolgt von Deutschland mit 125 Milliarden Euro und Frankreich mit 117 Milliarden Euro. Betrachtet man hingegen das Verhältnis von Steuerhinterziehung zur Wirtschaftsleistung der Länder, liegen Italien, Rumänien, Zypern und Griechenland vorn.
Bevor sich die Kritiker mit den Worten „Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.“ zu Wort melden, kommen gleich ein paar Erklärungen zur Studie.

Im Schatten der Schattenwirtschaft

Zuerst einmal lassen sich solche Zahlen nicht exakt ermitteln. Denn das Wesen von Steuerbetrug besteht eben oft genau darin, dass Einnahmen nicht in den Büchern stehen. Der Wissenschaftler stützt sich bei seiner Analyse auf Schätzungen von 15 der 28 EU-Staaten. Die anderen erheben solche Schätzungen nicht einmal. Ebenfalls erwähnenswert: Die Studie wurde für die sozialdemokratische Gruppe im Europäischen Parlament erstellt.
Und wovon ist darin genau die Rede? Da ist einmal die Schattenwirtschaft. Zu gut deutsch: Schwarzarbeit. Die gibt es in vielen Bereichen und führt immer noch zu massiven Steuerausfällen. Ein weiteres großes Problem sind kriminelle Betrügereien bei der Mehrwertsteuer. Und natürlich gibt es noch die Steuersünder, die jede Lücke im Gesetz gnadenlos ausnutzen – oft am Rande der Legalität, aber auch sehr oft darüber hinaus.

Was lässt sich dagegen tun?

Nun, die Politik hat ja immer wieder Verbesserungen erreicht. So gibt es steuerliche Anreize, etwa bei haushaltsnahen Dienstleistungen und Handwerkerleistungen – um Schwarzarbeit einzudämmen. Auch kommt der Staat immer häufiger Steuerbetrügern auf die Spur, die ihr Geld in Steueroasen schleusen.
Der Ökonomieprofessor Murphy sieht als wichtigsten Punkt jedoch, dass der Staat in die Steuerbehörde investieren solle. Unternehmen müssten eine bessere Rechenschaftspflicht haben. Zudem sollten Daten von Banken, Paypal und anderen gesammelt – und mit den Daten der Steuerzahler verknüpft werden. Nur so lasse sich sehen, wie groß der Handel tatsächlich ist. Und zu guter Letzt könnte man ja das Steuersystem komplett überarbeiten und verbessern, so Murphy in einem Interview mit der Wirtschaftswoche. Das aktuelle habe zu viele Schlupflöcher.

Und was ist mit Ihnen?

Nein, keine Angst. Wir fragen jetzt nicht, ob Sie schon mal schwarz gearbeitet haben oder jemand schwarz beschäftigt haben. So etwas geschieht ja in der Regel, weil man dadurch Steuern spart – und es damit billiger ist. Illegal ist es aber auch. Ganz legal können Sie aber auch Steuern sparen. Wie, fragen Sie? Machen Sie Ihre Steuererklärung mit unserer Online-Lösung smartsteuer –  und holen Sie sich das Geld vom Staat zurück, das Ihnen zusteht. Jahr für Jahr bleiben 500 Millionen Euro in der Staatskasse, die eigentlich auf den Konten der Steuerzahler sein müssten.   

 

Mandy Pank Geschrieben von:

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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Dr. Carsten Kettner sagt:

    Ganz klar – Steuerhinterziehung ist Betrug und kein Kavaliersdelikt. Mein Verständnis für Steuerhinterzieher ist auch nur äußerst begrenzt. Aber ebenso ist dieses Verständnis für die unersättliche Gier des Staates nach Einnahmen begrenzt, ohne die Ausgabenseite auch nur im Ansatz regelmäßig einer Prüfung zu unterziehen. Und – entschuldigen Sie bitte – die Abzugsmöglichkeiten für haushaltsnahe Dienstleistungen in guter Höhe der MWSt. sind ein Witz (20% der Handwerkerkosten), da der bezifferte Rahmen viel zu eng gesteckt ist. Der Staat sollte sich auch nicht so großzügig hinstellen bei dieser Abzugsmöglichkeit, denn er ist selbst der größte Preistreiber bei den Personalkosten. Bei Umbauten und Renovierungen sind die Materialkosten im Vergleich zu den Arbeitskosten häufig fast vernachlässigbar. Stundensätze zwischen 65 und 90 EUR machen die Rechnung erst fett.

  • Avatar Hannes Ka sagt:

    Hallo ihr Steuersünder, haben Sie sich schon einmal gefragt wie oft ein
    Stück Fleisch Mwst. zahlen mußte bis es im Restaurant auf dem Teller
    landet ? Der Bauer verkauft sein Schwein 19 %, der Schlachter zerteilt das
    Schwein und verkauft es an den Handel 19 % und wenn es nicht noch eine Station dazwischen gibt kauft das Restaurant ein Stück Fleisch 19 %
    und wirft das Fleisch auf den Grill und serviert es dem Gast, noch einmal 19 %.

    Na haben Sie mitgezählt ?

    Darüber sollten Sie mal berichten und nicht an welcher Stelle
    Deutschland bei den Steuersündern liegt und es gäbe noch ein tolles
    Thema, die Rentensteuer !!! Aber auch da drücken sich alle davor.
    mfg.

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Hallo,
    da wir ein Mehrwertsteuersystem haben und nur der Mehrwert der Umsatzsteuer unterliegt, bekommt der Schlachter beim Kauf des Schweines vom Bauern die an den Bauern gezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt als Vorsteuer zurück. Dies gilt entsprechend auch für den Handel und das Restaurant. Nur der private Kunde kann sich die gezahlte Umsatzsteuer nicht zurückholen.

  • Avatar Alabama11 sagt:

    Guter Beitrag. Kann aber auch Herrn Kettner da nur zustimmen. Handwerker-Löhne sollten mehr berücksichtigt werden. Die arbeiten selten mit Leistungserfassung, lassen sich dementsprechend Zeit und dann kann man es nicht mal gut ansetzen…


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