Steuertipps – Kosten der Berufsausbildung absetzen!

Kosten für Ihre eigene erstmalige Berufsausbildung können Sie bis zu 4.000 € pro Jahr als Sonderausgaben absetzen.

Für Verheiratete gilt: Befinden sich sowohl der Ehemann als auch die Ehefrau in Berufsausbildung, kann jeder für sich den Höchstbetrag berücksichtigen lassen.

Eine erstmalige Berufsausbildung liegt nach Ansicht des Fiskus vor, wenn Sie einen öffentlich-rechtlich geordneten Ausbildungsgang absolvieren und diesen durch eine Prüfung abschließen. Dazu gehören die erste Ausbildung, ein Erststudium und der Besuch allgemein bildender Schulen.

Tipp: Zu den abziehbaren Kosten für die Berufsausbildung zählen z. B.

  • Aufwendungen für Arbeitsmittel wie Fachliteratur, PC, Büromaterial, Schreibtisch; Zinsen für ein Ausbildungsdarlehen;

  • Fahrt- bzw. Reisekosten zur Ausbildungsstätte (z. B. Uni) und etwaige Verpflegungsmehraufwendungen bei längerer Abwesenheit sowie Übernachtungskosten;

  • Gebühren wie Studien-, Lehrgangs-, Prüfungs-, Seminar- und Kursgebühren;

  • Ausgaben für Lerngemeinschaften mit Studienkollegen. Hier sollten Sie das Finanzamt mit Details zur Gestaltung der Treffen und Behandlung der Themen versorgen;

  • Kosten einer doppelten Haushaltsführung, wenn man neben der Hauptwohnung an einem auswärtigen Studienort eine Zweitwohnung hat. Dann können Fahrtkosten, Verpflegungskosten, Kosten der Zweitwohnung und Umzugskosten geltend gemacht werden.

Grundsätzlich gilt: Sämtliche Kosten, die Sie als Arbeitnehmer als Werbungskosten geltend machen könnten, kommen auch für den Sonderausgabenabzug bei erstmaliger Berufsausbildung außerhalb eines Dienstverhältnisses in Frage.

Achtung: Ein Sonderausgabenabzug kann sich allerdings nur dann bemerkbar machen, also die Steuerlast abmildern, wenn Sie im jeweiligen Jahr steuerpflichtige Einkünfte erzielt haben, die über dem Grundfreibetrag der Einkommensteuertabelle liegen. Bei Ledigen sind das 7.664 €. Berufsausbildungskosten mindern das Einkommen – wie alle Sonderausgaben – auch nur bis 0 €, können also nicht zu einem Verlust führen.

Hinweise: Sofern Sie im Rahmen eines (Ausbildungs-)Dienstverhältnisses ausgebildet werden, steht Ihnen grundsätzlich der unbegrenzte Werbungskostenabzug zu.

Alle Bildungsmaßnahmen nach dem Abschluss einer ersten Berufsausbildung oder einem Erststudium sind Fortbildungskosten und führen – sofern sie beruflich oder betrieblich veranlasst sind – zu einem Werbungskosten- oder Betriebsausgabenabzug.

Praktika werden übrigens steuerlich so wie das Studium oder wie die Ausbildung beurteilt, in dessen bzw. deren Rahmen sie geleistet werden. Im Fall eines Erststudiums oder einer ersten Ausbildung erkennt das Finanzamt die Kosten also als Sonderausgaben an.

Siehe auch die KONZ Steuernews: Kosten eines Erststudiums unbegrenzt abziehbar?

Fundstelle: § 10 Abs. 1 EStG