So hilft der Fiskus bei der Hausarbeit

Der Fiskus fördert Arbeiten im Privathaushalt mit einem großzügigen Steuerbonus. Egal, ob Sie einen Minijobber beschäftigen oder selbstständige Unternehmer mit haushaltsnahen Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen beauftragen: Sie können 20 % der Lohnkosten von Ihrer tariflichen Einkommensteuer abziehen!

Die Förderung im Überblick:

Art der TätigkeitAbsetzbar sind…
400-€-Job im Privathaushalt20 % der Lohnkosten, höchstens 510 € pro Jahr
andere haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse (z. B. Arbeit auf Lohnsteuerkarte), Pflegeleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen; Beispiele: Pflege und Betreuung von Angehörigen, Umzugsleistungen, selbständige Kinderfrau20 % der Lohnkosten, höchstens 4.000 € pro Jahr
Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen; Beispiel: Malerarbeiten20 % der Lohnkosten, höchstens 1.200 €

Welche Tätigkeiten sind begünstigt?

Zu den haushaltsnahen Dienstleistungen zählen Tätigkeiten, die gewöhnlich Mitglieder des privaten Haushalts (also nicht Handwerker) erledigen.

Beispiele:

* Reinigung der Wohnung (z.B. durch Angestellte einer Dienstleistungsagentur oder einen selbständigen Fensterputzer),

* Zubereitung von Mahlzeiten im Haushalt,

* Pflege, Versorgung und Betreuung von Kindern, kranken, alten und pflegebedürftigen Personen (z.B. durch Inanspruchnahme eines Pflegedienstes),

* Gartenpflegearbeiten (z.B. Rasenmähen, Heckenschneiden).
Wenn Sie als Privatperson ein Umzugsunternehmen beauftragen, gehören die anfallenden Kosten ebenfalls zu den haushaltsnahen Dienstleistungen. Falls Ihnen Teile der Umzugskosten (z.B. vom Arbeitgeber) erstattet werden, müssen Sie diese Erstattung aber abziehen.

Die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie auch für die Inanspruchnahme von Pflege- und Betreuungsleistungen in Anspruch nehmen. Wer in einem Heim wohnt oder dauernd pflegebedürftig ist, kann seine Aufwendungen ebenfalls ansetzen, soweit darin Kosten für Dienstleistungen enthalten sind, die mit denen einer Hilfe im Haushalt vergleichbar sind.

Wer ein Au-pair in seine Familie aufgenommen hat, kann 50 % der Gesamtkosten ansetzen, weil der Fiskus davon ausgeht, dass ein Au-pair nicht nur Kinder betreut, sondern auch leichte Hausarbeiten übernimmt.

Wohnungseigentümergemeinschaften oder Vermieter können ebenfalls haushaltsnahe Dienstleistungen in Auftrag geben. Wenn Ihr Vermieter z.B. das Treppenhaus und die anderen Gemeinschaftsräume durch ein Reinigungsunternehmen putzen lässt, können Sie diesen Posten auch als Mieter angeben.

Tipp: Für haushaltsnahe Dienstleistungen können sich Arbeitnehmer einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte nach § 39a EStG eintragen lassen, um ihre Steuerlast für das laufende Jahr zu mindern.

Welche Nachweise brauchen Sie?

Sie dürfen den Steuerbonus für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen nur abziehen, sofern Sie eine Rechnung über die bezogenen Leistungen erhalten haben und den Rechnungsbetrag unbar auf das Konto des leistenden Unternehmers gezahlt haben. Der Gesetzgeber hat diese Voraussetzungen geschaffen, weil er die Schwarzarbeit eindämmen will.

Seit 2008 müssen Sie Rechnung und Überweisungsbeleg aber nicht mehr unbedingt direkt Ihrer Steuererklärung beilegen. Es genügt, wenn Sie zunächst nur die Kosten auf dem Mantelbogen Ihrer Steuererklärung eintragen. Wenn das Finanzamt im Einzelfall aber die Belege nachfordert, müssen Sie diese nachreichen. Deshalb sollten Sie Rechnung und Überweisungsbeleg (z. B. Kontoauszug) unbedingt aufbewahren.

Bei Wohnungseigentümergemeinschaften erkennt das Finanzamt einen Nachweis durch die Abrechnung des Verwalters an. Der Verwalter muss Ihnen eine solche Bescheinigung erstellen, kann Ihnen das aber in Rechnung stellen. Als Mieter können Sie den Betrag, den Ihr Vermieter für haushaltsnahe Dienstleistungen ausgegeben hat, sicher Ihrer Nebenkostenabrechnung entnehmen.

Worauf müssen Sie sonst noch achten?

Wie so oft im Steuerrecht, gibt es auch bei dieser Steuerermäßigung einige Einschränkungen bzw. Voraussetzungen, die Sie erfüllen müssen:

* Die haushaltsnahe Dienstleistung muss in Ihrem Haushalt erbracht werden. Ihr Haushalt muss in der EU oder dem Europäischen Wirtschaftsraum liegen. Bei Pflege- und Betreuungsleistungen muss die haushaltsnahe Dienstleistung im Haushalt der gepflegten oder betreuten Person ausgeübt werden. Für Heimbewohner oder dauernd Pflegebedürftige gilt: Auch das Heim oder der Ort der dauernden Pflege muss in der EU oder im Europäischen Wirtschaftsraum liegen.

* Personenbezogene Dienstleistungen sind nicht begünstigt: Wenn z.B. die Friseurin oder die Kosmetikerin bei Ihnen zu Hause tätig wird, gibt’s dafür keine Steuerermäßigung. In manchen Fällen können solche Leistungen aber zu den Pflege- und Betreuungsleistungen gehören, wenn sie im Leistungskatalog der Pflegeversicherung aufgeführt sind.

* Für Hausbesitzer gilt: Bei Dienstleistungen, die sowohl auf öffentlichem Gelände als auch auf Ihrem Privatgelände durchgeführt werden (z.B. Straßen- und Gehwegreinigung, Winterdienst), sind nur die Kosten für Dienstleistungen auf Privatgelände begünstigt. Das gilt auch, wenn Sie zu diesen Leistungen verpflichtet sind (z.B. zur Reinigung und Schneeräumung von öffentlichen Gehwegen und Bürgersteigen).

* Der Steuerbonus wird nicht für Kosten gewährt, die als Werbungskosten, Betriebsausgaben, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen abziehbar sind.

* Wenn zwei Alleinstehende in einem Haushalt zusammenleben, können sie den Höchstbetrag insgesamt nur einmal in Anspruch nehmen. Eine Verdoppelung ist ausgeschlossen.

* Beachten Sie bitte außerdem: Nur die Kosten für die Arbeitsleistung selbst (das heißt: in Rechnung gestellte Arbeitskosten einschließlich Fahrtkosten) sind begünstigt. Materialkosten und die Kosten anderer, im Zusammenhang mit der Leistung gelieferter Waren sind dagegen nicht begünstigt.

Wo Sie die Kosten in der Steuererklärung eintragen müssen

Ihre Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen können Sie in der Einkommensteuererklärung 2011 auf der Seite des 3 des Mantelbogens (unter den Zeilen 74ff abziehen)!

Ausführliches Schreiben des Bundesfinanzministeriums

Falls Sie sich für weitere Details interessieren: Das Bundesfinanzministerium hat zuletzt am 15.2.2010 ein ausführliches Anwendungsschreiben zur Förderung haushaltsnaher Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnaher Dienstleistungen und Handwerkerleistungen herausgegeben.


Fundstelle: § 35a EStG; BMF-Schreiben v. 15.2.2010 - IV C 4 - S 2296 b/07/0003, BStBl 2010 I S. 140
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