Steuertipps – Aufmerksamkeiten des Arbeitgebers

Jeder von uns kennt die Situation: Nach langem und hartem Kampf hat es eine Gehaltserhöhung gegeben und wenn man sich wenig später die Gehaltsabrechnung anschaut, bleibt davon nur sehr wenig übrig. Anders ist das bei Aufmerksamkeiten.

Der Grund: Steuern und Abgaben zehren einen großen Teil der Lohnerhöhung sofort wieder auf! Anders ist das bei Aufmerksamkeiten, die zu den steuerfreien Zuwendungen gehören, mit denen Ihr Arbeitgeber Sie „belohnen“ kann, ohne dass es zu einer Abgabenbelastung kommt.

Was sind Aufmerksamkeiten?

Als Aufmerksamkeiten werden Sachzuwendungen wie z. B. Blumen, Bücher und CDs begünstigt, die Ihr Arbeitgeber Ihnen oder Ihren Angehörigen anlässlich eines besonderen persönlichen Ereignisses zuwendet. Diese Zuwendungen sind steuerfrei und beitragsfrei in der Sozialversicherung, wenn der Wert der Sachzuwendung 40 € (Bruttopreis einschließlich Umsatzsteuer) nicht übersteigt. Die 40-€-Freigrenze gilt nur für Sachzuwendungen. Geldzuwendungen anlässlich eines besonderen persönlichen Ereignisses gehören stets zum steuer- und sozialversicherungspflichtigen Arbeitslohn, auch wenn der Geldbetrag gering sein sollte.

Beispiel für eine Sachzuwendung: Ihr Arbeitgeber schenkt Ihnen zu Ihrem Geburtstag einen Bildband über Ihr nächstes Urlaubsziel im Wert von 35 €.

Dieses Geschenk ist eine steuer- und sozialversicherungsfreie Aufmerksamkeit, weil der Wert der Sachzuwendung den Wert von 40 € nicht übersteigt und die Zuwendung anlässlich eines besonderen persönlichen Ereignisses („Geburtstag“) zugewandt wird. Diese steuerliche Einordnung gilt auch dann, wenn Sie sich den Bildband ausdrücklich gewünscht haben.

Was ist ein besonderes persönliches Ereignis?

Besondere persönliche Ereignisse von Arbeitnehmern sind z. B. Geburtstag, Namenstag, Verlobung, Heirat, Dienstjubiläum oder Einschulung eines Kindes.

Keine besonderen persönlichen Ereignisse sind hingegen Feiertage (z. B. Weihnachten, Ostern).

Achtung Steuerfalle!

Zu beachten ist, dass es sich bei dem Betrag von 40 € um eine Freigrenze und nicht um einen Freibetrag handelt. Das bedeutet: Die Sachzuwendung ist in vollem Umfang steuer- und beitragspflichtig, wenn deren Wert den Betrag von 40 € übersteigt.

Tipps: Die Freigrenze für Aufmerksamkeiten ist kein Jahresbetrag; Sie können diese Regelung daher bei besonderen persönlichen Ereignissen mehrfach im Jahr oder gar in einem Kalendermonat ausschöpfen (Sachzuwendungen im Wert von bis zu 40 € für jedes besondere persönliche Ereignis). Neben der Freigrenze von 40 € für Aufmerksamkeiten anlässlich eines besonderen persönlichen Ereignisses kann der Arbeitgeber Ihnen – auch wenn kein besonderer Anlass vorliegt – einmal im Kalendermonat Sachbezüge im Wert von bis zu 44 € (Bruttopreis einschließlich Umsatzsteuer) zuwenden; dies ist dann die sog. 44-€-Freigrenze für Sachbezüge.

Fundstelle: R 19.6 LStR