08.09.2014 · smart steuern ·

Geld stinkt nicht. Oder: Was sind eigentlich Steuern? (Serie, Teil 1)

Nur zu gut erinnere ich mich an die Wochenenden, an denen mein Vater leise fluchend in seiner kleinen Arbeitsecke saß, tief über irgendwelche Papiere gebeugt und an der Steuererklärung verzweifelnd. Es herrschte eine reichlich explosive Stimmung vor. Die jedes Jahr fällige Neu-Installation und die stets folgende Aktualisierung der Software hatte sich auf dem betagten PC ohnehin schon über Stunden hingezogen. Eine Online-Lösung wie smartsteuer war damals leider noch nicht in Sicht.

Natürlich fehlten dann immer einige Unterlagen oder mein Vater verstand einfach nicht, was das Steuerprogramm mit seinem elendigen Fach-Kauderwelsch von ihm wollte. Wenn dann meine Mutter vorsichtig fragte, ob er sich nicht doch lieber an einen Profi wenden wolle, war die Eskalationsstufe erreicht. Sie sehen also: Das Thema Steuern ruft auch bei mir nicht unbedingt positive Erinnerungen hervor.

Nun bin ich selbst im “steuerfähigen Alter” und arbeite bei smartsteuer. Manchmal stellen mir deshalb Freundinnen und Freunde Fragen zum Thema (mein Vater natürlich nicht). Grund genug, sich mal genauer mit der Materie zu beschäftigen. Ab sofort sind meine Erkenntnisse in diesem Blog zu lesen. Nicht mit einem Anspruch der Wissenschaftlichkeit, sondern – hoffentlich –  interessant und unterhaltsam für jedermann.

Aber genug der Vorrede, in meinem ersten Beitrag geht es um, Überraschung, Steuern.

Geld stinkt nicht

Wer denkt, dass Steuern eine Sache der Moderne sind, liegt schon mal falsch. Schon die alten Ägypter sollen im 3. Jahrtausend v. Chr. eine Erntesteuer und einen Nilzoll erhoben haben. Auch in den anderen alten Reichen gab es schon die verschiedensten Abgaben. Der Hofstaat der Herrscher musste ja irgendwie finanziert werden.

Selbst auf Kurioses muss man in der Steuergeschichte nicht lange warten: So erhob der römische Kaiser Vespasian (9 bis 79 n. Chr.) eine Latrinensteuer. Bekannt wurde er, als er seinem Sohn das daraus eingenommene Geld unter die Nase hielt und den berühmten Satz “Geld stinkt nicht” (für unsere Lateiner: “Pecunia non olet”) gesagt haben soll. Am Rande: Noch heute heißen öffentliche Toiletten in Paris Vespasienne und in Italien Vespasiani.

Und nicht zuletzt: Sogar kriegerische Auseinandersetzungen hatten schon früh ihre Ursache in Steuern. Die bekannte Schlacht im Teutoburger Wald etwa soll ihren Anfang genommen haben, als die Römer versuchten, Steuern von den Germanen zu erheben. Die wehrten sich durchaus erfolgreich. Auch wenn die Steuereintreiber letztlich wohl immer die Oberhand behalten.

Steuern, Gebühren oder Beiträge 

Nach diesem kurzen geschichtlichen Ausflug nun zu den harten Fakten. Ganz klar, wir sind in der Jetzt-Zeit, wir sind in Deutschland. Deshalb: Was Steuern sind, ist natürlich gesetzlich geregelt. Und zwar in der Abgabenordnung im §3. Ich will Sie nicht langweilen, deshalb eine verständliche Fassung von mir: Steuern sind Abgaben, die der Staat (Bund, Länder, Gemeinden) seinen Bürgern auferlegen kann.

Eine direkte Gegenleistung (zu einem bestimmten Zweck) erhält der Bürger dafür aber nicht. Alle Steuerpflichtigen müssen “ihre” Steuern zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs zahlen. Beispiel: Die Kfz-Steuer dient nicht dazu, Straßen zu bauen oder instand zu halten. Im Unterschied zu den Steuern sind Gebühren oder Beiträge zu betrachten, die für bestimmte Aufgaben oder Zwecke verwendet werden. Beispiel: Die LKW-Maut wird nur für mit dem LKW-Verkehr zusammenhängende Dinge verwendet.

Steuerliche Grundsätze

Heutzutage sollen Steuern vier Eigenschaften erfüllen: Sie sollen gerecht, ergiebig, unmerklich und praktikabel sein. Aber was bedeutet das? Gerecht ist irgendwie klar. Steuern dürfen zum Beispiel nicht willkürlich oder rückwirkend erhoben werden. Ergiebig meint, der Aufwand muss sich im Vergleich zu den Einnahmen schon lohnen. Sehr psychologisch dagegen die Unmerklichkeit. Zu deutsch: So oft wie möglich soll der Bürger Steuern zahlen, ohne es groß zu merken. Alltagsbeispiel ist da wohl die Mehrwertsteuer, die bei jedem Einkauf fällig und auch ausgewiesen wird. Ob schließlich heutige Steuern praktikabel sind, lässt sich meiner Meinung nach schon anzweifeln. Aber wir alle wissen: Wo kämen wir hin, wenn Steuergesetze leicht zu verstehen wären…

Zusammenfassung: Steuern sind die Haupteinnahmequelle eines Staats. Der finanziert damit in eigener Entscheidung Straßen, Sozialleistungen und vieles mehr.

Theresa Voigt Geschrieben von:
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