01.04.2016 · smart steuern ·

Das steht auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung (Serie, Teil 44)

Alle Arbeitnehmer sollten Sie eigentlich längst bekommen haben, die elektronische Lohnsteuerbescheinigung. Und wenn ich mich so umschaue, haben in diesem Jahr auch schon so einige danach sofort Nägel mit Köpfen gemacht – und tatsächlich gleich ihre Steuererklärung abgegeben. Bravo von mir an dieser Stelle! Für die, die noch etwas zögerlich sind, habe ich mir mal angeschaut, was da eigentlich auf dieser elektronischen Lohnsteuerbescheinigung drauf steht. Alle anderen können das natürlich auch lesen, denn wie heißt es so schön: Nach der Steuererklärung ist vor der Steuererklärung.

Elektronisch – und trotzdem auf Papier?

Bevor jetzt gleich jemand meckert, beziehungsweise kritisch einwendet: Ja, das was Sie in Papierform in Ihren Händen halten, ist wirklich eine elektronische Lohnsteuerbescheinigung. Warum? Nun, zuerst muss nämlich Ihr Arbeitgeber Ihre Daten an die Finanzverwaltung übermitteln (welche das sind, kommt gleich), und zwar elektronisch immer bis zum 28. Februar des Folgejahres. Was Sie erhalten, ist „lediglich“ der Ausdruck dieser elektronischen Lohnsteuerbescheinigung. Was drauf steht, müssen Sie in Ihre Steuererklärung übernehmen.

Weil wir gerade bei Papier sind, die Älteren werden sich noch dran erinnern. Bis vor ein paar Jahren bekam man gar keine elektronische Lohnsteuerbescheinigung. Es lief so: Sie hatten eine farbige Lohnsteuerkarte, darauf standen schon Informationen zum Steuerabzug wie Ihre Steuerklasse und Kinderfreibeträge. Sie gaben die Lohnsteuerkarte jedes Jahr beim Arbeitgeber ab. Der gab Sie Ihnen nach Ablauf eines Kalenderjahres ausgefüllt mit den Daten (versprochen, die kommen gleich) zurück. Heute gibt es keine Lohnsteuerkarten mehr, alles was der Arbeitgeber wissen muss, um Ihnen die richtigen Steuern abzuziehen vom Bruttolohn, ist beim Bundeszentralamt für Steuern hinterlegt. Mehr zu diesem Thema finden Sie übrigens in meinem Artikel über ELStAM.


Welche Daten müssen auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung sein?

Jetzt habe ich Sie aber schon ein bisschen warten lassen. Deshalb jetzt schnell: Diese Daten muss Ihr Arbeitgeber ans Finanzamt übermitteln (und stehen deshalb in der Lohnsteuerbescheinigung):

  • Ihren Namen, Geburtsdatum und Anschrift,
  • Steuerklasse, Kinderfreibeträge, Lohnsteuerfreibeträge und Kirchensteuermerkmal,   
  • Beschäftigungsdauer,
  • steuerpflichtiger Bruttoarbeitslohn (einschließlich Sachbezüge)
  • einbehaltene Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer,
  • Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, Kranken- und Pflegeversicherung sowie Arbeitslosenversicherung,
  • gegebenenfalls Kurzarbeitergeld, Schlechtwettergeld, Winterausfallgeld, Zuschuss zum Mutterschaftsgeld,
  • in bestimmten Fällen steuerfreie Leistungen des Arbeitgebers.

 

Was bedeuten die Großbuchstaben U, F, M und S in Zeile 2?

Nicht jeder wird auch nur einen dieser Buchstaben auf seiner elektronischen Lohnsteuerbescheinigung finden. Trotzdem hier in aller Kürze die Erklärung, was dahinter steckt:

  • Buchstabe U: Die Lohnzahlung war für mindestens fünf aufeinanderfolgende Arbeitstage unterbrochen, etwa weil es Kranken- oder Elterngeld gab.
  • Buchstabe F: Es gab steuerfreie Sammelbeförderungen zur Firma („erste Arbeitsstätte“).
  • Buchstabe M: Der Arbeitnehmer erhielt während einer Auswärtstätigkeit Mahlzeiten zur Verfügung gestellt.
  • Buchstabe S: Der muss eingetragen werden, wenn der Arbeitgeber die Lohnsteuer von einem sogenannten sonstigen Bezug berechnet hat – und dabei der Arbeitslohn aus früheren Dienstverhältnissen in diesem Jahr außer acht geblieben ist.

Früher gab es übrigens auch noch B und V. Aber was das war, erspare ich uns allen lieber…

Zusammenfassung: Die elektronische Lohnsteuerbescheinigung hat die Lohnsteuerkarte aus Papier abgelöst. Darauf stehen Daten zu Ihrem (Bruttoarbeits-) Lohn und zu den verschiedenen Abzügen, die Ihr Arbeitgeber abgeführt hat.

Zum vorherigen Teil der Serie: Was ist eine vorausgefüllte Steuererklärung? (Serie, Teil 43)

Geschrieben von:
Theresa Voigt Theresa war anfangs ein kompletter Steuer-Neuling. Mittlerweile hat sich die gelernte Softwareentwicklerin aber als Semi-Steuerprofi entpuppt und beschäftigt sich seither hauptsächlich mit den alltäglichen Problemen und Fragen im Hinblick auf die Steuererklärung. Durch das Muttersein ist sie gleichzeitig zum Organisationstalent geworden und hält im selben Atemzug das Entwickler-Team im Zaum.
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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Stelling, Dieter sagt:

    Ihre Smartsteuer Gmb wird vom Finanzamt Lüneburg nicht anerkannt

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Hat das Finanzamt die Daten übermittelt bekommen und auch das PDF mit der Unterschrift erhalten?
    Dann sollte es keine Schwierigkeiten mit dem Finanzamt geben.

  • Avatar doil sagt:

    was mache ich mit der Spalte 28 der LstBescheinigung

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    „Beiträge zur privaten Krankenversicherung..“? So ist es in 2016 und 2017. Bitte einfach eintragen wie es in der Bescheinigung steht.

  • Avatar Mueffeler, Ines sagt:

    Wo finde ich in meinem Ausdruck der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung 2019 (DATEV) den Betrag (in welcher Zeile?) über die Vermögenswirksamen Leistungen?


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