27.02.2018 · smart steuern ·

Steuer-ABC: L wie Lohnsteuer und Lohnsteuerkarte

Heute verdrücken wir eine klitzekleine Träne. Denn wenn wir auf unsere Lohnabrechnung schauen, gibt es da einen Posten, der gerne kleiner ausfallen dürfte. Richtig, es ist die Lohnsteuer. Wie hoch die ist, hängt von einigen Faktoren ab. Die standen früher mal auf einer richtigen und farbigen Karte. Ja, die Lohnsteuerkarte in Papierform ist mittlerweile Vergangenheit. Doch es gibt einen Nachfolger. Was das zu bedeuten hat, Sie erfahren es hier.

Lohnsteuer vs. Einkommensteuer

Was die Lohnsteuer ist, wissen wir schon aus der Einleitung. Sie sind Arbeitnehmer – Ihr Chef zieht von Ihrem Bruttolohn die Lohnsteuer ab und überweist diese ans Finanzamt. Wenn Sie dann Ihre Steuererklärung abgeben, machen Sie aber keine Lohnsteuererklärung, sondern die Einkommensteuererklärung. Und um das Chaos komplett zu machen: Sie können sich dabei (gegen Geld) auch von einem Lohnsteuerhilfeverein helfen lassen. Schon merkwürdig, denn der unterstützt ja wiederum bei der Einkommensteuererklärung.
Des Rätsels Lösung: Die Lohnsteuer ist „nur“ eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer. In der Steuererklärung kann es zudem um andere Einkommensarten gehen. Das sind zum Beispiel Einkünfte aus selbstständiger Arbeit, aus Kapitalvermögen oder aus Vermietung. Und Lohnsteuerhilfevereine heißen so, weil sie meist für Arbeitnehmer sind. Und die zahlen nun mal Lohnsteuer.

Lohnsteuerkarte vs. ELStAM

Wie viel Lohnsteuer Ihr Arbeitgeber ans Finanzamt abführt, kann er nicht nach eigenem Ermessen festlegen. Bis 2012 war es die Lohnsteuerkarte aus Papier, welche ihm die Vorgaben machte. Für die ganz Jungen unter uns: Die Lohnsteuerkarte gab es abwechselnd in verschiedenen Farben. Rot, gelb, grün und orange. Meist kam die im Spätherbst per Post – und als Arbeitnehmer musste man sie beim Chef oder der Personalabteilung abgeben. Darauf standen die Informationen, mit denen Ihre Lohnsteuer korrekt ermittelt werden konnte.
Das entfällt mittlerweile, denn es gibt ja ELStAM. Wie bitte, was soll das denn sein? Es ist die Abkürzung für „Elektronische LohnSteuerAbzugsMerkmale“. Wir wollen es jetzt nicht komplizierter machen, als es ist: Früher standen die LohnSteuerAbzugsMerkmale auf der Lohnsteuerkarte, heute sind sie nur noch elektronisch gespeichert. Wenn Sie eine neue Stelle antreten, müssen Sie deshalb nicht mehr eine Lohnsteuerkarte dabei haben. Sie müssen dem Chef nur noch Ihr Geburtsdatum und Ihre Steuer-IdNr. mitteilen. Der ruft dann die Abzugsmerkmale aus einer Datenbank beim Bundeszentralamt für Steuern ab. Fertig. Und wenn Sie sich jetzt fragen, was die Steuer-IdNr. ist – alle Informationen finden Sie im Steuer-ABC mit dem Buchstaben I wie Identifikationsnummer.

Was sind die LohnSteuerAbzugsMerkmale?

Das ist schnell gesagt:

  • Steuerklasse
  • bei Verheirateten und Wahl der Steuerklasse IV unter Umständen ein Faktor
  • Zahl der Kinderfreibeträge
  • Lohnsteuerfreibetrag
  • Kirchensteuermerkmal

Aus all diesen Informationen wird die Höhe der Lohnsteuer berechnet.

Bisher im Steuer-ABC:

 


Theresa Voigt Geschrieben von:

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