22.01.2015 · smart steuern ·

Eisglätte: Unfallkosten steuerlich geltend machen!

Schnee, Eis und überfrierende Nässe sind dieser Tage der Hauptgrund für Unfälle. Meist trifft es dabei Arbeitnehmer auf dem Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Immerhin können von der Versicherung nicht gedeckte Schäden unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Arbeitnehmer können Unfallkosten steuerlich absetzen, soweit diese nicht bereits vollständig durch den Arbeitgeber, durch den Schädiger oder durch die Haftpflicht- und Kaskoversicherung ersetzt werden. Das gilt auch für Aufwendungen, die einem Arbeitnehmer als Fußgänger oder Radfahrer auf dem Weg zur Arbeit durch einen Unfall entstanden sind. Steuerlich absetzbar sind auch Schadensersatzleistungen, die selbst erbracht werden, um nicht den eigenen Schadenfreiheitsrabatt bei der Versicherung zu verlieren. Genauso kann eine Wertminderung steuerlich geltend gemacht werden, wenn der auf dem Arbeitsweg erlittene Schaden am Auto nicht repariert wird.

Auf die Fahrtstrecke kommt es an
Der Unfall muss allerdings auf der direkten Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte eingetreten sein – nicht auf privaten Umwegen zur Bäckerei oder dem Zeitungskiosk. Es muss sich entfernungsmäßig aber nicht um die kürzeste Strecke zur Arbeitsstätte handeln, sondern die gefahrene Strecke muss im Vergleich zur kürzesten Strecke verkehrsgünstiger sein. Eine gut ausgebaute Umgehungsstraße kann auch ohne verkehrsgünstiger zu sein anerkannt werden, sofern sie zuverlässiger erscheint, weil keine Ampeln, Bauarbeiten oder Staubildungen vorhanden sind. Private Umwege sind nur dann unproblematisch, wenn Arbeitskollegen mitgenommen werden oder eine Tankstelle aufgesucht wird. Alkoholbedingte Unfälle scheiden komplett von der steuerlichen Anerkennung aus.

Unser Tipp: Schäden gut begründen!
Wichtig ist, dass dem Finanzamt gegenüber der berufliche Zusammenhang der Unfallfahrt begründet werden muss. Daher sollten Sie alle Belege für die Reparatur aufbewahren und bei der Einkommensteuererklärung komplett miteinreichen. Zudem ist das polizeiliche Aufnahmeprotokoll dabei ein glaubwürdiges Beweismittel fürs Finanzamt.
(Viola C. Didier / smartsteuer)

Geschrieben von:
Stefan Heine Stefan versteht als Fachanwalt für Steuerrecht selbst die Gesetze, die ihre eigenen Autoren verzweifeln lassen. Dabei widerlegt er das Gerücht, Juristen könnten nicht rechnen – zur Freude unserer Kunden und zum Ärger des Finanzamtes. Als Geschäftsführer von smartsteuer hält Stefan das Team mit seiner harmonischen Art zusammen und fokussiert es auf das gemeinsame Ziel: Die einfachste Steuererklärung.
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