Steuertipps – Kosten für Medikamente, Brillen etc.

Zu den allgemeinen außergewöhnlichen Belastungen, das sind besondere zwangsläufige Aufwendungen, gehören Krankheitskosten: Operationen, Zahnbehandlungen, Medikamente, Krankenhausaufenthalte.

Hierzu zählen auch technische Hilfsmittel wie Brillen oder Kontaktlinsen mit ihren laufenden Kosten (z. B. Pflegemittel). Empfängnisverhütungsmittel werden aber im Normalfall nicht erfasst. Nur, wenn eine Schwangerschaft aus medizinischen Gründen verhindert werden muss, kommt ein Abzug als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG in Frage.

Die Finanzämter verlangen allerdings entsprechende Nachweise. Im Krankheitsfall heißt das: Verordnung eines Arztes oder eines Heilpraktikers für Arznei-, Heil- oder Hilfsmittel. Bei außergewöhnlichen Maßnahmen fordert das Finanzamt auch die Vorlage eines amtsärztlichen Attests.

Steuerlich geltend gemacht werden können natürlich nur die Ausgaben, für die keine Versicherungserstattung gezahlt worden ist. Hinzu kommt, dass ein bestimmter Prozentsatz des Jahreseinkommens als zumutbar angesehen wird. Bei einem ledigen Steuerpflichtigen mit 50.000 € Jahreseinkommen sind das immerhin 6 %, also 3.000 €. Bei einem Jahreseinkommen von 15.000 € verringert sich der Prozentsatz auf 5 % (= 750 €).

Tipp: In Einzelfällen können Brillen auch zu den Werbungskosten oder Betriebsausgaben zählen, wenn es sich um eine typische Berufskrankheit handelt oder der Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Beruf eindeutig feststeht.

Fundstelle: § 33 EStG